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Wege aus der VakzinknappheitZweite Impfdosis verschieben?

Deutsche Experten halten eine Verschiebung des Zeitpunktes der Auffrischungsimpfung für durchaus sinnvoll, so könne man in der Theorie die Impfkapazitäten verdoppeln.

IMPFUNG: ERSTE COVID-IMPFUNGEN IN OeSTERREICH
Wege aus der Vakzineknappheit: Zweite Impfdosis verschieben? © APA/HANS PUNZ/APA-POOL
 

Um möglichst schnell möglichst viele Menschen gegen das Coronavirus zu impfen, könnte es Experten zufolge sinnvoll sein, den Zeitpunkt der Auffrischungsimpfung nach hinten zu verschieben: "Da der Abstand zwischen beiden Impfungen mit großer Wahrscheinlichkeit in weiten Grenzen variabel sein kann und der Schutz auch nach einer Impfung schon sehr gut ist, ist es durchaus überlegenswert, bei Impfstoffmangel zunächst bevorzugt die erste Impfung zu verabreichen." Das sagte Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut. Allerdings stelle dies eine zusätzliche Herausforderung bei der Planung der zweiten Impfung dar, die letztlich erfolgen müsse.

Ähnlich äußerte sich der Bonner Virologe Hendrik Streeck. Die Daten hätten gezeigt, dass bereits nach der ersten Impfung mehr als die Hälfte der Geimpften vor der schweren Erkrankung geschützt sei. Wenn man die zweite Impfung später gebe, könne man durch die ersten Chargen der Impfdosen eigentlich die Impfkapazitäten verdoppeln. Darüber müsse es aber erstmal eine Diskussion geben.

Einfach ist die Entscheidung nicht, aber es wäre eine Möglichkeit, schnell mehr Menschen zu impfen.

Hendrik Streeck

Großbritannien hatte am Mittwoch dem Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astrazeneca und der Universität Oxford als zweitem Impfstoff nach dem Biontech/Pfizer-Präparat eine Notfallzulassung erteilt. Gleichzeitig empfahl der Ausschuss, für beide Impfstoffe vorerst möglichst vielen Menschen nur die erste Impfdosis zu verabreichen. Die zweite Dosis solle innerhalb von zwölf statt der ursprünglich vorgesehenen etwa zwei bis vier Wochen gespritzt werden. Viele britische Experten begrüßten die Entscheidung als vernünftigen Ansatz, der Impfstoffknappheit zu begegnen. Sie wiesen aber auch darauf hin, dass die Wirksamkeit nach der ersten Dosis geringer ist und beobachtet werden müsse, ob sich die Strategie wirklich bewähre.

Peter Kremsner, Direktor des Instituts für Tropenmedizin an der Eberhard Karls Universität Tübingen, hält den britischen Ansatz grundsätzlich für sehr sinnvoll. "Wenn der Effekt der ersten Impfung mit der Zeit nicht schnell abnimmt, dann könnte die zweite Impfung auch noch später stattfinden, zum Beispiel erst nach sechs Monaten. Das wissen wir noch nicht. Bei anderen Impfstoffen wird das auch so gemacht."


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Kommentare (10)
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wedef1
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6 Dosen

Für die, die bei den sechs Dosen rot gedrückt haben eine Erklärung. Es sind pro Fläschchen 2,25 ml enthalten. Eine Impfdosis ist 0,3 ml. 0,3 ml x 6 = 1,8 ml. Das heißt man kann sechs Dosen entnehmen. Die Swissmedic hat das auch so registriert. Die EMA hat in der Registrierung 5 Dosen stehen. Für die Schweizer Variante benötigt man allerdings spezielle Spritzen(mit geringem Totvolumen). Diese zu beschaffen sollte auch EUweit möglich sein.

umo10
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Ist das jetzt politisch taktiert

Was sagt die Wissenschaft dazu?

griesbocha
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Man könnte die erste dosis halbieren und

dann die 2 Hälfte nach 4 Wochen geben.
Dann gäbe es 2 Dosen und Alles ist gut.

servus2013
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Wie viel Wissen ist in der Wissenschaft?

Ein seltsamer Zug der jetzigen Zeit ist, das im Namen der Wissenschaft alles geht (z.B. 5 fache Dosis macht nix, 2. Impfung kann man sparen), jeder Skeptiker aber sofort in die Ecke der Verschwörungstheoretiker gedrängt wird. So wird man keine Aufklärung zustande bringen. Und man wundert sich, dass eine Partei das ausnutzt. Mehr wirkliche Auseinandersetzung mit den Problemen statt billigster PR wären angesagt.

wedef1
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Sechs Dosen

Als erstes sollte die EU dem Schweizer Vorbild folgen und aus einem Fläschchen Comirnaty nicht nur fünf Dosen entnehmen sondern sechs. Da könnte man mit derselben Anzahl von Vials statt 1 Million Menschen 1,2 Millionen behandeln. Wenn man das auf die EU hochrechnet, wäre das auf einem Sitz ein enormer Gewinn an Impfungen.

scionescio
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Es wird immer skurriler: zuerst seltsame und verkürzte Studien ...

... und jetzt ratet man herum, ob man die einzige Vorgangsweise, die zumindest ein bisschen getestet wurde, nicht doch gleich wieder ändert, um die Bevölkerung ein bisschen zu beruhigen - unabhängig davon, ob es wirklich auch zweckmäßig bzw. sicher ist!
Anscheinend geht es wirklich nur mehr um die Show und die Absicherung der Wiederwahl!

rontin
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Wäre wieder nur eine halbe Sache ...

... wenn man die 2. Impfdosis verschiebt ....

melahide
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Jo

aber empfohlen ist die 2. Spritze 4-12 Wochen nach der Ersten ...

walterkaernten
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CORONA impfen

Vorschlag:

1.
Ein anmeldung per INTERNET, oder beim zuständigen gemeindeamt falls jemand kein Internet hat, bzw sich nicht auskennt.
Der geimpfte oder geimpftInnen ? bekommt eine info aufs mobil telefon, und einen zettel mit der bestätigung der impfung.
Super wäre es wenn ENDLICH die Meldung auf die E CARD funktionieren würde.
Das könnte dann auch zur vorlage bei hotels etc verwendet werden.
2.
Impfreihenfolge nach anmeldung.
Wer sich zuerst meldet, ist zuerst dran
Dann erübrigt sich das ganze gejammer um impfwilligkeit etc.
Wer sich nicht impfen lässt, muss mit den folgen der Infektion leben.

SO IST ES

3.
Jene die schon CORONA hatten, sollten nach ca 4 bis 6 monaten , oder was auch immer die EXPERTEN vorschlagen geimpft werden.
Ebenso der zweite druchgang für alle anderen.

romagnolo
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Immer wieder beruhigend, wieviele "Experten" es in Österreich gibt.

:-)