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KatzenfossilienVon der Wildkatze zur Hauskatze: Mehr Fress-Profiteur als Haustier

Forscher konnten zeigen, dass Katzen in der Jungsteinzeit - anders als Hunde - noch nicht sehr nah beim Menschen lebten.

Von der Wildkatze zur Hauskatze: Mehr Fress-Profiteur als Haustier
Von der Wildkatze zur Hauskatze: Mehr Fress-Profiteur als Haustier © MNStudio - stock.adobe.com
 

Die Vorfahren der heutigen Hauskatzen waren nicht so eng an den Menschen gebunden wie andere Haustiere. Darauf deutet die Untersuchung von 4.300 bis 6.200 Jahre alten Katzenfossilien hin, die im Süden Polens gefunden wurden.

Die aus dem Nahen Osten stammenden Katzen sind vermutlich landwirtschaftlich tätigen Menschen gefolgt, haben sich aber auch in freier Wildbahn ernährt, wie Forscher um Magdalena Krajcarz von der Nikolaus-Kopernikus-Universität in Torun (Polen) berichten. "Selbst moderne Hauskatzen leben irgendwo entlang eines Kontinuums von engen Beziehungen zu Menschen bis hin zu Wildtieren", erläutern die Wissenschafter. Sie versuchten herauszufinden, wie es zu dieser besonderen Stellung der Hauskatze unter den Haustieren kam.

Tipps vom Katzen-Coach: Damit der Katze nicht das Schnurren vergeht

Unsauberkeit. Benutzt eine Katze nicht ihr Klo, stellen viele Besitzer die Diagnose: protestpinkeln. „Katzen werden nie aus Protest unsauber, sondern weil es ihnen nicht gut geht“, sagt Katzencoach Michaela Schneider.
Der erste Schritt ist deshalb der Weg zum Tierarzt, um eine Krankheit auszuschließen. Liegt kein körperlicher Grund vor, ist meist ein seelisches Unwohlsein wie Probleme mit einem Artgenossen, geänderter Lebensstil oder Familienzuwachs die Ursache. Oft stecken zu wenige, selten gereinigte oder an den falschen Stellen aufgestellte Klos dahinter. Wichtig: Nicht strafen. Katzen können keinen Zusammenhang zur Unsauberkeit herstellen.

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Kratzmarkieren. Kratzt eine Katze an Möbeln, Vorhängen oder Tapeten ist das ein Hinweis darauf, dass sie zu wenige Kletter- und Spielmöglichkeiten hat. Jeder Stubentiger braucht (mindestens) einen stabilen, möglichst großen Kratzbaum zum Krallenschärfen, Springen und Schlafen in luftigen Höhen. Für kleine Wohnungen gibt es auch Wandkratzbäume, eine andere Möglichkeit sind Catwalks. „Vor allem bei Wohnungskatzen ist regelmäßiges Spielen sehr wichtig, damit ihnen nicht langweilig wird“, sagt Schneider. Sie müssen geistig (Intelligenzspielzeug, Clicker-Training) und körperlich (Federangel, Bälle werfen) ausgelastet werden.

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Nächtliche Unruhe. Wenn der Mensch schlafen will, drehen die Katzen so richtig auf: Bringt einen der Stubentiger um die Nachtruhe, kann es daran liegen, dass sie am Tag zu wenig ausgepowert wurde, sie sich langweilt, Hunger hat oder zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Gegensteuern kann man, indem man vor dem Schlafengehen ausgiebig mit dem Tier spielt, einen kleines Betthupferl verfüttert oder ein nächtliches Kuschelritual einführt. Auch Demenz bei älteren Katzen kann nächtliche Unruhe auslösen: Den Schlafplatz in die Nähe des Bezugsmenschen verlegen, damit das Tier ihn nicht suchen muss.

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Ängstlichkeit. Man weiß nicht immer was Katzen erlebt haben, bevor man sie adoptiert. Oft sind schlimme Erlebnisse in der Vergangenheit der Grund dafür, dass Tiere ängstlich sind. So hilft man der Katze, ihre Scheu zu verlieren: Ruhe und Geduld sind der Schlüssel, um ihr Vertrauen zu gewinnen. „Man darf das Tier nicht bedrängen, zum Streicheln zwingen, sondern muss warten, bis es von selber zu einem kommt“, sagt Michaela Schneider. Immer mit ruhiger Stimme mit dem Stubentiger sprechen und artgerecht kommunizieren (Blinzeln ist das Lächeln der Katze). Viele Samtpfoten vergessen ihre Schüchternheit, wenn man mit ihnen spielt.

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Aggressivität gegenüber Artgenossen. Die meisten Katzen sind keine Einzelgänger, aber trotzdem gibt es manchmal Streit mit tierischen Mitbewohnern. Das kann viele Gründe haben: körperliche Beschwerden, ein konkreter Vorfall, der das Gefüge in der Gruppe verändert hat, mangelnde Auslastung oder ein neuer Artgenosse, der zu schnell in die Gruppe integriert wurde. „Katzen sind Gewohnheitstiere und gewöhnen sich nur langsam an neue Gegebenheiten. Eine Vergesellschaftung braucht Geduld und Sachkenntnis“, sagt Schneider. Und natürlich muss der neue Partner vom Alter (keine Kitten zu erwachsenen Tieren), Geschlecht (am besten Kater zu Kater, Katze zu Katze) und Charakter zur angestammten Katze passen.

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Selbst moderne Hauskatzen leben irgendwo entlang eines Kontinuums von engen Beziehungen zu Menschen bis hin zu Wildtieren.

Magdalena Krajcarz

Nach heutigem Forschungsstand stammen alle Hauskatzen (Felis silvestris catus) von der Afrikanischen Wildkatze (Felis silvestris lybica) - auch Falbkatze genannt - ab. Beide Unterarten sind anhand von genetischen Analysen kaum voneinander zu unterscheiden. Gut unterschieden werden kann hingegen eine weitere Unterart, die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris).

Krajcarz und Kollegen fanden in den Überresten von sechs Falbkatzen in Südpolen genügend intaktes Knochenkollagen, um Rückschlüsse auf die Ernährung ziehen zu können. Dazu untersuchten sie die Menge zweier stabiler Isotope: Stickstoff-15 wird vom Körper vermehrt in das Protein Kollagen eingebaut, wenn die Nahrung von Feldern stammt, die mit Dung von Tieren gedüngt worden sind. Kohlenstoff-13 findet sich umso mehr im Kollagen, je mehr C4-Pflanzen (vor allem Getreide und andere Nutzpflanzen) das Lebewesen in den letzten Monaten und Jahren vor seinem Tod gefressen hat.

Jäger in der Wildnis

Die Forscher verglichen die Isotope der Katzen mit denen aus den Überresten von Menschen, Haustieren und Wildtieren aus der Zeit vor 4.300 bis 6.200 Jahren. Außerdem zogen sie Hauskatzenfossilien aus der römischen Zeit Polens heran. Die Katzen der späten Jungsteinzeit unterschieden sich demnach in Bezug auf die Isotopenzusammensetzung (und folglich in Bezug auf die Ernährung) deutlich von zeitgenössischen Menschen und Hunden sowie von stark menschengebundenen Katzen aus der Römerzeit.

Die Stickstoff-15- und Kohlenstoff-13-Werte der sechs Falbkatzen lagen deutlich niedriger, wie es in der Studie heißt. Dies deute darauf hin, dass sie weniger Mäuse und andere Tiere fraßen, die sich vorwiegend von Nahrungsmitteln von gedüngten Feldern und C4-Pflanzen ernährt hatten. Stattdessen haben sie vermutlich - wie die Europäischen Wildkatzen - vor allem in der Wildnis Tiere gejagt. Den Forschern zufolge waren die Katzen der Jungsteinzeit eher Kulturfolger, die in der Nähe der Lager der Menschen schnelle Beute fanden, als gut integrierte Haustiere.

Einzigartige Beziehung

"Unter den domestizierten Wildtieren waren die Katzenvorfahren aufgrund ihres einzelgängerischen, territorialen Verhaltens einzigartig", schreiben die Wissenschafter. Wie eng die Beziehung zwischen den Hauskatzen-Vorfahren der späten Jungsteinzeit und den Menschen war, die einst im heutigen Polen lebten, sei noch offen.

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