"Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag in deinem Leben zu arbeiten", lautet ein Zitat, das Konfuzius zugeschrieben wird. Viele Menschen lieben ihre Berufe, dennoch sind sie mit ihren Kräften am Ende. Wieso ist das so?
SARA WEBER: Der Gedanke, dass man für seinen Job nur Liebe und Leidenschaft empfinden muss und dann ist alles gut, greift zu kurz. Denn das bedeutet nicht, dass die Arbeitsbedingungen gut sind, dass man mit Kolleginnen und Kollegen gut auskommt, dass man wertgeschätzt und gut bezahlt wird. Die Rahmenbedingungen sind in dieser Aussage völlig losgelöst und das entspricht nicht der Realität. Ganz im Gegenteil – diese Leidenschaft vieler Menschen für ihren Beruf wird oft ausgenutzt, um diese Rahmenbedingungen eben nicht bestmöglich für den Arbeitnehmer, die Arbeitnehmerin zu gestalten.
Umbrüche in der Arbeitswelt
''Wofür soll ich noch so hart arbeiten?''
Ausgebrannte Arbeitnehmer, prekäre Arbeitsverhältnisse und junge Generationen, die eine gesunde Balance zwischen Job und Freizeit einfordern. Ein Gespräch mit Sara Weber über "Quiet Quitting" und notwendige Veränderungen in der Arbeitswelt.
© Maya Claussen