Ein Mensch zu sein ohne eigene Identität, ohne richtigen Namen und ohne Ambition: Was für manche wie ein Horrorszenario klingen würde, ist für die Protagonistinnen und Protagonisten von Sophie Linnenbaums Debüt „The Ordinaries“ der einzige Zweck ihrer Existenz. Gewöhnliche Menschen im Hintergrund eines Films stehen bei ihr im Mittelpunkt.
Wie schon in ihren Kurzfilmen „Out of Frame“ und „PIX“ entwirft die deutsche Filmemacherin ein Universum, in dem der filmische Jargon zur Realität wird. Ihre Figuren existieren rein zur Unterhaltung eines nie sichtbaren Publikums, das über dem Geschehen zu schweben scheint.
Ihr Leben wird durch persönliche „Soundtracks“, „Schnitte“ und „Monologe“ bestimmt. Die Bewohner sind unterteilt in Haupt- und Nebenfiguren und die untersten Ränge, also Filmfehler, Fehlbesetzungen und noch schlimmer, Outtakes. Wie Protagonistin Paula (Fine Sendel), eine Nebenfigur mit Ambition auf eine Hauptfigur, erklärt, wird die idealisierte Welt von den „Fehlern“ gestört. Ihr Vater, eine „sehr wichtige Hauptfigur“, wurde bei einem vergangenen Aufstand getötet.