Krsko Energiegenehmigung für neues AKW in Slowenien

Ein weiterer Atommeiler soll in Krsko entstehen. Der erste Schritt dafür wurde genommen, es sei aber noch keine endgültige Entscheidung, betonte der Infrastrukturminister.

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Das AKW Krsko © Helmut Lunghammer
 

Slowenien hat den ersten Meilenstein für ein neues Atomkraftwerk gesetzt. Das Infrastrukturministerium hat am Montag eine Energiegenehmigung für den zweite Reaktorblock in Krsko erteilt. "Das ist noch keine endgültige Entscheidung für die Investition", betonte der slowenische Infrastrukturminister Jernej Vrtovec. Die Energiegenehmigung sei nur der erste Schritt, der den Weg für den Start von allen erforderlichen Verfahren und Dokumentationsvorbereitung öffne.

Mit der erteilten Energiegenehmigung wird laut dem Minister auch eine breite öffentliche Diskussion in Gang gesetzt, nicht nur auf Expertenebene, sondern auch unter den Bürgern. Man wolle einen "möglichst breiten gesellschaftlichen Konsens" über die weitere Nutzung der Atomenergie erreichen, so der Minister bei einer Pressekonferenz in Ljubljana.

Auf der Grundlage des Energiegenehmigung wird der Investor, das Staatsunternehmen Gen Energija, die nötigen Genehmigungsverfahren einleiten können. In diesem Rahmen werden unter anderem die raumplanlichen, umweltbezogenen, technischen und ökonomischen Kriterien geprüft. Erst nachdem ein gesellschaftlicher Konsens erreicht wird, werden laut dem Minister die Verfahren wie die Standortfestlegung, Einholung der Baugenehmigung, Investitionsentscheidung, Auswahl des Technologielieferanten und der eigentliche Bau beginnen.

Geplant ist eine Anlage mit modernem Druckwasserreaktor mit einer Leistung von 1.100 MW, die jährlich fast 9.000 Gigawattstunden Strom erzeugen soll. Die Lebensdauer soll 60 Jahre betragen. "Es handelt sich um die modernste Technologie, für ein Kernkraftwerk der dritten Generation, das eine bestmögliche Sicherheit garantiert", sagte der Minister und betonte, dass man die bestmögliche Technologie anstrebe, die es derzeit auf dem Markt gebe. Das Ziel sei, "die besten, aber auch bewährten Technologien" einzusetzen, betonte auch der Direktor von Gen Energija, Martin Novsak.

Der konkrete Standort in der Gemeinde Krsko, wo bereits das bestehende AKW steht, die Höhe der Investition, der konkrete Zeitplan oder die bevorzugte Technologie stehen aber noch nicht fest. Der Investor rechnet nach dem optimistischen Szenario damit, die Verfahren innerhalb von fünf Jahren zu beenden, der Bau selbst sollte weitere fünf Jahre dauern, sagte Novsak.

Kritik aus Österreich

Hinsichtlich des Widerstandes aus Österreich, wo man sich bereits gegen die Langzeitverlängerung der bestehenden Anlage widersetzt, betonte der Infrastrukturminister, dass man die Positionen des Nachbarlandes kenne und respektiere. "Jedes Land bestimmt allerdings seinen eigenen Energiemix", meinte Vrtovec. Atomkraft sichere Slowenien eine saubere und sichere Energiezukunft bei gleichzeitiger Energieunabhängigkeit. "Ich kann mir die zukünftige Energieunabhängigkeit Sloweniens ohne Atomenergie nicht vorstellen", sagte der Minister mit Blick auf die begrenzten Potenziale von erneuerbaren Energiequellen. Sloweniens Wasserpotenzial sei nicht so groß wie in Österreich, auch das Potenzial für die Windenergienutzung könne nicht mit Deutschland verglichen werden, fügte er als Beispiel hinzu.

Vrtovec schloss eine Volksabstimmung über das zweite AKW nicht aus. Wenn die Öffentlichkeit ein Referendum fordere, sehe er kein Problem, dass sich "die Bürger dazu äußern", sagte der Minister. Angesichts guter Erfahrungen mit dem ersten Reaktorblock zeigte er sich optimistisch, dass die Bewohner Sloweniens eine solche Entscheidung gut heißen würden.

 Slowenien hat vergangene Woche eine neue Klimastrategie bis 2050 verabschiedet, mit dem sich das Land langfristig auf die Kernkraft festgelegt hat, um die Klimaneutralität zu erreichen.

Kommentare (7)
Popelpeter
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E Autos

brauchen eben Strom!

dieRealität2020
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Mehr ist dazu nicht zu sagen.

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Österreich ist von Atomkraftwerken umgeben. In 30 Ländern weltweit sind aktuell rund 440 Atomkraftwerke in Betrieb und tragen zirka 11 Prozent zur weltweiten Stromerzeugung bei. Davon liegen 185 Atomkraftwerke in Europa. Atommüll-Endlagerung noch immer ungelöst. Dieses Problem wird auch nie gelöst werden. Interessant, in das Weltall bzw. in die Sonne zu jagen möchte man nicht.
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Kernkraftwerke sind nur eine behinderte Zwischenlösung. Und jetzt sollte ich die Ankündigungen Willenserklärungen und Ansagen zur Erreichung der Klimaziele ernst nehmen. Lächerlich.

schadstoffarm
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Zausel

Kernkraftwerke tragen zur co2 Neutralität bei, wers Risiko mag.

Laser19
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Es ist beruhigend

wenn sich unsere Nachbarn um die Grundversorgungslücke kümmern. Mit etwas Glück helfen sie uns aus unserer "nicht vorhersehbaren" Misere.

sakh2000
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Ein Land wie Slowenien tut sich halt schwer

Strom zu erzeugen. Die Wasserkraft hat dort keinen große Einfluß auf das Geschehen. Den Hauptanteil teilen sich kalorische Kraftwerke und die Atomkraft. Ein 2. Kraftwerk würde einen Großteil der kalorischen Kraftwerke ersetzen. Auf den Bau zu verzichten und ständig als Nettoimporteur zu agieren, ist nicht gerade vorteilhaft

argus13
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Vrtovec

hält wohl alle Ö für dumm- Genehmigung erteilt, aber dh noch lange nicht dass auch gebaut wird? Langfrist Strategie baut auf AKW. Seine eingeschränkte Sichtweise gilt nicht für uns!

selbstdenker70
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..

Jaja... Der Strom kommt aus der Steckdose. Und umso mehr alles auf Ellektro umgestellt wird, umso mehr freut sich die Atom Lobby. Es gibt in der EU genug Länder und Politiker die für den einen oder anderen " Gefallen" ein Kraftwerk bauen lassen. Und dann gibt's noch Länder wie Frankreich, der Riese in der EU, für dem Atomkraftwerke etwas ganz normales und alltägliches sind. Und wenn dort der Bedarf steigt, bauen die ohne wenn und aber noch mehr davon. Die lachen uns Weltretter, mit unseren chinesischen Solaranlagen am Privathaus, stundenlang aus.....