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Analyse: Warum Sky im Wettkampf der Streamer verliert

Sky muss im Wettstreit der Streaminganbieter Federn lassen. Die Gründe sind vielfältig, zum Teil auch selbst gemacht.

"Babylon Berlin" wird nun von der ARD weitergeführt
© (c) Frédéric Batier/X Filme Creati
"Babylon Berlin" wird nun von der ARD weitergeführt
Susanne Rakowitz
Von   und Daniel Hadler

Ende 2021 ritt man noch auf der Welle des Goldrausches. Die Pandemie hat den Streamingboom befeuert, die Anbieter schmiedeten große Pläne: "Wir sehen klar, dass der Trend zum Abschluss von zwei und mehr Abos geht", erzählte damals Sky-Programmchefin Elke Walthelm im Gespräch mit der Kleinen Zeitung. Etliche fiktionale deutsche Serien wie "Souls", "Paradiso", "Munich Match" oder "Tender Hearts" lagen da schon in der Pipeline – neben den Fortsetzungen der Aushängeschilder: "Der Pass", "Das Boot" und "Babylon Berlin". Letztere wurde in über 140 Länder verkauft und wird nun vom bisherigen Partner ARD weiterproduziert, denn Sky Deutschland steigt aus, und zwar aus allen regionalen Produktionen.


Auf Anfrage erklärt Sky den Schritt mit dem Hinweis auf neue Marktbedingungen und ein geändertes Nutzerverhalten. Man sei aber überzeugt, auch ohne fiktionale deutschsprachige Serien "gut im Markt aufgestellt" zu sein. Der Schritt dürfte auch für die Mitarbeiter überraschend gekommen sein: Die große Programmvorschau wurde am Montag kurzfristig abgesagt.
Die Sky-Entscheidung ist ein Paukenschlag mit Folgen und zeigt, wie sehr in der unter Druck stehenden Streamingbranche Konsolidierung angesagt ist. Die Zeiten, in denen der Eindruck vermittelt wurde, Geld sei abgeschafft, sind endgültig vorüber. Die Gründe sind vielfältig: gestiegene Produktionskosten auf der einen, weniger Aboabschlüsse auf der anderen Seite. Vom Dritt- oder gar Viertabo ist keine Rede mehr, wer sparen muss, der wird sich vielleicht eher für die Branchenriesen Netflix oder Disney+ entscheiden. Dazu trägt Sky traditionell als hybrider Bezahlsenders sein komplexes Vertriebsmodell mit diversen Abomodellen wie einen Klotz am Bein mit sich.

Die Krux mit Warner

Sky Deutschland befindet sich auch an anderer Stelle in schwieriger Position. Der Anbieter profitiert seit Jahren durch einen Vertrag mit "Warner Bros. Discovery" von dessen exzellenten Produktionen von HBO (u. a. "Game of Thrones"). Allerdings setzt Warner seit geraumer Zeit auf einen eigenen Streamingdienst Max, der im deutschsprachigen Raum aktuell noch nicht abrufbar ist. Sky steht dadurch den Warner-Expansionsplänen seit Jahren im Weg – Gerüchte über einen Verkauf stehen deswegen schon länger im Raum. Der massive Kostenschnitt dürfte diese Gerüchte weiter befeuern.

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