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AnalyseWie die Zukunft des Kinos aussehen könnte

Kino versus Streaming: warum die vielfach betitelte Schlacht keine ist und wie das neue Miteinander nach der Pandemie sein könnte.

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Weltweit kommunizieren geschlossene Kinos via Leuchtreklamen mit ihrem Publikum © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Es war ein Jubiläum in geschlossener Gesellschaft. Vor 125 Jahren haben die Bilder laufen gelernt. Als allererste öffentliche Filmvorführung gilt jene von Pionier Georges Méliès und weiteren 32 Personen am 28. Dezember 1895 im Keller des Pariser Grand Café. Eine Notiz am Rande: Die Presse folgte der Einladung nicht. Die Anwesenden, so viel ist überliefert, waren von der Projektion „sprachlos, erstaunt und überrascht“. Der Rest ist Kinogeschichte.
Der Zeitpunkt für Feierlichkeiten könnte trister nicht sein. Denn: Die meisten Kinos befinden sich im Lockdown und die Leinwände bleiben schwarz. Geburtstagspartys für die Erfinder-Brüder Auguste und Louis Lumière, die in Wien ein Jahr später zum Filmeschauen in die Kärntnerstraße luden, fallen coronabedingt aus oder sind ins Netz ausgewandert. Wie so vieles.

Kommentare (1)
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zweigerl
4
3
Lesenswert?

Movies out

Kino war als überfrequent beschalltes Spektakel mit bewegten Bildern ("Movies") und einem tristen Alltag entlaufenen Plots ein Sehnsuchtsort, dein kommunikativer Ort, der auch reale Beziehungen knüpfte. In "Fox tönender Wochenschau" tat sich sogar ein Tor zur Welt auf. Heute ist es mit den Blockbustern aus Hollywoods Studios ein sich gigantomanisch spreizendes Nonsenstheater,. Am besten, man sperrt diese von synthetischen Effekten und übergeschnappten Schauspielstars bevölkerte Illusionsfläche, die an ihren eigenen Gags zugrundegeht, zu. Ohnehin liefern die Heimmedien alles ins Haus, was die dürstenden Seelen als Alltagseskapismus brauchen.