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Keine Quarantäne geplantZahlreiche Coronafälle steckten sich bei Begräbnis in Völkermarkt an

105 Kärntner sind mittlerweile mit dem Coronavirus infiziert. Im Bezirk Völkermarkt sind die Zahlen besonders hoch. Ein 65-jähriger Mann verstarb am Samstag im Klinikum Klagenfurt.

Peter Kaiser, Beate Prettner
Peter Kaiser, Beate Prettner © Helge Bauer
 

Ein 65 Jahre alter Mann, der mit dem Coronavirus infiziert war, ist am Samstag im Klinikum Klagenfurt verstorben. Das bestätigte Landeshauptmann Peter Kaiser am Sonntagvormittag. "Der Mann hatte eine schwere Vorerkrankung an der Lunge und befand sich seit einigen Tagen im Klinikum Klagenfurt." Kaiser und Gesundheitsreferentin Beate Prettner berichteten in einer Pressekonferenz über die aktuelle Lage in Kärnten. Mittlerweile gibt es in Kärnten insgesamt schon 105 Coronafälle (Stand: Sonntag, 12.30 Uhr). Fünf Betroffene werden auf der Intensivstation betreut. Über die laufenden Entwicklungen lesen Sie hier.

Vor zwei Wochen wurde in Kärnten der erste Fall einer mit dem Coronavirus infizierten Person bekannt. Es handelte sich um eine 28-jährige Frau aus dem Bezirk Völkermarkt. Im Bezirk Völkermarkt gibt es mit 24 Infizierten auch die meisten Betroffenen. Nun wird der Ruf nach drastischen Maßnahmen laut. So bringt etwa der Bürgermeister von Bad Eisenkappel, Franz Josef Smrtnik, ins Spiel, seine Gemeinde bis 13. April unter Quarantäne stellen zu lassen. Entscheiden muss das der zuständige Bezirkshauptmann von Völkermarkt.

Ansteckung bei Begräbnis und Leichenschmaus

Für Landeshauptmann Kaiser ist eine Quarantäne für Bad Eisenkappel kein Thema. "Es gibt klare Richtlinien für Quarantänen. Es gibt keinen Ort ohne einzigen Ansteckungsfall, der unter Quarantäne gestellt wurde." Auch eine Quarantäne für den gesamten Bezirk Völkermarkt sei derzeit nicht geplant. "Ausgangspunkt für die große Verbreitung war ein Begräbnis mit anschließendem Leichenschmaus und 86 Personen. Das war vor 16 Tagen. Damals war das noch erlaubt", sagt Kaiser. "Das zeigt, dass dieses  Veranstaltungsverbot notwendig war", betont Krisenkoordinator Günther Wurzer. Man beobachte die Lage im Bezirk und sei ständig mit der Bezirkshautpmannschaft in Kontakt. Prinzipiell sei es, so Kaiser, mit Verweis auf Beispiele in Tirol, möglich, einen Bezirk unter Quarantäne zu stellen.

"So verhalten als wäre man selbst infiziert"

Kaiser appelliert an die Bevölkerung, sich an die strengen Maßnahmen der Bundesregierung zu halten. Der Landeshauptmann warnt vor illegalen “Coronaparties” in Kärnten. “Wir werden gemeinsam mit der Exekutive alles tun, damit dieses Verhalten, das anderen Schaden zufügt, eingestellt wird", betont er. "Verhalten Sie sich derzeit so, als hätten Sie Corona. Bleiben Sie zuhause und treffen Sie sich nicht mit anderen Menschen", appelliert Gesundheitsreferentin Beate Prettner. Sie erklärt zudem, dass Proben künftig auch vom ILV Kärnten  (veterinärmedizinisches Untersuchungslabor) analysiert werden dürfen. Pro Tag könnten in Kärnten damit 200 Tests durchgeführt werden.

Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

Wenn Sie bei sich Erkältungssymptome bemerken, dann gilt zunächst: zu Hause bleiben und Kontakte zu Mitmenschen meiden! Tritt zusätzlich Fieber auf oder verschlechtert sich der Zustand, dann sollte das Gesundheitstelefon 1450 angerufen werden. Bei allgemeinen Fragen wählen Sie bitte die Infoline Coronavirus der AGES: 0800 555 621 .
Die Nummer 1450 ist nur für Menschen mit Beschwerden! Es gilt: Zuerst immer telefonisch anfragen, niemals selbstständig mit einem Corona-Verdacht in Arztpraxis oder Krankenhaus gehen!

Coronavirus-Infopoint

 

 

Kommentare (7)

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Drauhofner
1
6
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NEO Bürgermeister

Der eigentlich sehr fähige Völkermarkter Vbgm. und Gesundheitsreferent Markus Lakounigg appelliert via Medien an die Mitbürger, sich an die Vorgaben zu halten, damit Völkermarkt nicht Ischgl werden möge !

Dazu ist zweierlei zu sagen bzw. zu hinterfragen :

1.) Warum wurde noch am Freitag vor einer Woche der Markt abgehalten ? So als Zeichen einer gewissen Normalität ?
Solche Veranstaltungen können seitens der Stadt auch kurzfristig untersagt werden

2.) Bei bestimmten Menschen (wird schon nicht so schlimm werden, mia san jo hoat im Nehmen) nützen keine Apelle, sondern nur die Ankündigung und Durchführung rigoroser Massnahmen.

China und das Leid war zwar weit weg, aber Oberitalien ist sehr nah und der exponentielle Verlauf der Ansteckungen war dort wirklich auch schon Mitte März bekannt !

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luze
7
15
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Warten oder warten?

Außerordentliche Situationen im Kärntnerland erfordern außergewöhnliche Maßnahmen der politisch Verantwortlichen. Vorbeugen ist besser als Tote zu betrauern. Außerordentliche Ereignisse erfordern außergewöhnliche Maßnahmen! Die einzige Maßnahme in unseren Gemeinden, die ganz sicher nicht greift, ist die, nichts zu tun oder nur Schönsprechen. Der Herr Landeshauptmann ist gegen Quarantäne einzelner Gemeinden. Er trägt ja auch nur die "politische Verantwortung". Hätten die politisch Verantwortlichen in Tirol eher gehandelt, hätten sich Sofortmaßnahmen (Quarantäne), bezahlt gemacht. Ich denke, der Eisenkappler Bürgermeister ist mit der Quarantäne-Forderung für seine Gemeinde hier einigen Landespolitikern meilenweit vorausdenkend überlegen.

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Wildberry
3
17
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Völkermarkt

Ich möchte nicht wissen wie viele in Völkermarkt eigentlich infiziert sind und das weitertragen, wenn die Inkubationszeit ja schon zu Ende ist und 86 Personen bei dieser Beerdigung waren.

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Sepp12
16
20
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Datenschutz

Wäre sinnvoll, Datenschutz hin oder her, die Namen von infizierten zu wissen, jeder wüsste sofort ob er Kontakt hatte.

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Giuseppe08
2
24
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Schmarrn

Mit dieser Forderung geht es um
Sensationslust und es würde eine Hexenjagd starten. Die Behörden machen jetzt konsequent Contact tracing und das reicht. Ansteckungsgefahr geht auch von allen anderen aus, da viele Leute den Virus haben jedoch ohne nennenswerte Symptome sind.
Somit sind Namen egal, wichtig ist, dass man selbst gesund ist und sich an die Ausgangsbeschränkungen hält. Bleiben sie gesund

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karin300469
9
14
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Zu viele Betriebe arbeiten noch !

Warum arbeiten noch immer viele mittelständige Produktionsbetriebe in Kärnten ? In den meisten Fällen dürfte sowieso nur auf Lager Produziert werden ? Hier besteht meiner Meinung nach großes Gefahrenpotential !!!

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luze
6
16
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Fleißige Arbeiter oder Virusresistent!?

Bei uns in Globasnitz standen gestern 5 Bauhandwerker vor einem Umbauhaus und tranken ihr Bier. Wahrscheinlich ein Corona Bier. Sie plauderten auch mit Leuten, die vorbei gingen. Man könnte schmunzeln, wenn diese 5 Personen nicht eventuelle Corona-Virus-Verbreiter sein könnten. Gott sei Dank ist Globasnitz bis dato noch vom Corona- Virus verschont geblieben.

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