Abschied von Alfred KolleritschAm Ende des Weges die Rückkehr zu den Wurzeln

In Mureck findet am Freitag die offizielle Verabschiedung von Alfred Kolleritsch statt. Der "Dichtervater" ist am 29. Mai im Alter von 89 Jahren verstorben.

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Der "Dichtervater" Alfred Kolleritsch - am Bild mit Peter Handke - starb im Alter von 89 Jahren © 
 

In der kleinen, idyllischen südsteirischen Gemeinde Brunnsee begann der Lebensweg einer der wichtigsten und markantesten Persönlichkeiten der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, morgen, Freitag,  findet er in der nur wenige Kilometer entfernten Stadtpfarrkirche von Mureck sein trauriges und unwiderrufliches Ende. Dort beginnt um 11 Uhr die offizielle Verabschiedung von Alfred Kolleritsch, der am 29. Mai im Alter von 89 Jahren starb. Wegen der strengen Corona-Bestimmungen musste auch die Trauerfeier um mehrere Wochen verschoben werden.

Zu seinem Geburtsort Brunnsee, dominiert von einem prächtigen Schloss, und zur beschaulichen Region ringsum hegte Alfred Kolleritsch eine lebenslange, enge Beziehung. Am 16. Februar 1931 wurde er in Brunnsee geboren, sein Vater war mehrere Jahrzehnte lang als Forstverwalter für die Schlossbesitzer tätig. Das Schloss wurde zum Schauplätze seines ersten Romanes „Die Pfirsichtöter“ (1972), auch in mehreren Gedichten verewigte er die Orte seiner Kindheit.

Als „Dichtervater“ wurde Alfred Kolleritsch häufig liebevoll bezeichnet, etliche seiner einstigen „Schützlinge“ und Wegbegleiter werden bei der heutigen Verabschiedung Trauerreden halten - von Barbara Frischmuth bis zu Klaus Hoffer, von Christine Frisinghelli, der Nachfolgerin von Kolleritsch als Forum-Stadtpark-Präsidentin bis zu Andreas Unterweger, seit einigen Jahren Mitherausgeber der „manuskripte“.

Absagen mussten Elfriede Jelinek und Peter Handke, einer der besten und engsten Freunde von „Fredi“; beide brachten es, ebenfalls von Kolleritsch entdeckt und gefördert, bekanntlich zu Literaturnobelpreis-Würden. Beigesetzt wird Alfred Kolleritsch dann im engsten Familienkreis in einem Ehrengrab der Stadt Graz.

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zweigerl
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Unbegeisterte?

Man hört die südsteirisch gurrende Stimme dieses epochalen Literaturdoyens, wenn man seinen "Entwurf" liest, einen weniger "geworfenen Entwurf" (Heidegger, über den A.K. dissertiert hat), als ein Vermächtnis an die "Jungen". Dass allerdings "die Dunkelmänner", um die seine Gedanken kreisten als Warnung, "nie begeistert waren", stimmt leider nicht. Die waren besinnungslos vor lauter Begeisterung - und das ist der Punkt.

tintifax
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RIP

lieber Fredi! Und DANKE für dich und das, was du der Welt geschenkt hast!