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Lockdown, der DritteErneut Milliardenverlust im Handel

Der dritte Lockdown wird erneut Milliarden an Umsatz kosten: Ab morgen müssen auch Friseure und anderen körpernahe Dienstleister bis inklusive 17. Jänner geschlossen bleiben, die Handelsvertreter kritisierten geplantes "Freitesten" für Kunden.

Dritter Corona-Lockdown wird Handel erneut Milliarden kosten © APA/HERBERT NEUBAUER
 

Der dritte Corona-Lockdown von 26. Dezember bis inklusive 17. Jänner wird die heimische Handelsbranche erneut Milliarden an Umsatz kosten. Handelsforscher von der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) erwarten Umsatzverluste von knapp 1,9 Mrd. Euro brutto. Zwischen 18. Jänner und 24. Jänner müssen Kunden dann einen negativen Corona-Test für den Besuch von Geschäften vorweisen können.

Der erste Lockdown verursachte laut den JKU-Handelsforschern einen Umsatzverlust im Handel von 3,8 Mrd. Euro und die zweite Zwangspause kostete 2,2 Mrd. Euro an Erlösen. Damit wird der heimische Handel mit den drei Lockdowns laut Schätzungen knapp 8 Mrd. Euro an Umsatz verloren haben. Der Handelsverband erwartet Erlösverluste von sogar 10 Mrd. Euro. "Die drei harten Lockdowns haben den Handel in Mark und Bein getroffen", sagte Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will zur APA. Für das neue Jahr wünscht sich Will "mehr Planungssicherheit" von der Regierung.

Freitesten wird kritisch gesehen

Kritisch sieht der Handelsverband die Corona-Massentests im Jänner als Vorbedingung für Lockerungen. Personen mit einem negativen Testergebnis dürfen ab 18. Jänner alle Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe sowie Gastronomie und Hotels besuchen, ohne Test muss man eine Woche länger bis 25. Jänner warten. "Man gewöhnt den Menschen durch 'Freitesten' den Gang zum Geschäft ab", so Will. Bei einer aktuellen Umfrage wollten sich 42 Prozent der Befragten "freitesten" lassen: Damit würde der dritte Corona-Lockdown für den Handel - mit Ausnahme der Supermärkte, Apotheken und Trafiken - fast ein Monat lang dauern, kritisierte der Handelsverband-Geschäftsführer.

Wegen des dritten Corona-Lockdowns müssen im Handel, bei Friseuren und anderen körpernahen Dienstleistungen wie Kosmetikern, Masseuren oder Nagelstudios die Rollläden ab morgen, 26. Dezember, bis inklusive 17. Jänner herunten bleiben. Wie schon im Frühling und Mitte November bis Anfang Dezember dürfen nur wenige Geschäfte zwischen 6 und 19 Uhr offen haben, darunter Supermärkte, Drogerieketten oder Trafiken. Elektro-, Mode- und Schuhhändler, Möbelhäuser und Sportgeschäfte schließen hingegen.

Weiter offen haben dürfen hingegen Kundenbereiche von nicht körpernahen Dienstleistungsbetrieben (zum Beispiel Banken, Kfz- und Fahrrad -Werkstätten, Versicherungen, Putzereien, Schneidereien). Auch der gesamte Lebensmittelhandel sowie der Gesundheitsbereich (neben den Apotheken etwa auch der Medizinprodukteverkauf) kann weiterhin geöffnet bleiben. Erstmals im Corona-Lockdown ist die digitale sowie telefonische Vorbestellung und Abholung von Waren in allen Geschäften erlaubt.


Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

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Kommentare (17)
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Stubaital
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Handel

Schön langsam nervt es , immer die Verluste des Handels zu hören.
Die bekommen auch ordentlich Ersatz von Bund und Land.
Andere Branchen geht es bedeutend schlechter.

allesraus
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So a Schmäh

Ich höre nur immer, dass alle das Geschäft ihres Lebens machen!

Seppkeindepp
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ist doch unserer Regierung wurscht

die leben eh auf unsere Kosten

altbayer
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??

8 Milliarden Umsatzverlust = 10 Milliarden Erlösverlust?
Ich bitte die Redaktion um Erklärung der Betechnung

untermBaum
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Wo ist das Problem

Amazon liefert Alles frei Haus. Das Geld fließt noch mehr ins Ausland und Amazon zahlt keine Steuern. Herrlich oder? Die Paketzusteller schuften für wenig Geld. Das erreicht man mit einem Lockdown. Aber die Schilifte dürfen der Lobby sei Dank geöffnet halten.

tomtitan
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@UntermBaum: Warum schafft es die EU nicht, Amazon zum Steuerzahler zu verpflichten?

Warum schafft es Österreich (bzw die österreichischen Wirtschaftstreibenden) nicht, selbst einen konkurrenzfähigen Onlinehandel aufzuziehen (Stichwort Kaufhaus-Österreich-Pfusch)?
DAS sollten Sie sich fragen.

ichbindermeinung
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wegen der EU-Gleichbehandlung generelles EU-Freitesten

wegen der Gleichbehandlung müsste dann das sogenannte Freitesten in allen EU-Ländern gleichermaßen gelten

umo10
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Nur 120 neuinfektionen und nur noch ein Verstorbener

Stoppt den lockdown 3 , es war der 2. schon umsonst, nur wegen der massentests blieb die Zahl der infizierten hoch. Welche menschlichen Tragödien sich gerade abspielen!!!

8e84347fb96cb29a9017f31e88396dff
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Ja, Tragödien,

dann besuche doch morgen ein Krankenhaus und nimm wahr, wie es dort "abläuft".
Menschenleben haben nun endlich Priorität gegenüber Wirtschaft,
Wirtschaftswachstum, -impulse (ich lache mich schief') für die "Eco"- kommt
aus den Griechischen "oikos' - immer mehr Konsum, immer mehr
Umweltzerstörung - nehmt Euch an der sehr geehrten werten Frau Greta Thunberg
Euer Vorbild. Schöne Weihnachtszeit an alle.

Henry44
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Schauen Sie in die Krankenhäuser und Intensivstationen.

Glauben Sie, dass erst die Massentests diese Leute krank gemacht haben?

umo10
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Krankenhäuser haben immer eine

Nachlaufzeit von 2-4 Wochen. Anfangs fühlt man sich ja wieder auf den Weg der Besserung, ehe das Virus sich vollends ausbreitet im Körper

kukuro05
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ich hoffe....

.....der Handel "bedankt" sich dafür bei den richtigen!

Nixalsverdruss
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Das Krankjammern des Handels reicht mir!

Wo war die Zufriedenheit des Handels, als alle Jahre der Umsatz im Bereich der drei bis fünf Prozent gestiegen ist??? Das ewige Krankjammern, das ewige KAUFEN, KAUFEN, KAUFEN muss doch mal ein Ende haben.
Ein guter Kaufmann hat heuer schon weniger für die Weihnachtssaison eingekauft - da zu erwarten war, dass der Umsatz rückläufig sein wird.
Bleiben wir ein wenig bescheiden - halten wir den Menschen, die Mitarbeiterin und den Mitarbeiter doch endlich im Mittelpunkt!
Die Wirtschaft soll dem Menschen dienen - und nicht umgekehrt!
Frohe Weihnachten!

umo10
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Du vergisst

Dass die Wirtschaft aus lauter Arbeitslosen und Firmenpleiten bestehen wird

Nixalsverdruss
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ad umo10: Das ist auch eine Sichtweise ...

... doch entspricht sie der Realität?
Ich hatte einig interessante, ja sogar für mich überraschende Gespräche in der letzten Zeit:
Da sagt mir eine Frisörin: Schade, dass wir wieder zu sperren müssen, aber wir halten das aus!
Da sagt eine Wirtin zu mir, mir gehen die Leute ab - aber wir haben so gro´ßen Zuspruch mit der Essensabholung, dass wir gut im Geschäft sind. Ihr macht eher sorgen, dass sie dringend Personal für die Küche und das Service benötigen würde und KEINE geeigneten BewerberInnen hat.
Da sagt zu mir ein Geschäftsführer eines großen Industriebetriebes, dass die Auftragsbücher für das nächste Jahr voll sind - sie jedoch hoffen, dass alle Auslandsreisen auch getätigt werden können.
Da sagt zu mir der kleine Cafetier, der im heurigen Jahr kaum Umsatz gemacht hat, dass das Geschäft vor März 2020 schon schleppend gelaufen ist - und jetzt tot ist, er aber bereits wieder daran arbeitet, ein neues Lokal zu konzipieren.
Da sagen zu mir einige Arbeitslose, dass sie doch nicht deppert sind, und sich jetzt um einen Job umschauen, wenn sie für 1200 Euro im Monat fürs Stempeln bekommen - statt 1450, Euro fürs Arbeiten ...
Ja, es trifft einige - aber es ist nicht alles so perspektivenlos wie es erscheint!

tomtitan
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Genau so ist es -

es wird Zeit sich wieder auf die wesentlichen Bedürfnisse zu konzentrieren, auf das Miteinander und Nachhaltigkeit.

tomtitan
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Tut mir zwar leid für den Handel,

aber vielleicht kommen die Leute durch die Krise ja auch drauf, dass man nicht immer das neueste, chickste, leckerste und tollste in 5-facher Ausfertigung zu Hause haben muss...