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MissbrauchsvorwurfKevin Spaceys bizarres Video empört die Öffentlichkeit

Die Reaktionen reichen von "bizarr" bis widerlich": Das Video, mit dem Schauspieler Kevin Spacey nach den Missbrauchsvorwürfen gegen ihn Ende 2017 zurückgemeldet hat, irritiert die Öffentlichkeit.

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Kevin Spacey: Video stößt auf Kritik © APA/AFP/NICHOLAS KAMM
 

Da dreht sich einem den Magen um, befand das Magazin "Slate: "Das Video ignoriert völlig, dass die Anschuldigungen ausgesprochen ernst sind und sicher keinen Grund zum Scherzen bieten." Spacey habe nur sein Recht auf die Unschuldsvermutung eingefordert, verteidigten andere den Schauspieler. In den meisten Medienkommentaren war das Urteil über den Rehabilitierungsversuch aber einhellig: von "absonderlich" bis "höchst eigenartig" reichte die Einschätzung. Auch auf Twitter waren die meisten Reaktionen negativ.

Dass sich Kevin Spacey zum ersten Mal seit über einem Jahr jüngst auf Twitter und YouTube mit einem höchst eigenartigen Video zu Wort gemeldet hat, schlägt Wellen. In dem dreiminütigen Auftritt mimt der frühere "House of Cards"-Star seine TV-Figur, den skrupellosen Politiker Frank Underwood, der offenbar auf Vorwürfe gegen sich reagiert.

"Ihr würdet doch nicht ohne Beweise das Schlimmste glauben und ohne Fakten vorschnell urteilen, oder?", sagte Spacey in die Kamera. Er werde bestimmt nicht den Preis für Dinge zahlen, die er nicht getan habe. Bald werde die "ganze Wahrheit" ans Licht kommen.

"Ihr wollt mich zurück", sagte er zudem in dem Video: "Natürlich glaubten manche alles und haben seither mit angehaltenem Atem darauf gewartete, dass sich alles gestehe. Sie würden dafür sterben, mich zugeben zu hören, dass alle Vorwürfe wahr sind und dass ich bekam, was ich verdient habe. Aber wäre es nicht zu simpel, wenn alles so einfach wäre? Sie und ich, wir wissen doch auch, dass es niemals so einfach ist." Betitelt ist der Clip mit "Let me be Frank", was sowohl "Lasst mich Frank sein" als auch "Lasst mich ehrlich sein" bedeuten kann.

Seit Herbst 2017 sind viele Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen Spacey öffentlich vorgebracht worden. Als erstes hatte der Schauspieler Anthony Rapp ("Star Trek: Discovery", "Rent") angegeben, als 14-Jähriger in den 1980er-Jahren belästigt worden zu sein. Am Londoner Old Vic Theatre könnte Spacey in seiner Zeit als künstlerischer Direktor Berichten zufolge mindestens 20 Männer belästigt haben. In England waren in mehreren Fällen polizeiliche Ermittlungen angelaufen.

Konkret verantworten muss sich Spacey demnächst aber für einen Übergriff gegen den Sohn der ehemaligen TV-Nachrichtensprecherin Heather Unruh. Sie machte öffentlich, dass der Schauspieler bei einem gemeinsamen Restaurantbesuch unterm Tisch die Genitalien ihres damals 18 Jahre alten Sohnes berührt hatte. Der Teenager verließt fluchtartig das Restaurant, ohne den Grund dafür zu verraten. Erst später öffnete er sich seiner Mutter.

Nach Angaben einer Sprecherin hatte sich Spacey 2017 in
therapeutische Behandlung begeben. Öffentlich aufgetreten war er seither nicht mehr. Dass ihm die Vorwürfe schaden, glaubt aber immer noch nicht jeder - zumindest auf Twitter macht sich auch Ironie Platz.

Kevin Spacey droht Anklage wegen sexueller Übergriffe? Macht nichts, damit kann er immer noch Präsident werden.

— Josef (@josefswelt) 26. Dezember 2018

Möglicherweise hat das Publikum Spacey aber gar nicht so sehr vermisst, wie er selbst zu glauben scheint. Sein jüngster Film "Billionaires Boys Club" hat angeblich nur 126 Dollar eingespielt.

 

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