MatreiHeiße Phase für Kraftwerk steht bevor

Für das Kraftwerks-Projekt der Tiwag am Tauernbach wird es ernst. Anfang Juni zieht sich mündliche Verhandlung zur UVP über drei Tage. Anhörung findet am 24. Mai in Matrei statt.

Das Krafthaus für das Tauernbach-Kraftwerk ist unterhalb der TAL-Pumpstation geplant © KK/Tiwag
 

Als kleinen Schritt zur Realisierung des Tauernbach-Kraftwerkes sieht die Tiwag die mündliche Verhandlung zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Diese läuft vom 4. bis 7. Juni in Innsbruck. Da dürfte es an Eingemachtes gehen.

Im Vorfeld setzt der Tiroler Energieversorger auf Information. Wie sieht es für Gewässerökologie, Landschaftsbild, Tiere und Pflanzen aus? Wie sind die Auswirkungen auf den Menschen, auf die Alm-, Land- und Forstwirtschaft? Eine öffentliche Erörterung zu all diesen Themen gibt es am 24. Mai im Pfarrsaal in Matrei zwischen 10.30 und 15 Uhr. Und Tiwag-Vorstandsdirektor Johann Herdina kam am Donnerstag eigens mit Projektleiter Wolfgang Stroppa nach Matrei, um das Vorhaben noch einmal vorzustellen.

Wolfgang Stroppa (links) und Johann Herdina rechnen nicht mit einem Baubeschluss vor 2020/21 Foto © RUGGENTHALER

Am Kraftwerk gefeilt wird seit 2006. Bereits im Jänner 2013 wurde das Projekt zur Umweltverträglichkeitsprüfung eingereicht. Läuft alles nach Plan, rechnet Herdina 2020/21 mit einem Baubeschluss. Doch in der Chefetage der Tiwag macht man sich nichts vor. „Es wird weiter Widerstand geben“, sagte Herdina. Zehn Einsprüche liegen bereits vor. „Es wird sicher ein zweitinstanzlicher Weg notwendig sein, da wir von weiteren Beschwerden ausgehen“, ergänzte der Vorstandsdirektor.
Stroppa rief noch einmal in Erinnerung, dass die Tiwag beim Vorhaben sowohl auf die Proseggklamm als auch auf Frosnitzbach und andere Seitenbäche verzichte. „85 Gigawattstunden Strom werden pro Jahr durchschnittlich erzeugt. Das ist der Bedarf von 20.000 Haushalten. Die Turbinen im Krafthaus sind unterschiedlich groß um den Wasseranfall saisonal abzuarbeiten“, erläuterte der Projektleiter. Herdina setzte nach: „Es wird ein regionales Kraftwerk für den regionalen Verbrauch“.

Die technischen Details: Die Wasserfassung entsteht im Bereich Schildalmen. Das Krafthaus wird in Gruben unterhalb der Pumpstation der Transalpine Ölleitung (TAL) errichtet. Die Wasserableitung erfolgt über einen zwei Kilometer langen Druckstollen und eine sechs Kilometer lange, erdverlegte Druckrohrleitung mit 1,8 Metern Durchmesser.
Das heikle Thema „Natura 2000“, das auch eine Ausweisung des Tauernbaches vorsieht, blieb nicht unerwähnt. Hier glaubt Herdina, dass das Projekt trotzdem genehmigungsfähig sei.

Die Gesamtinvestition für das Tauernbach-Kraftwerk beträgt 91 Millionen Euro und die Tiwag sieht darin ein gutes Investment.

Kommentieren