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Osttirol„Zruck hoam“: Botschaft an die Wochenpendler

Rund 2000 Osttiroler pendeln Woche für Woche aus dem Bezirk aus, darunter viele qualifizierte Arbeitskräfte. Bei der Jobmesse „Zruck hoam“ sollen diese Pendler erfahren: Ihre Qualifikationen werden „daheim“ gebraucht.

Digitale Jobs. „Zruck hoam“ soll aufzeigen, was Osttirols Unternehmen können und brauchen © KK/Micado
 

Neuland wird in Osttirol betreten – und zwar mit einer Jobmesse. Das klingt schon einmal spannend. Waren Jobs in der Region doch lange Mangelware. Jetzt heißt es anders: „Mitarbeiter sind unser größtes Kapital und Kapital ist Mangelware“. Richard Piock, der Geschäftsführer der Innos GmbH (Gesellschaft für Innovation und Entwicklung) skandiert diese Sentenz. Er weiß: „Viele Osttiroler Unternehmen haben Probleme mit Arbeitskräftebeschaffung“. Nicht etwa, weil es die Arbeitskräfte nicht gibt, sondern weil viele von ihnen abwandern oder auspendeln – rund 2000 Personen sind Wochenpendler. Sie sind es, die Piock mit der Jobmesse ansprechen will. Die entsprechend klare Botschaft enthält der Titel der Messe mit „Zruck hoam“.

Initiiert die Jobmesse; Richard Piock Foto © RUGGENTHALER

„Zruck hoam“ sollen qualifizierte Pendler kommen. „Sie erfahren bei der Jobmesse, dass ihre Qualifikation im Land gebraucht wird und sie daher das Pendeln einstellen können“, stellt der Innos-Geschäftsführer in Aussicht. Was im Bezirk dringend gebraucht wird? Informatiker, Programmierer, Elektroniker, Maschinenführer und vieles mehr.

Aufstieg der Region

Piock stellt fest, dass vielfach die Meinung herrscht, in Osttirol würden keine äquivalenten Arbeitsplätze angeboten oder dass der Verdienst wesentlich geringer sei. „In vielen Fällen muss ich aber feststellen, dass, wer so argumentiert, gar nicht weiß, in welchen technologischen Bereichen die einzelnen Betriebe in Osttirol tätig sind, was sie herstellen, welche Qualifikationen und Fähigkeiten gesucht werden, welches Personal gebraucht wird“, ist Piock überzeugt. Und er betont, dass Osttirol längst zu einer innovativen Region aufgestiegen ist, das Armenhaus-Image aber in vielen Köpfen noch eingeprägt sei.

Viele wissen gar nicht, in welchen technologischen Bereichen die einzelnen Betriebe in Osttirol tätig sind, was sie herstellen, welche Qualifikationen und Fähigkeiten gesucht werden, welches Personal gebraucht wird

Richard Piock, Geschäftsführer der Innos GmbH

„Jobmessen waren es, die in Deutschland nach der Wende etwa in den Bundesländern Thüringen und Sachsen erfolgreich waren, um Abwanderung nicht nur zu stoppen, sondern Zuzug zu generieren, und ich würde gerne dieses Beispiel in Osttirol nachvollziehen“.

Ein Dutzend wäre schon etwas

„Zruck hoam“ – die Jobmesse findet am 5. und 6. April in der RGO-Arena in Lienz statt. Nicht weniger als 50 Osttiroler Unternehmen wurden von Richard Piock angeschrieben, um sich in ihrer Individualität und mit ihren Produkten mit einem Stand zu präsentieren. Bei den Zielen bleibt Piock bescheiden: „Auch wenn wir nicht 100 Leute bewegen können, zurückzukehren – vielleicht sind es zehn, zwölf. Aber wir zeigen den jungen Menschen auf, wo sie - akademisch oder schulisch gebildet – ihre Zukunft in Osttirol planen können“.

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