Andrea überfährt ihren Ehemann Andreas; unabsichtlich, nachts auf einer brettlebenen Straße. Sie wollte sich eh trennen. Und begeht Fahrerflucht. Er wollte sich bei der Geburtstagsparty beim Dorfwirt des Vertrauens noch mit ihr versöhnen, bevor er fetzendicht davon stapfte. Weil: Eigentlich ist die resolute Dorfpolizistin (wunderbarst verkörpert von Birgit Minichmayr) auf dem Sprung in die Metropole (sic!) St. Pölten. Um aus der Provinz im Weinviertel irgendwo zwischen Stronsdorf und Unterstinkenbrunn auszubrechen, neu anzufangen. Weg von Tierärzten, die man auf dem Weg zu einer kalbenden Kuh fürs zu Schnell-Fahren abstrafen muss. Weg davon, verzweifelte Landwirte vor dem Suizid retten zu müssen.
Wäre das nicht Stoff genug für ein packend-tragisches Drama, erklärt sich jemand anderer schuldig für den Unfall mit Todesfolge. Ein depressiver, einsamer Religionslehrer und trockener Alkoholiker; eindringlich gebückt verkörpert von Josef Hader. Er wolle büßen, sagt dieser Franz Leitner. „Wos woll‘n Sie?“, entfährt es Andrea. Was für ein Ausgangspunkt! Was für ein Schauspiel-Duo!
Andrea lässt sich scheiden
Hader-Film: Oh du wunderbar trostlose Provinz!
Kritik.
In seiner zweiten Regie-Arbeit „Andrea lässt sich scheiden“ seziert Josef Hader das Leben einer Frau in der Einschicht: lakonisch, aufrichtig und witzig. Birgit Minichmayr brilliert als Dorfpolizistin mit Gewissensbissen.
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