Große Aufregung heute wieder im Wappensaal des Wiener Rathauses. Dort wurde nämlich wieder unter reger Anteilnahme der heimischen Spitzengastronomen der „Falstaff-Guide 2024“ präsentiert. Für die Gastronomie ist jeder Restaurantführer wichtig, da er zum einen die Restaurantszene belebt und zum anderen jeder eine eigene Leserschaft anspricht. Im Falstaff bewerten Mitglieder des Falstaff-Gourmetclubs die Restaurants. Die Mitglieder sind sozusagen die Jury für den Falstaff-Guide und vergeben maximal 100 Punkte, gleichzusetzen mit vier Gabeln! Der Begründer, Wolfgang Rosam, sieht die Vorteile dabei in der Breite der Bewertungen.

Die Nummer 2 der Steiermark: Harald Irka
Die Nummer 2 der Steiermark: Harald Irka © Kirchgasser

Wie im letzten Jahr auch sieht diese Community „Die Weinbank“ in Ehrenhausen ganz oben auf der steirischen Falstaff-Liste. Stolze 98 Punkte gibt es für die Betreiber Gerhard Fuchs und Christian Zach. Der Jahresrhythmus der Südsteiermark gibt das kulinarische Programm von Küchenchef Gerhard Fuchs vor und das scheint den Gästen zu schmecken. Das außerordentliche Weinpairing von Sommelier Christian Zach macht das Tüpfelchen auf dem i.

Den zweiten Platz in der Steiermark, ebenfalls wie im Vorjahr, erkochte sich Harald Irka. Mit großer Imaginationskraft arrangiert er präzise Aromen und Texturen zu bis dato noch ungesehenen Gerichten. Im Pfarrhof, in St. Andrä im Sausal, kann man sich davon selbst überzeugen. Auch sein Meeresfrüchte- und Meeresfisch-Konzept „Ostrea“ wurde mit 93 Punkten ausgezeichnet.

Alexander Posch ist mit der Goldenen Birn in Graz gleich auf Platz 3 eingestiegen
Alexander Posch ist mit der Goldenen Birn in Graz gleich auf Platz 3 eingestiegen © Manuel Hanschitz

Auf dem geteilten dritten Platz findet man gleich sechs Restaurants. „Die Geschwister Rauch“, „Saziani“, „Zeitraum im Wilden Eder“, „Lilli & Jojo“, „Steirerschlössl“ und „Zur Goldenen Birn“ dürfen sich über jeweils 95-Falstaff-Punkte freuen. Die Grazer „Birn“ – die erstmals vor 450 Jahren an ihrem Standort in der Leonhardstraße erwähnt wurde – hat damit gleich auf Anhieb im ersten Jahr den Sprung unter die Top zehn der Steiermark geschafft! Und gleich um drei Punkte steigern konnte sich Küchenchef Stefan Eder mit dem „Zeitraum“.

Hat es österreichweit ganz an die Spitze geschafft: Hangar-7-Executive-Chef Martin Klein
Hat es österreichweit ganz an die Spitze geschafft: Hangar-7-Executive-Chef Martin Klein © Red Bull Hangar-7 GmbH 

Das „Ikarus“ schließt mit „Amador“ und „Steirereck“ auf

National gesehen darf man sich in Salzburg freuen. Das „Restaurant Ikarus“ von Executive Chef Martin Klein im Hangar-7 hat mit dem Wiener „Steirereck“ und dem „Amador“ aufgeschlossen und darf sich in den erlauchten Kreis der 100-Punkte-Restaurants einreihen. Das Gastkochkonzept und der hohe Aufwand, der dahinter steckt, wurden von der Falstaff-Community erkannt und mit der höchsten Punkteanzahl bewertet. Jeden Monat ein anderer Spitzenkoch im Hangar-7. Egal von welchem Kontinent, ob aus den USA, aus Südafrika oder aus Japan. Das sorgt für Abwechslung auf den Tellern und anscheinend für große Freude bei den Falstaff-Testern.

Für das Lebenswerk wurde Hermann Döllerer ausgezeichnet. In Golling gründete er seine Gastronomiespielwiese, die er über die Jahrzehnte kontinuierlich ausbaute. „Gastwirt. Hotelier. Vinothekar. Weinglasproduzent. Festspiel-Vorstand. Hermann Döllerer war und ist vieles zugleich“, schreibt man im Falstaff. Sohn Andreas führt heute das Stammhaus als Küchenchef erfolgreich weiter und hat es zu einer der Topadressen des Landes gekocht.

Vom Falstaff zur Sommelière des Jahres 2024 gekürt wurde Friederike Duhme. So stellt sie der Restaurantführer vor: Ursprünglich hat die 27-Jährige Kunstgeschichte in Frankfurt studiert, bevor ein Erweckungserlebnis mit einer Flasche reifen deutschen Rieslings ihre Passion für die Kunst des Weins weckte. Heute schreibt sie sehr inspiriert über Wein, hat mit dem ‚Female Wine Collective‘ einen Zusammenschluss vinophiler Winzerinnen, Gastronominnen und Sommelièren gegründet, der weibliche Sichtbarkeit und Empowerment in einem manchmal noch von Machogehabe bestimmten Gebiet fördert – und ist, vor allem, für die aufsehenerregende Weinkarte der Öno-Pizzeria nineOfive auf der Wieden verantwortlich. Als Sommelier des Jahres ausgezeichnet wurde Walter Kaltschik vom Stanglwirt in Going. Bester Service des Jahres ging an Oguz Akaltan vom Plachutta Stammhaus in Hietzing.

Falstaff-Botschafter des Jahres Willi Schlögl
Falstaff-Botschafter des Jahres Willi Schlögl © Stefan Pajman

Besondere Ehre wurde auch einem weiteren Steirer zuteil. Der gebürtige Oststeirer Willi Schlögl wurde als Botschafter des Jahres ausgezeichnet. Der Sommelier (Bar „Freundschaft“ in Berlin) wurde bereits vielfach ausgezeichnet, vermittelt sein Weinwissen frisch und unkonventionell und freut sich immer auf die nächste gute Flasche. Im Podcast „Terroir & Adiletten“ ist er der charmante Weinprofi, der die Zuhörerinnen und Zuhörer durch seine Weinwelt führt. Vor allem in seinem Podcast trägt er die Vorzüge der heimischen Weinwelt in die weite Welt hinaus und das macht ihn bestimmt zu einem würdigen Botschafter.