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Ausgebrannt seinBurnout als Berufskrankheit? Experten sind dafür

Das Schweizer Parlament diskutiert voraussichtlich diese Woche darüber, Burnout als Berufskrankheit anzuerkennen.

Burn-out als Berufskrankheit? Experten sind dafür
© dpa-tmn/Jens Schierenbeck
 

Wenn Einkaufen zur Höchstleistung geht, das Klingeln des Handys Herzrasen auslöst, ein kurzes Gespräch einen langen Tag im Bett zur Folge hat - dann sprechen Experten von Burnout. Arbeiten zu gehen ist zu dem Zeitpunkt meist nicht mehr möglich.

In der Schweiz gibt es nun eine Diskussion darüber, ob Burnout als Berufskrankheit anerkannt werden soll. Voraussichtlich diese Woche soll darüber im Parlament diskutiert werden. Denn der Schweizer Nationalrat Mathias Reynard von der sozialdemokratischen Fraktion hat eine parlamentarische Initiative eingebracht.

Reynard ist für die Anerkennung, doch die meisten Wirtschaftsvertreter sind dagegen. Für die Patienten ist eine Anerkennung mit entsprechenden Vorteilen verbunden. Eine kürzlich erschienene Studie der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz zeigt, dass sich der Anteil gestresster Personen im Jahr 2018 leicht erhöht hat. Fast 27 Prozent der Erwerbstätigen geben an, dass ihre Belastungen und Ressourcen am Arbeitsplatz ungleich verteilt sind. Das heisst aber noch nicht, dass sie burnoutgefährdet sind. 

Auch in Österreich wird darüber diskutiert, Burnout als Berufskrankheit anzuerkennen. So verlangten die Sozialdemokratischen GewerkschafterInnen, dass Burnout jedenfalls bei Lehrern als Berufskrankheit berücksichtigt werden soll. In diesem Fall könnten betroffene Lehrer unter Umständen früher in Pension gehen. 

Zuständig für Berufskrankheiten sind in Österreich nicht die Gebietskrankenkassen, sondern die Unfallversicherungsträger. Die Patienten können Leistungen in Anspruch nehmen wie beispielsweise besondere Rehabilitationsmaßnahmen oder ein Übergangsgeld während einer beruflichen Umschulung.

In der Zeitung "Presse" spricht sich Johanna Klösch, Arbeits- und Organisationspsychologin in der Arbeiterkammer, dafür aus, dass alle psychischen Erkrankungen, die durch eine berufliche Tätigkeit entstanden sind, als Berufskrankheiten anerkannt werden. Ihrer Meinung nach soll ein Arzt, ein Psychologe oder ein Psychiater feststellen, ob eine Berufskrankheit vorliegt.

Ähnlich wie in der Schweiz lehnt auch in Österreich die Wirtschaft eine Ausweitung ab. Denn die Wirtschaft befürchtet Zusatzkosten. 

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Danke für Ihr Verständnis.

styrianprawda
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Nicht jeder Burnout hat berufliche Hintergründe

Als indirekt Betroffener muss ich sagen, dass nicht jeder Burnout berufliche Hintergründe hat.
Bei etlichen Menschen ist der Burnout depressiv begründet.

Das Resultat ist zwar ziemlich gleich, nur muss man das bei der Therapie berücksichtigen.

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Mein Graz
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@styrianprawda

Die Frage ist: Was war zuerst da?

M.E. ist beides möglich:
- durch Depressionen kommt es zum Burnout
- durch Burnout kommt es zu Depressionen

Oder auch wie bei einem Fall in meinem Umfeld:
Durch das Burnout wurde erst erkannt, dass schon länger Depressionen vorliegen. Davor wurden diese einfach "weggelächelt" bzw. gut verborgen - denn "man" hat keine Depressionen zu haben, nach dem Motto: wer zum Psychiater geht muss einen Klescha haben.

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