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Nachtkritik"Elektra" am Stadttheater Klagenfurt: Psychodrama von archaischer Wucht

Das Stadttheater Klagenfurt geht mit einer umjubelten "Elektra" in die neue Saison. Das Orchester sitzt diesmal auf der Bühne, exzellent hört man die vortrefflichen Singschauspielerinnen.

Nicola Beller Carbone ist eine intensive "Elektra" © (c) ARNOLD POESCHL/Stadttheater
 

Dieses Mal ist alles anders: Um den nötigen Abstand Corona-bedingt zu wahren, sitzt das Orchester bei der "Elektra", mit der das Stadttheater Klagenfurt am Donnerstagabend die neue Saison eröffnet hat, auf der Bühne. Die Sänger agieren an der Rampe zum Publikum hinter dem Dirigenten, den sie nur auf Monitoren sehen, was koordinationsmäßig nicht immer so einfach ist. Auf diesem schmalen Raum wird auch gespielt. Trotzdem schafft es Cesare Lievi mit seiner detaillierten und ausgefeilten Personenführung, ein packendes Psychodrama von archaischer Wucht zu zeigen. Das Orchester symbolisiert den Palast des Agamemnon, den Ort des Mordes und der Rache. Die riesigen Rohre davor, die teils aus den Proszeniumslogen hervorquellen, wirken wie eine alles überwuchernde Qualle.  

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