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Hoaxmap

FPÖ gehört zu Top-Ten-Verbreitern von Falschmeldungen

Über 400 Gerüchte im deutschsprachigen Raum wurden im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise von der Initiative Hoaxmap gesammelt. Zu den häufigsten Verbreitern von Gerüchten gehört die FPÖ.

436 nachweisliche Falschmeldungen im deutschsprachigen Raum © Screenshot hoaxmap.org/
 

In einem steirischen Seniorenheim untergebrachte Flüchtlinge sollen ihre Notdurft in Waschbecken verrichtet haben; in Kärnten sollen Asylwerber 2.000 Euro Taschengeld gefordert haben, und dafür in einen Hungerstreik getreten sein: Behauptungen wie diese sorgen seit Herbst 2015, als es zu einer Verschärfung der Flüchtlingskrise kam, immer wieder für Aufregung. Wie sich herausstellte, handelte es sich dabei in vielen Fällen um Falschmeldungen.

Die Initiative "Hoaxmap - Neues aus der Gerüchteküche" sammelt seit einigen Monaten im gesamten deutschsprachigen Raum solche nachweislichen Fake-News. "Hoaxmap" bedeutet dabei so viel wie "Karte mit Falschmeldungen", die erfundenen Aussagen werden auf einer Landkarte dargestellt.

"Die Hoaxmap ist aus dem Wunsch entstanden, eine Ordnung in die Vielzahl gestreuter Gerüchte zu bringen und die Dekonstruktion selbiger zu erleichtern.", wie es auf der Website des Unternehmens heißt. Im April 2016 wurde Hoaxmap für den Grimme Online Award nominiert. Auf dem Chaos Computer Congress 33C3 in Hamburg berichteten nun die Initiatorin des Projekts, Karolin Schwarz, und Softwareentwickler Lutz Helm über die bisherigen Erfahrungen und Ergebnisse.

Wer verbreitet Gerüchte?

Die Falschmeldungen wurden von der Initiative Hoaxmap geographisch, inhaltlich aber auch nach ihren Verbreitern kategorisiert. In den meisten Fällen ist der Verbreiter jene Person, die einen Vorfall zur Anzeige bringt. Über (private) Facebook-Seiten,  Leserbriefseiten von Zeitungen oder rechte Websites werden solche Falschmeldungen ebenfalls in Umlauf gebracht. Doch auch politische Parteien, wie die FPÖ, die deutsche AfD aber auch die CDU, gehören laut Hoaxmap zu den häufigsten Verbreitern von Gerüchten - die FPÖ liegt in diesem Ranking auf Platz sieben.

Wer verbreitet Gerüchte? Foto © Screenshot aus dem Vortrag der Initiative Hoaxmap

Hier können Sie sich den gesamten Vortrag zum Thema Fake-News, der auf dem Chaos Computer Congress 33C3 gehalten wurde, ansehen:

Suche nach Lösungen

Wie kann man der Verbreitung von Gerüchten und Falschmeldungen entgegenwirken? ÖVP-Generalsekretär und Mediensprecher Werner Amon schlägt zum Thema "Fake News" eine parlamentarische Enquete vor und möchte Experten aus unterschiedlichen Bereichen einladen. Auch SPÖ-Staatssekretärin Muna Duzdar fordert eine "gesellschaftliche Debatte, ein kritisches Bewusstsein der Akteure  und eine Stärkung der Gegenrede". Sie möchten Plattformen wie Facebook in die Pflicht nehmen: "Im Bezug auf Falschmeldungen geht es mir darum, auf die Verantwortung von Plattformbetreibern hinzuweisen - wenn eine Nachricht verbreitet wird, sollte der Wahrheitsgehalt überprüft werden." Das gelte aber auch für Nutzer, auch diese würden ein Bewusstsein für Themen wie Quellenkritik und Umgang mit Falschnachrichten brauchen.

Dass Facebook selbst den Wahrheitsgehalt von geteilten Inhalten überprüfen soll, ist laut Andre Wolf von Mimikama, dem Verein, der ebenfalls Fake News aufspürt, nicht realistisch: Falschnachrichten mit einem einfachen "Fake" zu kennzeichnen, funktioniere nicht. "Das ist Wunschdenken. Subjektive Wiedergaben, redaktionelle Bearbeitungen, Thesen oder Interpretationen kann man nicht markieren und ich glaube, an diesem Punkt liegen wir mit den Erwartungen auch falsch." Im Höchstfall könnten auch Satireartikel wie von "Die Tagespresse" oder "Der Postillon" ungewollt einer Markierung zum Opfer fallen. Anstatt Artikel als "falsch" oder "richtig" zu katalogisieren, müsse man sie analysieren, wie es Mimikama macht. Nutzer können Anfragen stellen und die Mitarbeiter begeben sich dann auf die Suche nach den Ursprüngen.

Die Social-Media-Beraterin Judith Denkmayr findet die Ankündigung von Facebook, Fake-News-Seiten von Werbeeinnahmen auszuschließen, sinnvoll. "Damit setzten sie bei einer der stärksten Motivationen für Fake News an." Denn ein Grund, warum Fake News auf Facebook verbreitet werden, ist der hohe Traffic, durch den Werbeeinnahmen generiert werden - und der Traffic entsteht aufgrund stark diskutierter Schlagworte, wobei den Verfassern dabei völlig egal ist, welchen Inhalt sie schreiben.

In der deutschen Regierung wird erwogen, einen neuen Straftatbestand für Desinformation einzuführen. Nach "Spiegel"-Informationen schlug das deutsche Innenministerium zudem kürzlich in einem internen Papier die Schaffung eines "Abwehrzentrums gegen Desinformation" vor.

Hierzulande ist man in puncto Änderungen im Strafrecht zurückhaltender. Duzdar: "Das Phänomen der Falschmeldungen ist nicht allein durch eine Strafkultur zu lösen." Die Staatssekretärin erinnerte daran, dass der Paragraf "Verbreitung falscher Gerüchte" Ende 2015 abgeschafft wurde. Dieser sei totes Recht gewesen, 20 Jahre lang habe es keine Verurteilung gegeben.

 

 

 

Kommentare (43)

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sportkaernten
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Das ist noch Luft nach oben

wir werden ja sehen, was im Wahlkampf noch alles möglich ist.

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Hohenwanger
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Gesetze haben nie noch das bewirk,

für das, sie eigerichtet worden sind.
Betrug ist Betrug.
Diebstahl ist Diebstahl,
Mord ist Mord.

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schteirischprovessa
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Wenn man in den USA mit derartigen Meldungen Präsident

werden kann und sich Putin ein ganzes Netzwerk für seinen Machterhalt aufgebaut hat darf man sich nicht wundern dass dies von einer populistischen Partei wie die FPÖ als probates Mittel angesehen wird.

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pesosope
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wieder einmal eine Frage:

Es ist doch die Zeitung für Falschmeldungen verantwortlich, wenn sie Postings, die auf Unwahrheiten im Artikel aufmerksam machen, löscht bzw. nicht abdruckt ...oder irre ich mich da?

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wenn solche Meldungen

direkt von Parteimitgliedern verbreitet werden (z.B. Ragger) muß die Presse wohl annehmen dass sie der Wahrheit entsprechen. Außerdem werden die "Melder" in solchen Artikeln ja namentlich genannt.

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pesosope
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#spiesailor

echt, dann lesen Sie doch den Bericht auf Hoaxmap, dort finden Sie auch den Polizeibericht dazu und der gibt ja das gleiche wieder wie Ragger gesagt hat. Jetzt könnte man darüber streiten, was den Medien damals genau mitgeteilt wurde und was von denen event. verändert oder verkürzt wurde. Tatsache ist aber, dass die Aussage keine Lüge war und jetzt plötzlich als Lüge verkauft wird, das ist schon komisch, finden Sie nicht?

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hoidanoi
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@pesosope

Bei aller Recherche auf hoxmap.org - dort findet sich allein der Link zum Bericht des ORF, der die offenkundige Fakenews Raggers widerlegt. Wenn Sie so freundlich wären, von Ihnen erwähnten Polizeibericht offen zu legen, der sich mit Raggers Aussage deckt.

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pesosope
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hoidanoi

GEHEN sie auf Hoaxmap.org zu Daten, geben dort bei Land Österreich ein und bei Kategorie Hungerstreik/Demonstration, dann können Sie unter Quelle den ganzen Bericht nachlesen! ....Aussendung der Landespolizeidirektion vom 19.09.2015

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spwolfg
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Keine Überraschung

Jetzt ganz ehrlich, gibt es jemanden der von diesem Ergebnis überrascht ist?
Diese Herrschaften tun ja absolut nichts für unser Land. Sie brauchen solche Meldungen damit die Leute verrückt reagieren und damit sie selbst im Gespräch bleiben. Was leisten diese Leute wirklich den ganzen lieben Tag? Bezahlt mit Steuergeldern!

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tomtitan
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die leisten genausoviel wie die regierung: nämlich NIX !

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Das ist nichts Neues!

Die derzeitige Führung der blauen,hat das Lügen auf die Spitze getrieben.
Mir kommt vor, die glauben aus Dummheit selbst.

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Übrigens...

...wenn andere Parteien nicht ganz die Wahrheit sagen nennt sich das heutzutage Satire!

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Hardy1
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Für diese Gutmenschen....

....sind alle negativen Meldungen und Aussagen über Flüchtlinge einfach unwahr....! Wahrscheinlich leugnen sie auch die Übergriffe von Köln und die regelmäßigen Übergriffe und Kriminalität..!

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echterbürger
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Hardy!

Gutmenschen differenzieren, weil sie eben gut sind. Schlechtmenschen fressen alles ohne zu hinterfragen, weil sie eben schlecht sind, und dumm und hässlich...

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Falschmeldungen?

5Jahre unbedingte Haft! damit sind wir die Fpö los!

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Lodengrün
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Mensch was müssen

erst die anderen lügen wenn schon bei HC und Hofer alles Lüge ist. Bitte sich nicht an dem Wort Lüge stoßen, Herr Hofer hat es zum Modewort gemacht und auch gelebt.

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tannenbaum
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Schade dass die Leser der Krone so eine Information nicht bekommen! Aber die werden schon wissen warum!

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H260345H
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JEDER weiß, dass ein Wiener Massenblattl mit

komischem Geruch das Leibblatt des STRACHE ist, nennt sich zwar unabhängig, ist aber sehr einseitig und nur der FPÖ verbunden.
Es gibt in Ö keine andere Zeitung, die derart die postings zensuriert wie dieses Massenblattl!

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Hohenwanger
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Wenn die Wahrheit alles anders macht

Wie viel Strache und Klickl braucht die FPÖ ?
Österreich braucht keinen von diesen beiden.
Die Leute wollen doch alle belogen werden.
Wie gut es ist, zu wissen dass es anders ist.

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...

Sogar Augenzeugen sind noch vor den blauen , also was soll diese Schlagzeile?

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Ifrogmi
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zitat Kleine Zeitung:

""Die Asylwerber forderten nicht einfach einen fiktiven Betrag von 2000 Euro, sondern errechneten diesen Betrag aus den in Österreich geltenden Sätzen, der ihnen und ihren Familien nach positiven Abschluss des Verfahrens, beziehungsweise nach weiteren vier Monaten in der Grundversorgung zustehen würde." Nach Gesprächen mit dem Quartiergeber haben die Asylwerber laut Polizei aber von ihrem Vorhaben abgelassen, es habe keinen Hungerstreik gegeben."
ein hoax-bericht?

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smithers
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was sonst?

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Und wer bitte hat entschieden,

was eine Falschmeldung ist und was nicht?

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Lodengrün
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Entschuldige Sie,

aber das kann keine er ist gemeinte Frage sein. Die Auswertung kann nur erfolgen nach 2 Gesichtspunkten. Aussage-Realität. Und da schwimmen sich die FPÖ Granden nach oben.

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scionescio
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@Nachtmensch: Die Realität bzw. die Faktenlage?

Was würdest du denn daraus ableiten, dass es keinen Flüchtling gegeben hat, der in Kärnten wegen nichterhaltener 2000 Euro Taschengeld in den Hungerstreik getreten ist?
Das ist schlicht eine Frage der Objektivierung - da muss sich niemand zwischen Alternativen entscheiden ... klingt einfach - und ist es auch;-)

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scionescio
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Das einzige überraschende daran ist, dass es nur der siebente Platz geworden ist ....

... aber vermutlich werden die Facebook Einträge des obersten Schulabbrechers und des (vielleicht jetzt nicht mehr) grinsenden Märchenonkels nicht den Bläulingen zugerechnet ...
Auf der anderen Seite ist es aber auch ganz typisch für die hetzende Buberlpartie: sie kommen ja recht weit, aber für die Spitzenposition recht es dann halt doch nicht;-)

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