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12 Liter pro Kopf und JahrWie sich die Pandemie auf den Alkoholkonsum auswirkt

Die Pandemie hat Auswirkungen auf praktisch jeden Lebensbereich. So wird auch der Alkoholkonsum beeinflusst. In Österreich ist die Trinkmenge pro Kopf über dem OECD-Durchschnitt.

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Alkohol, Pandemie, Alkoholsucht
Zwölf Liter Alkohol pro Kopf und Jahr werden in Österreich konsumiert. Das ist mehr als im OECD-Durchschnitt © Unsplash
 

Die Corona-Pandemie hat sich einer Untersuchung zufolge auch auf die Trinkgewohnheiten vieler Menschen ausgewirkt. Erfahrungen aus früheren Krisen ließen vermuten, dass es mittelfristig eine Zunahme des problematischen Alkoholkonsums geben könnte, hieß in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit Sitz in Paris. Österreich liegt beim Alkoholkonsum über dem Schnitt der OECD-Länder.

"Erste Hinweise deuten darauf hin, dass die 'neue Normalität', die durch die Pandemie verursacht wurde, erhebliche Auswirkungen auf unsere Lebensgewohnheiten hatte, einschließlich der Trinkgewohnheiten", schreiben die Fachleute in dem Bericht. Zweifellos habe Covid-19 Menschen und Gemeinschaften auf der ganzen Welt erschüttert und die Voraussetzungen für langfristige physische und psychische Probleme geschaffen.

Die Pandemie hat dabei auch die Orte verändert, an denen getrunken wird: Während Bars und Restaurants stark von den Schließungen betroffen waren, haben Einzelhandel und Onlineshops ihre Umsätze deutlich gesteigert. Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass sich die Wahrscheinlichkeit von Saufgelagen durch die Pandemie nicht stark verändert hat.

Die Folgen von Alkoholkonsum

Die Experten sind der Ansicht, dass es eine Kombination politischer Maßnahmen im Kampf gegen schädlichen Alkoholkonsum braucht. Dazu zählten etwa Kommunikationskampagnen und Preispolitik, aber auch Ansätze, die sich direkt an Personen richten, die große Mengen Alkohol konsumieren. In den Ländern der OECD, EU und G20 könnten in den kommenden 30 Jahren jährlich etwa 1,1 Millionen Menschen an den Folgen schädlichen Alkoholkonsums sterben, heißt es in dem Bericht. Gegenstrategien würden nicht nur Menschenleben retten, sondern sich auch wirtschaftlich rechnen.

Dem OECD-Bericht zufolge werden in Österreich exakt zwölf Liter reiner Alkohol pro Kopf und Jahr in der Bevölkerung ab 15 Jahren konsumiert. Das entspricht rund zweieinhalb Flaschen Wein oder 4,6 Litern Bier pro Woche und Person. Der OECD-Schnitt liegt bei zehn Litern reinem Alkohol pro Jahr, an der Spitze rangieren die Tschechen mit 14,4 Litern.

Ein Drittel der erwachsenen Österreicher betrinkt sich mindestens einmal im Monat mit mehr als 80 Prozent einer Flasche Wein oder mehr als drei großen Bier. 28 Prozent der Mädchen und 36 Prozent der Burschen bis 15 Jahre waren zumindest zweimal in ihrem Leben betrunken, hebt die OECD weiters zu Österreich hervor. Männer konsumieren zudem insgesamt 18,5 Liter reinen Alkohol pro Kopf und Jahr, während es bei Frauen mit 5,8 Litern deutlich weniger sind.

Verstärkte Aufklärung empfohlen

Die OECD empfiehlt hierzulande verstärkte Anstrengungen zur Alkoholreduktion- und -prävention in Schulen und am Arbeitsplatz. Strengere Maßnahmen bei der Verfügbarkeit von Alkohol für gefährdete Gruppen und eine verschärfte Preispolitik, um Alkoholiker und jüngere Menschen von billigem Alkohol fernzuhalten, werden ebenfalls gefordert.

Kommentare (12)
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Fotomandalas
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Wer trinkt den Alkohol der Kinder, Alten und Alkoholverweigerern?

Da kommt für die anderen ja noch mehr zusammen.

Ragnar Lodbrok
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...Alkohol und Nikotin

sind d i e Einstiegsdrogen! 2 nachweisliche Nervengifte! Unnötig zu erwähnen, daß Cannabis kein Nervengift ist...

lamagra
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Hat jemand etwas anderes gedacht?

Nach dem das Rauchen verboten wurde, geht es jetzt mit dem Alkohol los!
Prohibition lässt grüßen!
Oder hat jemand gedacht, dass diejenigen, deren Lebensgrundlage es ist, anderen vorschreiben zu wollen, wie sie zu leben haben, nach dem Rauchen genug haben?
Es wird weitergehen, man fängt ja schon an darüber nachzudenken, den Fleischkonsum zu verbieten.
Nur bei all diesen Sachen zieht der Grund, andere zu schützen nicht!
Bin gespannt was da noch kommt!

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War

Vorauszusehen damals, wrnn mal was anfängt...

Cirdan
1
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Meine Partnerin und ich

geben für gutes Essen recht viel Geld aus. Wenn wir im Restaurant sind, trinken wir aber so gut wie nie einen Wein dazu, weil ich erstens nicht gerne Autfahre wenn ich etwas getrunken habe und zweitens mir 5,20 Euro für ein Achterl Wein einfach nicht Wert sind.
Wenn wir zuhause kochen, was wir sehr gerne machen und in der Pandemie natürlich vermehrt, machen wir öfters eine Flasche Wein auf. So komisch es auch klingt, aber wenn die Gastro wieder öffnet, werden wir wieder weniger Alkohol konsumieren.

SANDOKAN13
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Es gibt nur eine Pandemie

wenn man auf der Strasse registriert, wieviele Fettklöse einem begegnen, sollte sich die Regierung einmal überlegen einen Lebensmittellockdown zu verhängen. DA sterben 4 mal soviele Leute dran. Unfassbar. Scheint keinen zu interesieren!!

Dissentio
2
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Interessant

"Ein Drittel der erwachsenen Österreicher betrinkt sich mindestens einmal im Monat mit mehr als 80 Prozent einer Flasche Wein oder mehr als drei großen Bier. "
..wird in diesem Artikel äußerst negativ hervorgehoben, während es in einem anderen Artikel ("Grenzwert & Sucht | Wie vie Alkohol ist zu viel?") heißt: 0,6L Bier/0,3L Wein (Mann) bzw. 0,4L Bier/0,2L Wein (Frau) TÄGLICH gelten als "risikoarm"?

Schlussfolgernd (Mann):
Der tägliche Konsum eines großen Bieres gilt als normal, aber wenn man 1-2 Mal im Monat übern Durst trinkt (und sonst selten bis nie) gilt man als gefährdet? Oder gilt diese Aussage nur für jene, die ohnehin täglich konsumieren?...

Dissentio
1
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Korrektur:

Im anderen Artikel heißt es nicht täglich., sondern "nur" 5 Tage pro Woche: 2 alkoholfreie Tage pro Woche sowie 2 af-Wochen pro Jahr werden "empfohlen"...

Bemerkt hier sonst noch jemand das Grundproblem???.....

gsf1200
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Die Statistik ist aus dem Jahr 2018!

Da war noch keine Pandemie...

KleineZeitung
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@gsf1200

Die Statistik soll zeigen, wie der Alkoholkonsum im Vergleich zu anderen Ländern aussieht. In dem Bericht über die Änderung der Trinkgewohnheiten gibt es erst Hinweise über eine Änderung des Konsums von Alkohol.
Liebe Grüße aus der Redaktion!

tomtitan
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"Strengere Maßnahmen bei der Verfügbarkeit von Alkohol..." - man kann mit Österreichs Bevölkerung fast alles machen,

aber wenn man den Leuten den Alkohol wegnimmt gibt's eine Revolution.

MEHRGE
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"Strengere Maßnahmen bei der Verfügbarkeit von Alkohol..." = Mehr Steuern

So wie es bei den Tabakwaren auch der Fall ist.