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Aichwaldsee

"Die geplanten Chalets sind vom Tisch"

Naturschutz gegen Verbauung - zwei große Gegner, wenn es um die Zukunft des Aichwaldsees geht. Bei der Diskussion wurde Klartext gesprochen.

Der Veranstaltungssaal ist voll © Santner
 

Die Wogen in der Causa Aichwaldsee sind noch lange nicht geglättet. Immer hitziger werden die Diskussionen um den neuen Pachtvertrag für das Badehaus. Die Errichtung von 40 Chalets stand im Raum. Ferienhäuser, die die Idylle des Naturjuwels sprengen könnten. Ein Vorhaben, das heftige Kritik auslöste (die Kleine Zeitung hat berichtet).

Transparenz und vollste Aufklärung sind die Forderungen der Bürgerinitiative "Rettet den Aichwaldsee". Sie veranstaltete Montagabend eine Diskussionsrunde, um Klarheit in die Debatte zu bringen. Mitdiskutiert haben Bürgermeister Walter Harnisch (SPÖ), der Investor Franz Petschnig sowie Vertreter der Bürgerinitiative.

Angeregte Diskussion 

Der Veranstaltungssaal im Naturel-Hoteldorf Schönleitn war randvoll. Auch im Eingangsbereich standen zahlreiche Finkensteiner, um sich anzuhören, was Vertreter der Politik, der Bürgerinitiative und der Investor selbst zu sagen haben. Eines war schon zu Beginn klar: Diese Diskussion wird hitzig.  Allen voran ging und geht es den Finkensteinern darum, endlich zu erfahren, was mit dem öffentlichem Besitz gemacht wird.

"Wir wollen wissen, was mit dem Aichwaldsee passiert. Und wir wollen darüber diskutieren, wie wir die Region touristisch aufwerten können. Es geht um die Frage, ob ein Bau von Chalets alleine dafür ausreicht", sagt Martin Schriebl-Rümmele von der Bürgerinitiative. 
Michaela Widnig-Tiefenbacher, Chefin vom Hotel Schönleitn und Tourismusobfrau in Finkenstein wünscht sich einerseits "die Belegung der Betten und die Investition für den Tourismus, aber nicht um jeden Preis." Auch sie forderte vom Investor klare Antworten.

Bürgermeister Walter Harnisch (SPÖ) relativierte die Vorwürfe hinsichtlich Transparenz: "Es hat bisher noch niemand in der Gemeinde angerufen und gefragt, was wir planen." Zudem sagte der Bürgermeister, dass "die geplante Chalets vom Tisch sind."

 

Was ist wirklich geplant?

Petschnig: "Wir werden eine Sauna errichten, Liegeflächen machen und den Gastraum sowie Terrassen inklusive Sonnenschutz fertigstellen. Eine Privatisierung im großen Sinn ist nicht geplant. 150-200 Quadratmeter sollen verbaut werden. Der Rest bleibt, wie er ist. Der Eintritt wird nicht höher sein als 4,50 Euro."
180.000 Euro sollen investiert werden. Ins Detail wollte Petschnig aber nicht gehen. "Wie sich das rentiert, geht die Öffentlichkeit nichts an." Das sah das Publikum anders:  "Aber wer zahlt es dann, wenn sich das Projekt nicht rentiert?"

Aus dem Publikum kam zudem die Frage, was passiere, wenn es keine baulichen Genehmigungen für die Sauna gebe?
"Wenn es keine Genehmigung gibt, bleibt der See wie er ist", sagt Petschnig. Der Vertrag sei für ihn dann hinfällig. Es gebe auch keine Investitionen. Der Vertrag könne nach einem Jahr zu einem Preis von 30.000 Euro aufgelöst werden. Nach der Zeit gehe das Badehaus wieder in den Besitz der Gemeinde über. 

Nach zwei Stunden Diskussion endete der Pächter mit den Worten: "Ich würde das umsetzen, was ich geplant habe. Sollte das wegen fehlender Genehmigungen nicht machbar sein, eben nicht. Reden wir nicht über ungelegte Eier."
Martin Schriebl-Rümmele von der Bürgerinitiative ergänzte: "Kalkulieren Sie nicht nur Ihre Rechnung, sondern kalkulieren Sie auch mit Menschen." 

EVA MARIA SCHARF

Kommentare (1)

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SafronSid
0
5
Lesenswert?

Eine sehr interessante Veranstaltung:

Der Gewinner: Herr Petschnig- der "böse" Investor.

Sonst? Eine schwache Bürgerinitiative (die nicht einmal nachgefragt hat), die Presse (die nicht recherchiert hat - sondern Meinungen transportiert), verwirrte Lokalpolitiker und Trittbrettfahrer - schämt Euch!

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