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Wie ich arbeite Heilmasseurin: „Ich habe großen Respekt vor dem Virus“

Sigrid Wesiak ist Heilmasseurin, sie weiß wo sich der Schmerz des Homeoffice festsetzt und verrät, warum man für einen Jobwechsel nie zu alt ist.

© Juergen Fuchs
 

Als Heilmasseurin kommen Sie den Menschen sehr nahe. Wie schützen Sie sich und Ihre Kunden?
Sigrid Wesiak: Ich trage ein Gesichtsvisier und eine Maske, außerdem desinfiziere ich meine Hände regelmäßig. Das einzige Problem war die Brille, die schiebe ich nun einfach etwas runter, dann geht es besser.

Sie sind Sprecherin der Heilmasseure, wie ist die Stimmung bei den Kollegen?
Natürlich sind viele verunsichert, weil sie lange nicht arbeiten konnten, aber trotzdem Mieten zu zahlen sind. Sicher kann man diese mehrwöchige Pause auch nicht mehr aufholen, aber ich denke positiv und hoffe, dass es sich bald wieder einpendelt, weil die Heilmassage immer gefragt ist.

Zur Person

Sigrid Wesiak (60) aus Werndorf ist Sprecherin der Heilmasseure. Sie ließ sich mit 50 noch zur Heilmasseurin ausbilden. Seit zwei Jahren gibt sie auch Yoga-Kurse.
www.sigrid-wesiak.at
www.heilmasseure.com


Wie sieht es bei Ihren Klienten aus, haben Sie Angst vor einer Ansteckung?
Viele haben schon hart darauf gewartet, wieder zu mir zur Massage kommen zu können. Zu meinen Kunden zählen ältere Menschen, aber auch viele, die regelmäßig eine Lymphdrainage brauchen, weil sie ansonsten Schmerzen haben. Es sind aber auch einige dabei, die im Homeoffice arbeiten mussten und über Schmerzen klagen, weil sie anscheinend dort mehr und länger sitzen. Einige meiner Kunden haben aber auch ein heruntergefahrenes Immunsystem, sie haben Angst vor Ansteckung und kommen jetzt einmal nicht.
Wie sieht es bei Ihnen aus, haben Sie Angst, sich anzustecken?
Ich verstehe diese Angst sehr gut. Einige meiner Freunde sind schwer an Corona erkrankt und mussten sogar auf die Intensivstation. Ich habe auch sehr großen Respekt vor dem Virus.

Sie haben zuvor das Homeoffice erwähnt. Wo setzt sich der Schmerz der Heimarbeit im Körper fest?
Das sind vor allem Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich. Man redet aber auch, wenn man die Menschen massiert. Einige haben mir auch erzählt, dass sie nur eine kleine Wohnung haben und das Schlafzimmer zum Büro machen mussten und dass das sehr belastend sei, weil so die Trennung zwischen Arbeit und Freizeit nur schwer gelingt.
Wie lange arbeiten Sie schon als Heilmasseurin?
Seit acht Jahren. Ich habe bis zu meinem 50. Lebensjahr als Sekretärin bei einem Notar gearbeitet, als er in Pension ging, wurde das aber Team nicht weiterübernommen. Ich wollte immer schon als Masseurin arbeiten und da habe ich die Chance genutzt.

Mutig, mit 50 Jahren noch so einen großen Schritt zu wagen.
Meine Einstellung ist, dass man nie zu alt ist, um zu lernen und Neues zu wagen, deswegen habe ich damals auch die Umschulung gemacht. Vor zwei Jahren habe ich mich dann auch als Yoga-Lehrerin ausbilden lassen. Denn auch dafür ist man nie zu alt, zu dick oder zu dünn.

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