Das Wort Teuerung hat in diesem Jahr sehr gute Chancen auf das "Unwort des Jahres". Schlägt sie doch mittlerweile in so ziemlich allen Lebensbereichen durch und wird für die Menschen immer spürbarer. Ob an der Kassa des Supermarktes, an der Tankstelle oder im Energiebereich, überall steigen die Preise und es ist derzeit kein Ende in Sicht.
Wie aber geht es jenen, die ohnehin schon mit sehr wenig Geld das Auslangen finden müssen.

Zuversicht trotz finanzieller Sorgen

Frau E. ist Lehrling und befindet sich gerade im dritten Lehrjahr. Sie hatte anfangs etwas Schwierigkeiten einen Lehrplatz zu finden und konnte erst als fast Volljährige in die Lehre einsteigen. Sie ist aber glücklich darüber, ihren Wunschberuf erlernen zu können. Die junge Kärntnerin lebt in einer Genossenschaftswohnung. Ihr monatliches Einkommen setzt sich aus der Lehrlingsentschädigung, Wohnbeihilfe und einer kleinen finanziellen Zuwendung der Eltern zusammen. In Zahlen ausgedrückt, heißt das, dass sie von knapp 1022 Euro (ohne Familienbeihilfe) ihren Lebensunterhalt bestreitet. Sie hat ihre Ausgaben stark minimiert, ist beispielsweise bei Fahrten in die Berufsschule auf ihre Eltern angewiesen. Diese haben ebenfalls keine hohen Einkommen, unterstützen ihre Tochter aber, wo sie eben können.
Die derzeitige Preissteigerung macht sich auch für Fr. E. sehr stark bemerkbar, wenn sie zum Beispiel Einkäufe tätigt, aber auch, wenn sie an die Preissteigerung beim Strom denkt. Sie hat deshalb schon vorsorglich ihre monatliche Vorschreibung erhöhen lassen - im Wissen, dass das Geld anderswo wieder fehlen könnte.
Mittlerweile macht sie sich auch schon Gedanken um ihre praktische Lehrabschlussprüfung, für die sie einige "Arbeitsgeräte" ankaufen muss und die ebenfalls um einiges teurer geworden sind. "Ich werde auch dafür den Gürtel noch einmal enger schnallen müssen, aber irgendwie werde ich das schon schaffen."
An "Kärntner in Not" hat sie sich gewandt, weil sie aufgrund der hohen monatlichen Kosten, keine Rücklagen für die Kaution ihrer Wohnung aufbauen konnte. Ihr konnte mit einem Betrag geholfen werden.

"Preissteigerungen einfach ein Wahnsinn"

Bei Frau K. sind die Auswirkungen der Preissteigerung ähnlich. Sie ist über 60 Jahre alt und bezieht eine Invaliditätspension. Viele Jahre hat sie auch in einem Nachbarland Österreichs gearbeitet. Nachdem ihre Jobs nicht so gut bezahlt waren, fällt auch die Pension dementsprechend niedrig aus. Beihilfen erhält sie derzeit ebenfalls keine, da sie vom Mann getrennt lebt, aber noch nicht geschieden ist. Ein etwaiger Unterhalt vom Ehemann fällt ebenfalls weg, da dieser nicht pfändbar ist.
Sie kämpft auch schon seit Längerem mit gesundheitlichen Problemen.
Die derzeitige Preissituation bereitetet ihr aber größte Sorgen. "Beim Einkaufen habe ich auch bisher immer auf den Preis schauen müssen, was sich aber jetzt an Steigerung abspielt, ist einfach Wahnsinn."
Neben diesen Sorgen flatterte ihr ein Schreiben ihres Stromanbieters mit der Ankündigung einer Erhöhung ins Haus. Sie nahm sofort Kontakt auf und musste ihre monatliche Vorschreibung deutlich hinaufsetzen lassen. Ob die Mehrkosten aber ausreichen werden, kann derzeit nicht gesagt werden, möglicherweise steht am Ende eine größere Nachzahlung. Wie praktisch, dass im Schreiben auch gleich die Kosten für Mahngebühren und Gebühren für bisher kostenlose Dienstleistungen angeführt sind. 
Frau K. konnte mit einer Soforthilfe von "Kärntner in Not" geholfen werden, die sie auch wieder etwas zuversichtlicher in die Zukunft schauen lässt. "Ich hoffe wirklich, dass das ganze bald ein Ende hat und die täglichen Sorgen weniger werden."