KlagenfurtNazi-Knochen in der Heimat-Erde

600 Schüler lauschten in der HTL und im BRG Mössingerstraße, als Autor Josef Winkler über den Nazi-Verbrecher Globocnik sprach.

Josef Winkler
Josef Winkler © Markus Traussnig
 

Bereits zum dritten Mal wurde in der Aula der HTL und des BRG Mössingerstraße „Nachgelesen“.
Mit Büchner-Preisträger Josef Winkler hatte man einen von Kärntens wohl bedeutendsten Autoren zu Gast. Vor hunderten jungen Menschen las er Szenen aus seinem neuen Werk: „Lass dich heimgeigen, Vater oder Den Tod ins Herz mir schreibe“.
Insbesondere standen Textstellen mit Odilo Globocnik-Bezug im Fokus. Globo(c)nik war einer der führenden Kärntner Nationalsozialisten und verantwortlich für die systematische Ermordung von zwei Millionen Menschen. Er nahm sich 1945 nach seiner Überführung in Paternion das Leben. Seine Leiche wurde daraufhin von den Briten auf der „Sautrattn“, in Winklers Heimatort Kamering verscharrt. Das Publikum in der voll besetzten Aula lauschte Winklers Beschreibungen der „Globocnik-Knochen“, die im Feld nicht unweit von seinem Elternhaus entfernt lagen und den damit verbundenen Auswirkungen auf seine Kindheit.

„2018 ist ein Gedenkjahr, deshalb dachten wir uns Winklers neues Werk verbunden mit einer historischen Einführung wäre eine gute Gelegenheit den Schülern die Geschehnisse von damals wieder in Erinnerung zu rufen“, sagt Eduard Blatnik, Bibliotheksleiter und Mitorganisator der Veranstaltung. Neben Winkler las ORF-Journalist Horst L. Ebner Zitate und Gesprächsaufzeichnungen von Globocnik selbst und seinen Weggefährten vor und führte in die geschichtlichen Zusammenhänge ein. „Winkler versteht es in bemerkenswerter Form aktuelle und historische Themen aufzugreifen und sie literarisch zu verarbeiten“, sagt Blatnik.

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