Platoo-JubiläumPaul Plut spielte in der Herz-Jesu-Kirche

Die Grazer Veranstalter von Platoo feierten ihren 15. Geburtstag mit einem Konzert von Paul Plut in der Herz-Jesu-Kirche. Eine Kombination, die fabelhaft funktioniert.

Paul Plut feierte mit Platoo im Gotteshaus © Gerfried Guggi
 

Die Dichte an Man Buns und Vollbärten auf den Bänken hätte es auch dem unbedarften Kirchenbesucher verraten: Es war kein gewöhnlicher Gottesdienst, der am Donnerstag in der Grazer Herz-Jesu-Kirche gefeiert wurde. Wohl aber ein Dienst an der heimischen Musik, ihren Liebhabern – und an der Kirche, die mit der Öffnung ihres Hauses auch die oft beschworene Öffnung der Kirche an sich illustrierte. Auch wenn die Miete so hoch war, dass die Veranstalter mit einem Minus aussteigen. "Das ist schon in Ordnung", sagt Michael Pelitz voll des Lobes für die unkomplizierte und gelungene Kooperation. Mit Peter Troissler und viel Herzblut zieht Pelitz den Veranstalter-Verein Platoo, der am 6. Juni sein 15-jähriges Bestehen feiert.

Über 200 Gäste lauschten dem gefeierten steirischen Künstler Paul Plut, der mit Bassistin Marie Pfeifer und Organistin Nastasja Ronck seine "Lieder vom Tanzen und Sterben" zum Besten gab und sich zwischendurch auch die Zeit nahm, die Arbeit von Platoo zu würdigen. Es sei nicht selbstverständlich, als Künstler diese Wertschätzung zu erfahren und auch eine faire Gage zu bekommen. Bei Pluts vorhergegangenem Auftritt im ORF RadioKulturhaus in Wien etwa habe es für die Künstler nichts gegeben, "net amal an Apfel".

Plut in der Leechkirche (April 2017)

Plut in der Leechkirche (April 2017)

Es war nicht Pluts erstes Konzert in einer Kirche. Dass sich der stampfende, schnarrende Sound unter dem hohen Kirchendach nicht verlor und stimmungsvoll in die salbungsvolle Umgebung einfügen konnte, ist nicht zuletzt das Verdienst von Tontechniker Martin Mayer.

So wurde der Abend zu einem weiteren, sehr speziellen Platoo-Highlight. Für Plut beginnt nun der Festival-Sommer. Platoo haben unter anderem James Walker, Enno Bunger und den Nino aus Wien im Köcher.

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