AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Kärntnerin des Tages

Sarah Lagger: Ein Talent ohne Schwäche

Die Oberkärntnerin Sarah Lagger (15) stellte eine neue Bestleistung im U18-Siebenkampf auf und sorgte damit für weltweites Aufsehen.

Neugierig und ehrgeizig. Das sind die Erfolgszutaten für Sarah Laggers kometenhaften Aufstieg
Neugierig und ehrgeizig. Das sind die Erfolgszutaten für Sarah Laggers kometenhaften Aufstieg © 
 

Sie hat es schwarz auf weiß. Dennoch kommt es Sarah Lagger selbst Tage nach ihrem Weltrekord noch vor, als wäre sie die Hauptprotagonistin eines Traumes. Eines zugegebenermaßen schönen. „Es ist alles noch so unrealistisch, ein absolutes Gefühlschaos“, beschreibt die 15-Jährige ihre derzeitige Gemütsverfassung.

Letztes Wochenende knackte Lagger bei den steirischen Meisterschaften in Leibnitz als weltweit erste Athletin die 6000-Punkte-Marke im Siebenkampf der U18. Die Weltbestmarke lag bisher bei 5991 Punkten und bestand seit 2005. Diese Leistung wertete man in der Leichtathletik-Szene als echte Sensation.

Dabei war Lagger, die im beschaulichen Brodbrenten oberhalb von Rothenthurn aufgewachsen ist, ein völlig „normales“ Kind. „Außer dass ich hyperaktiv war. Der Versuch, mir Blockflöte beizubringen, scheiterte daran, dass ich nicht ruhig sitzen konnte“, lacht die Schülerin. Die Freude ihrer Eltern Monika und Ernst sei jedenfalls groß gewesen, als Georg Werthner, früher selbst erfolgreicher Mehrkämpfer und Olympia-Starter, ihr Talent 2008 im Rahmen von Sprinttests erkannte und sie von da an trainierte. „Endlich eine Sportart, die passt, meinten sie.“

Die rapide Entwicklung von der unbedarften Anfängerin („Ich konnte zu Beginn nicht einmal richtig werfen“) zur Weltrekordhalterin stellt sie aber selbst vor ein Rätsel. „Weiß auch nicht, wie das gegangen ist. Ich bin halt neugierig und ehrgeizig. Und trainieren lässt sich sowieso alles, wenn’s einem Spaß macht.“ Ihr Trainer liefert dafür schon fundiertere Argumente: „Sie ist ein riesengroßes Talent, die etwas hat, das ganz selten vorkommt: keinerlei Schwäche.“
Lagger selbst, die derzeit das Sport-Borg in Spittal besucht und auch dort als Vorzugsschülerin glänzt, nimmt dieses Kompliment fast ein wenig verlegen zur Kenntnis. „Ich weiß auch nicht. Ich tu’ mir halt bei vielem sehr leicht.“ Aus sportlicher Sicht wäre ihr das auch für die U18-WM in Cali/Kolumbien im Juli zu wünschen. Denn da zählt die Oberkärntnerin nun zu den großen Favoritinnen auf Gold.

BIRGIT KAINER

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.