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Kärnten

Schwierige "Haus-Taufe": So bekommt man einen Vulgonamen

Hunderte Kärntner trugen ihren Vulgonamen in die Kleine Zeitung-Onlinekarte ein. Zum Abschluss der Serie erklären wir, wie man ein „Vulgo“ erhält – oder wieder los wird.

Hunderte Kärntner trugen ihre Vulgonamen in die Online-Karte ein
Hunderte Kärntner trugen ihre Vulgonamen in die Online-Karte ein © Screenshot
 

Alt aber alles andere als aus der Mode sind in Kärnten die Vulgonamen. Das beweist eine Serie der vergangenen Wochen in der Kleinen Zeitung. Hunderte Menschen trugen den Vulgonamen ihres Hauses in die Online-Karte ein. Zahlreiche weitere Zuschriften von Menschen, die froh sind, dass diese Tradition in Erinnerung gerufen wird, erreichten uns in der Redaktion.

Tormann oder Eismann?

Zwei kuriose Vulgonamen aus Pustritz: Der Tormann wachte am Tor, der Eismann lebte im Graben, wo das Eis lange anhielt (aus Dissertation Hofnamen in Griffen, Haimburg und Ruden, Dietlinde Hoja, 1969).

„Seit Jahren konnte ich beobachten, wie die Vulgarnamen abgelegt wurden. Wie dankbar bin ich, als ich lesen konnte, sie leben wieder auf“, schrieb Maria Bürger (94), geborene Tschemernjak, aus Villach, bei deren Elternhaus in Zauchen es vulgo Gaberle heißt. Weitere Leser schickten uns Listen mit Hausnamen, wie Thomas Berger aus Einöde, Hans Gfrerer aus Mallnitz oder Udo Olsacher aus Feldkirchen. Vielen Dank dafür!

Eintrag ins Grundbuch

Wie aber bekommt man überhaupt einen Vulgonamen? Einfach ist das nicht. Dieser ist nämlich im Grundbuch, das vom Bezirksgericht verwaltet wird, eingetragen. 1573 wurden Hausnamen erstmals von den Landesfürstlichen Kommissären verschriftlicht, heißt es in der Magdalensberg-Chronik von Landesarchiv-Direktor Wilhelm Wadl von 1995. Heute kommt es selten vor, dass neue Vulgonamen hinzukommen. „Ein Änderungsantrag müsste über die Gemeinde gestellt werden“, sagt Eva Jost-Draxl, Sprecherin des Landesgerichts Klagenfurt. Und dafür müsste man Urkunden vorlegen.

Hübler oder Keuschler?

Ein Hube oder Keusche bei Vulgonamen bezog sich auf die Besitzgröße: Hube über, Keusche unter 48 Ackerweit – 7 Ackerweit sind ein Hektar (aus Dissertation zu Hofnamen des Lurnfeldes, A. Rainer, 1958)

Was sehr wohl vorkam, waren Löschungen „unliebsamer“ Vulgonamen, weiß Namensforscher Joachim Eichert: „Ein vulgo Wasenmeister in Klagenfurt wollte diesen Namen nicht haben.“ Der Wasenmeister war nämlich jene Person, die an Krankheit gestorbene Tiere „unter den Wasen“ vergrub – kein schöner Beruf, aber ein wichtiger. „Denn er verhinderte die Verbreitung von Seuchen“, sagt Eichert.

Woher stammt mein Name?

Da die Serie heute beendet wird, bitten wir Sie, uns keine Vulgonamen mehr zu schicken. Wir bedanken uns herzlich für Ihr Interesse. Informationen über Hausnamen gibt es etwa im Landesarchiv oder in Chroniken. Auch persönliche Urkunden aus der Vergangenheit des Hauses oder der Familie können Aufschluss über die Herkunft der Namen geben.

Meist nütze eine Löschung aber wenig, weiß der Namensforscher. Denn wenn es um den Namen geht, ist das Sprichwort „Das Haus verliert nix“ besonders treffend. Eichert: „Bei einer Familie im Lavanttal änderte sich durch Heirat der Hofname. Heute steht im Grundbuch wieder der alte. Denn der Hausname war schon immer stärker als der Name einzelner Personen.“

KARIN HAUTZENBERGER

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