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CoronavirusFamilien psychisch erkrankter Menschen unter Druck: Beratung ausgebaut

Österreichs größter Verein für Angehörige von psychisch erkrankten Menschen erweitert wegen der Krise die Beratungszeiten am Telefon bis 20 Uhr. Die Beratung durch Psychologen, Sozialarbeiter und Psychotherapeuten ist kostenlos.

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Zu Beginn der Corona-Krise standen viele Menschen in einem Schockzustand. Doch mit zunehmender Dauer der Ausgangsbeschränkungen und der verbreiteten Unsicherheit sind die Anfragen von Angehörigen und Freunden psychisch erkrankter Menschen deutlich gestiegen. Daher hat HPE, Österreichs größter Verein für Angehörige von psychisch erkrankten Menschen, beschlossen, das Beratungsangebot am Telefon und im Internet deutlich auszubauen. Die Beratungszeiten am Telefon werden ab 1. April mehr als verdoppelt und bis 20 Uhr ausgeweitet.

Am Telefon sind die HPE-BeraterInnen nun von
Montag bis Freitag von 10 Uhr bis 20 Uhr unter der Nummer 01/5264202 (für ganz Österreich) erreichbar.
Für die Steiermark unter: 0650/3465037.

Die Beratungen sind kostenlos. Zusätzlich führt HPE neue Beratungsangebote im Internet ein. Neben der Mail-Beratung gibt es bei HPE ab sofort auch Termine für Chat-Beratungen und Online-Gruppenangebote über Video.

„Die Corona-Krise ist für Angehörige von psychisch erkrankten Menschen eine Herausforderung“, sagt HPE-Geschäftsführer Edwin Ladinser. Denn die Ausgangsbeschränkungen führen dazu, dass psychisch erkrankte Menschen mit Angehörigen oft auf engstem Raum zusammenleben und nicht den Freiraum und die Rückzugsmöglichkeiten haben, die sie für ihre Stabilität brauchen. Das ist oft eine für beide Seiten belastende Situation.

Heftige Auswirkungen auf Psyche

Die Anfragen an die HPE-Beraterinnen und Berater zeigen, wie heftig sich die Corona-Krise auf psychisch erkrankte Menschen und deren Angehörige auswirken kann. „Mein Sohn hat ein Manie und kann die Ausgangsbeschränkungen nicht einhalten“, berichtet eine Mutter.  „Seit der Corona-Krise hebt mein Sohn am Telefon nicht mehr ab. Ich habe Sorge, dass er wieder in eine psychotische Krise gerät“, so eine Mutter. „Meine Frau wurde stationär in der Psychiatrie aufgenommen. Ich und meine Kinder können sie jetzt nicht besuchen, was mich sehr belastet“, so ein Ehemann.

Keine Entlastung

Eine weitere Herausforderung ist, dass manche Tageszentren und Wohnheime, welche die Familien entlasten sollen, geschlossen sind. Eine aus sozialpsychiatrischer Sicht umfassende Behandlung von psychisch erkrankten Menschen ist derzeit nur unter erschwerten Bedingungen möglich.

Betreuende Angehörige sind oft die wichtigsten und einzigen Bezugspersonen ihrer psychisch erkrankten Familienmitglieder. „Sie sind in der jetzigen Krise mehr als sonst gefordert. Wir wollen sie in dieser Situation nicht alleine lassen“, begründet HPE-Geschäftsführer Ladinser den Ausbau des HPE-Angebots. HPE (Hilfe für Angehörige und Freunde psychisch erkrankter Menschen) ist ein Selbsthilfeverein. Er ist mit tausenden Mitgliedern der mit Abstand größte Verein in Österreich, der Angehörige und FreundInnen von psychisch erkrankter Menschen unterstützt.

 

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