Corona-MaßnahmenExpertin Leibovici-Mühlberger: "Die Effekte auf Kinder sind beängstigend"

Nach fast einem Jahr Corona-Maßnahmen werden die Auswirkungen auf die Jüngsten deutlich. Die Ärztin und Psychotherapeutin Martina Leibovici-Mühlberger gibt Tipps, wie wir diese gering halten.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Sujetbild © KLZ
 

Sie haben in den letzten Monaten die Auswirkungen der Maßnahmen auf Familien beobachtet. Was macht Corona mit unseren Kindern?


Martina Leibovici-Mühlberger: Es ist ganz wesentlich, dass wir da die Auswirkungen thematisieren. Denn die Effekte auf Kinder sind schon beängstigend. Man muss bedenken, dass vor allem junge Kinder eine sehr lebendige Bedürfnislandschaft nach Nähe, nach Austausch, nach Berührungen haben. Diese Bedürfnisse müssen sie nun unterdrücken. Das ist besonders für Kinder schwer. Das geht nur dann, wenn das Kind sich wirklich sehr selbstdiszipliniert. Das bedeutet aber, wenn das nachhaltig passiert, dass synaptische Netzwerke überschrieben werden. Dazu müsse man noch einen Faktor bedenken. Wenn ein 60-jähriger Mensch ein Viertel seines Lebens unter diesen Bedingungen gelebt hätte, hätte er das erlebt, was momentan ein vierjähriges Kind durchmacht. Ein Vierjähriges hat etwa 25 Prozent seines Lebens unter diesen Maßnahmen zugebracht. Da kann man sich durchaus vorstellen, dass das Kind stabile Netzwerke entwickelt, die seine natürliche Lebendigkeit unterdrücken. Für unsere Kinder könnte etwas anderes Normalität werden, und damit auch der Verlust der Fähigkeit nach tieferer Emotion.

Noch weitere Fragen

Distance Learning, Abstand halten, Maskenpflicht und Co. beeinflussen das Leben unserer Kinder. Martina Leibovici-Mühlberger, Ärztin und Psychotherapeutin, bietet am Donnerstag, dem 17. 12. 2020 um 19 Uhr in einem kostenlosen Webinar zum Thema „Was macht Corona mit unseren Kindern?“ Hilfestellungen für Eltern.

Hier geht es zur Anmeldung!


Wie können Eltern dem entgegenwirken?


Natürlich ist es begrenzt, was Eltern tun können. Die Umstände können sie nicht ändern. Aber ich muss mir dessen bewusst sein, wie wichtig es ist, dass mein Kind diese lebendigen Bedürfnisse, die es spürt, auch leben kann. Ich muss die Nähe, den Körperkontakt, die Kommunikation, das gemeinsame Tun nun ganz vorne und hoch ansetzen. Das ist die Kompensation, die ich meinem Kind bieten kann. Es steht außer Zweifel, dass zu kuscheln, zu spielen oder in den Wald zu gehen, noch nie so wichtig war wie jetzt.

„Es ist wesentlich, dass wir die Auswirkungen diskutieren“, dafür plädiert Expertin Martina Leibovici-Mühlberge Foto © KK


Gerade für Jugendliche sind soziale Kontakte besonders wichtig. Wie wirkt sich Abstandhalten auf sie aus?


Ergebnisse einer Studie zu Jugendlichen zeigen auf berührende Art, wie rücksichtsvoll und solidarisch sie mit der Bevölkerung sind, obwohl sie sich selbst gar nicht als gefährdet einschätzen. Trotzdem verzichten sie auf viel. Und auf wie viel sie verzichten, kann man erst dann ermessen, wenn man sieht, dass die Jugendlichen gerade ihrer wesentlichen Entwicklungsbühnen beraubt werden. Diese müssten sie entwicklungspsychologisch gerade jetzt bespielen. Das sind soziale Positionierungen für das spätere Leben, sozusagen das Trainieren sozialer Geschmeidigkeit. Und das können sie nun nur ganz, ganz reduziert.


Wie können Eltern da helfen?


Es ist wichtig, ein Bewusstsein auszubilden, dass es nun einige Jugendliche gibt, die von einem grauen Grundgefühl, von einer Sinnentleerung sprechen. Ein Drittel der Jugendlichen sieht schlechtere Zukunftsperspektiven für sich selbst als vor Corona. Der Befund ist eine Katastrophe. Wenn sich das verfestigt, hat das Auswirkungen auf die Motivation und den Antrieb. Wir produzieren eine Generation, die ihre PS nicht auf die Straße bringen kann. Hier gibt es wesentlichen Handlungsbedarf. Ich finde, deswegen sollte man den jungen Menschen, die sich so verantwortungsbewusst benehmen, das Vertrauen schenken und ihnen verdeutlichen, dass sie keine Semikriminellen sind, wenn sie sich mit Abstand draußen und mit Maske treffen. Sie tun es ja zum Teil, aber mit furchtbar schlechtem Gewissen. Und das sollte man ihnen nehmen.


Krise kann für Familien auch Chance sein. Wie kann das gelingen?


Ganz wesentlich ist es, eine Struktur aufzubauen. Jene, die es schaffen, strukturiert zu sein, die vielen ineinanderfließenden Bereiche in einem Strukturplan zu trennen und den Wohnungslebensraum kreativ, aber nach einem Plan umzugestalten, kommen besser durch die Krise. Ausgesprochen hilfreich ist es auch, gemeinsame, moderierte Familienzeiten zu planen. Das sollten Aktivitäten sein, wo auch der Jüngste in der Gruppe eingebunden werden kann. Sprich alles, was gemeinsames Erleben stärkt, hilft, die Enge zu überbrücken.

Weihnachten ist oft durch zu hohe Erwartungen noch ein zusätzlicher Stressfaktor für viele Familien. Wie kann man heuer ein entspanntes Fest feiern?

Durch den Lockdown gibt es mehr Zeit für die Familie. Weihnachtsfeiern und andere Verpflichtungen fallen weg. Diese gewonnene Zeit kann man auch für Intimität mit der Familie nutzen. Etwa Zeit gemeinsam rund um den Adventkranz verbringen. Es muss nicht beten sein, es reicht ja, wenn man sich austauscht und plaudert. Diese Art von familiärem Innehalten – dafür hatte ich in den letzten Jahren wenig Zeit.


Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

Wenn Sie bei sich Erkältungssymptome bemerken, dann gilt zunächst: zu Hause bleiben und Kontakte zu Mitmenschen meiden! Tritt zusätzlich Fieber auf oder verschlechtert sich der Zustand, dann sollte das Gesundheitstelefon 1450 angerufen werden. Bei allgemeinen Fragen wählen Sie bitte die Infoline Coronavirus der AGES: 0800 555 621 .
Die Nummer 1450 ist nur für Menschen mit Beschwerden! Es gilt: Zuerst immer telefonisch anfragen, niemals selbstständig mit einem Corona-Verdacht in Arztpraxis oder Krankenhaus gehen!

Coronavirus-Infopoint

Kommentare (30)
Lamax2
0
3
Lesenswert?

Sehr guter Artikel, aber...

Sie beschreibt sehr gut die Vorgänge im Gehirn der Kinder, wenn ihnen alle anderen Menschen als gefährliche "Anstecker" gegenüber stehen. Es werden Anormalitäten zurückbleiben- keine Frage- aber einen sehr großen Teil tragen die Erwachsenen (Eltern, Lehrer und andere Mitmenschen) dazu bei, wenn man ständig Panik verbreitet. Von "oben" kommt diese Panikmache, die manchmal unreflektiert auf die Kinder übertragen wird. Sie werden es überstehen, wenn der Hausverstand wieder etwas mehr an Bedeutung gewinnt.

c31af91295d0d1663eeeb99aa1d4a20e
0
2
Lesenswert?

na ja..

...punkto Kinder stimme ich voll zu.
Nur: ehrlich gesagt, geht es nicht einem Erwachsenen auch oft schlecht?
Man hält sich an die Regeln, trotzdem wird man immer mit Vorwürfen von "Oben" bombardiert. Mich wunderts nicht, wenn manche das Regelhalten beiseiteschieben.
Und KEINER hat jemals propagiert, dass der Virus nicht weggeht, sondern
dass er sich bei uns eingenistet hat,wie X andere Erreger auch.
Wir müssen aber trotzdem weiterleben.

ee243b6222590d8eb3bfb1bdfc4e3525
3
7
Lesenswert?

In jeden Leben gibt es leider traumatische Erlebnisse.

Was einem Kind schädigen kann, ist für ein anderes Kind halb so schlimm.
Ich denke auch an Kinder, die den 2. Weltkrieg miterlben mussten. Viele davon werden sehr alt. Gott sei Dank!

erstdenkendannsprechen
0
7
Lesenswert?

es liegt an uns erwachsenen,

wie wir mit den kindern durch diese situation kommen und was wir ihnen vermitteln.

Hawkeye2209
3
10
Lesenswert?

Beängstigend

Ich finde es beängstigend, wie diese Überschrift und manche Eltern den Kindern suggerieren, dass sie Angst vor den Masken, maskierten Gesichtern und den Maßnahmen haben müssen!
Gott sei Dank hat meine Oma ihren Kindern, die sie zwischen 1933 und 1955 gebar, positives mit zu geben versucht!
Auch im Artikel wird erwähnt, dass die Eltern Einfluss auf die Wahrnehmung der Situation derer Kinder hat!
Also liebe Eltern (mich eingeschlossen): Macht das beste aus der gewonnen Zeit mit euren/unseren Kindern.
Ich glaube, dass man gerade bei kleinen Kindern (die erwähnten 4 jährigen) viel retten (oder kaputt machen) kann. Meine sind schon 16 und 18 Jahre alt. Als Kleinkinder waren sie leichter zu beschäftigen... ;-)

erstdenkendannsprechen
0
9
Lesenswert?

ich hab gerade von der geschichte eines syrischen vaters gelesen.

seine frau und der haben mit seiner tochter die kriegs- und krisenjahre in syrien durchlebt und durchleben sie noch. das kind wurde mitten in den kriegswirren geboren. tw. videodokumentiert versucht er seiner tochter, granateinschläge/fliegerbomben usw. als etwas zu vermitteln, über das sie lachen soll. nicht weil es witzig ist - aber um ihr keine angst und kein leben in ständiger angst zu vermitteln. mit etwas googeln findet diese geschichte sicher jeder.
ich glaube, zu situationen wie diesen ist die situation bei uns lächerlich harmlos. es zeigt für mich aber deutlich, dass es an den erwachsenen liegt, den kindern ängste zu vermitteln oder ängste zu nehmen. natürlich ist es nicht ganz möglich, auf viele dinge haben wir keinen einfluss. auf viele aber schon - und ob die kinder jetzt maßnahmen gegen ein virus, das für sie kaum gefährlich ist (nach jetzigem wissenstand) als angsterfüllend und traumatisierend - oder als notweniges übel, das man gut überstehen kann, wahrnehmen, das liegt an uns eltern.

freeman666
5
14
Lesenswert?

Kinder leiden auch wenn die OMA / OPA stirbt

Klar, es ist für keine Person lustig, auf Geselligkeit, Kontakte, Kultur, Sport zu verzichten.
Klar, es ist für jede Person mühsam, Masken zu tragen, sich die Hände zu desinfizieren/ waschen.
Unklar ist nur welche Alternativen es gibt?

berndhoedl
3
2
Lesenswert?

freeman

sehr interessant Sichtweise

ich wiederhole - klar leiden Kinder wenn Opa/Oma sterben, klar ists mühsam sich die Hände zu waschen
Entweder du hast einen etwas „befremdlich“ Vergleich geschrieben oder es liegt an der Satzformulierung.

Ich hoffe das Letztere, weil Sterben und Masken tragen sind schon unterschiedlich als „unangenehm“ zu verstehen...

pianofisch
4
8
Lesenswert?

Nein

Kinder tragen nicht die Verantwortung für das Leben von Opa und Oma.

freeman666
0
8
Lesenswert?

@pianofisch

Das lesen Sie aus meinem Kommentar heraus?

seinerwe
5
9
Lesenswert?

Nur Nachteile

Jede Entscheidung hat auch viele Nachteile. Eine Einzelsicht hat schnelle Lösungen zur Hand, die Gesamtsicht ist ungleich schwieriger. Weniger Umarmungen gegen Tod eines Angehörigen ' wer will das entscheiden- die Politik muss es.

berndhoedl
13
34
Lesenswert?

wie vergesslich sind da viele Erwachsene...

ist schon erstaunlich, wie „gscheit“ da manche daher lamentieren ohne sich Gedanken zu machen.
Da wird locker drauflos geschrieben -dass diese Restriktionen oder die Situation für Kinder überhaupt kein Problem wären...
Na - haben wir dann vielleicht schon vergessen, was in der eigenen Kindheit fast die Höchststrafe war?
Hofverbot oder „heute bleibst im Zimmer und lernst“...

Also für jeden den ich kannte, war das die Höchststrafe aber nicht weil ich nicht im Garten rausgekommen bin, sondern weil ich nicht mit den Kumpels spielen hab können.

Und da schreibts ihr - ist ja eh kein Problem wennst monatelang eben keine oder wenig sozialen Kontakte hast.

Das bestätigt wieder massiv meine These, dass viele der bekannten Poster hier, halt einsam daheim vorn Elektro Kasterl sitzen und ganz stolz verkünden - „was wollts - hab eh 5000 Facebook Freund“

Und Skifahrn, sporteln in Gemeinschaft, sich treffen muss nicht sein - (weil mi betriffts eh nicht in meinem einsamen Leben mit meinem E-Kasterl)

erstdenkendannsprechen
1
2
Lesenswert?

meine frau ist auf einem bergbauernhof aufgewachsen.

sie hatte ihre schwester zum spielen. damals gab es keine kindergartenpflicht. nach der schule mit freunden treffen war die ausnahme - weil die wohnten kilometerweit weg, und die situation wie heute, dass man die kinder schnell mal dahin oder dorthin führt, war vor 30 jahren noch anders.
sie ist nicht traumatisiert, schwärmt im gegenteil immer von ihrer kindheit und will unseren kindern eine ähnliche kindheit vermitteln soweit das geht (geht aber nicht wirklich, sind stadtkinder mit allen vor- und nachteilen).
es kommt - wie schon gesagt - darauf an, wie man den kindenr was vermittelt und wie man sie lehrt, ihre zeit zu nutzen.

berndhoedl
0
0
Lesenswert?

erstdenken

was willst du damit sagen?

Ob deine Frau nun davon schwärmt ist individuell abhängig.

Ich bin weder in der Stadt noch am Bauernhof aufgewachsen - ich bin in Göss aufgewachsen und für uns war es nicht nur normal - es war unser tägliches Leben, nachmittags zu 10 oder noch mehr sich zu treffen.
Miteinander ab zuhängen, Fussball spielen, Tennis oder wer weiß sonst noch was...
Meine 2 Kinder dann später in den späten 90er aufwärts detto - es war eine Strafe nicht in den Garten zu können und seine Kumpels treffen.
Für einem mehr fürn anderen weniger Strafe.

Fakt ist - die die jetzt „kein Problem“ sehen, sind meistens ja ohnehin mit Defiziten in der Sozialkompetenz ausgestattet und denen ists egal 2 Monat oder 2 Jahre sozial abgeschirmt zu sein, aber Kinder brauchen Kontakte und übrigens Erwachsene auch.

Stemocell
0
12
Lesenswert?

Seit Jahrzehnten ist bekannt,

dass Einsamkeit einer der Hauptgründe für Demenzerkrankungen und Depressionen ist. Nun möchte ich nicht behaupten, dass eine Reduktion der Sozialkontake automatisch zu psychischen Problemen führt, ich verstehe jedoch nicht, warum speziell in diesem Forum der oben erwähnt Fakt völlig ignoriert wird. Natürlich ist es speziell für junge Menschen und Singles sehr belastend, monatelang keinen Kontakt mit anderen zu habeb und wenn dann nur mit schlechtem Gewissen.

GanzObjektivGesehen
0
0
Lesenswert?

Ist zwar im Prinzip richtig.

Aber wie definieren sie “keinen Kontakt haben”? Normaler Kontakt war zu fast jedem Zeitpunkt möglich. Einsamkeit ist schon lange ein Begleiter vieler Menschen.
Pandemie hin oder her....

erstdenkendannsprechen
1
1
Lesenswert?

einsamkeit und alleinsein

sind nicht dasselbe. alleinsein kann heilsam sein - und man muss sich dabei nicht als einsam empfinden. wie das geht das kann man lernen - wenn man glück hat, bekommt man es vermittelt.
umso mehr genießt man dann übrigens auch gesellschaft, aber dazu muss man sich damit näher auseinandersetzen - und zwangsläufig auch mit sich selber.

GanzObjektivGesehen
9
25
Lesenswert?

Natürlich gibt es Kinder die unter der Situation leiden.

Aber es sind nicht so viele wie immer kolportiert wird. Ich beobachte meine Kinder und ihr Umfeld sehr genau und spreche darüber auch mit vielen Bekannten, die selbst Kinder haben. Nicht nur in Österreich.
Eines lässt sich daraus deutlich erkennen: Die meisten Kinder reflektieren die Ängste und Sorgen von uns Erwachsenen. Sie sind nicht nur ein Spiegelbild ihrer Eltern, sie sind es auch, die uns immer wieder zeigen, dass alles nicht so schlimm ist wie wir das empfinden.
Natürlich gibt es viele Dinge die sie nicht wissen, aber sie handeln nach Gefühl. Eine Eigenschaft die in unserer kognitiven Welt droht verloren zu gehen. Lassen wir sie das tun. Hören wir auf ihnen erklären zu wollen, das dieses Jahr für sie immer verloren ist, ihre Chancen für die Zukunft geringer wären. Es ist was es ist. Und sie werden damit leben können.

Diese Pandemie ist eine Zäsur, in einigen Belangen vielleicht sogar der Grund für einen gewissen Rückschritt. Ob das auf lange Sicht ein Vor- oder Nachteil für unsere Entwicklung darstellt lässt sich in diesem Moment noch nicht sicher sagen....

Salcete
28
36
Lesenswert?

kann man sich vorstellen, könnte, eventuell, vermutlich

bla bla blaa .... wenn die Eltern nicht der soziale Kontakt Nr. 1 sind frage ich mich wie die Frau Dr. Ihre Kinder aufzieht oder aufgezogen hat.

Stemocell
27
28
Lesenswert?

Sie sind also der Meinung,

dass für Kinder der soziale Kontakt zu den Eltern ausreichend ist? Ich hoffe zum Wohle aller, dass Sie nie selbst Kinder bekommen.

BachHendl
2
10
Lesenswert?

Auch irgendwie ein erstaunlicher Gesellschafts-Befund: Gemeinsam mit den Kindern zuhause zu sein, gebraucht nicht mehr die Modalverben „dürfen“, „können“ oder „wollen“ … sondern „müssen“. Tja, das demonstriert doch ziemlich drastisch, wie man seine Kinder offenbar zuhause wahrnimmt – als strapaziös, als Bürde und schon bald mal als aufreibend, so scheint´s.

Aber – warum hat man sie dann „gemacht“? Oder macht man´s, weil man´s eh schon geplant hat, sie so bald wie möglich in Krabbelstuben – Kiga – Schulen … wegzugeben, um mit der mittlerweile omnipräsenten Präpotenz ganz selbstverständlich zu erwarten, dass dort das geschieht – das Wichtigste in der Beziehung zw. Eltern und Kindern – nämlich die Erziehung?! Und das ohne die elementare Beziehungsebene zwischen dem Kind und dem Elternteil - eben nur mit dem Personal in diesen Einrichtungen, welches auch nur mehr über einen reduzierten und damit sehr eingeschränkten Handlungsspielraum in diesen erzwungenen sozialen Biotopen verfügt. Nichts kann die unabdingbare elterliche Erziehung ersetzen – aber mittlerweile erwarten alle, dass genau das außerhalb der Familie passiert. Und am liebsten würde man sie gleich bald mal in der Krabbelstube abgeben – um sie dann mit 18 mit der Vorzugs-Matura wieder abzuholen.

Und da pfuscht jetzt dieses blöde Corona auch noch rein – und es legt zugleich gnadenlos offen, woran es in unserer Gesellschaft ordentlich hapert. Momentan ist halt nichts mit den gerade noch erträglichen homöopathischen Dosen des Miteinanders zu den Wochenenden und den üblichen Ferien – plötzlich sind die lieben Kleinen mehr im Haus, als manchem Papa und mancher Mama lieb ist – und dann soll man auch noch irgendwie darauf schauen, dass sie ihr online-learning machen? … Man hat ja schon Angst davor, ihnen die Fernbedienung oder die Playstation wegzunehmen …

Ragnar Lodbrok
57
55
Lesenswert?

...beängstigend...

...aber wohl noch immer besser als ein jahrelanger Krieg mit Giftgasangriffen...oder?
..das ist aber nach wie vor Realität - nur interessiert uns das nicht - und Syrien ist ja weit weg.
Aber wir jammern, wenn wir ein paar Wochen unsere Freunde nicht treffen dürfen.
Jammern auf Hollywoodniveau...

Knut2009
4
0
Lesenswert?

unglaublich

wie tief muss ihr Intelekt sein - bin fassungslos über so viel Schwachsinn.

Stemocell
8
19
Lesenswert?

Von Ragnar kommt wie immer nur seltsames Gerülpse

‚Ein paar Wochen‘, wohl eher bald ein Jahr. Wie im Artikel steht, für Vierjährige ein Viertel ihres Lebens.
Richtig, in Syrien, Afrika usw. gibt es Probleme. Das heisst aber noch lange nicht, dass es bei uns deswegen keine gibt. Weil es Kindern in Syrien schlechter geht, sollten uns unsere Kinder jetzt egal sein oder was? Ich verstehe die Argumentation nicht. Soll ich jetzt weniger oder gar nichts mehr essen, weil Kinder in Afrika hungern? Wird wie immer keine Antwort kommen.

GanzObjektivGesehen
1
16
Lesenswert?

Kinder leiden heutzutage....

....unter Fernsehschrott, sozialen Medien und sinnbefreiten Computerspielen.
Und das hauptsächlich deshalb, weil wir ihnen zu wenig von unserer Zeit geben.
Ist bei mir nicht anders. Manchmal ist der gefühlte Leistungsdruck im Berufsleben so groß, dass wir gewissen Dingen nicht mehr die Bedeutung beimessen, die sie wirklich haben. Das Wirtschaftswachstum, dem wir immer dienen (sollen), das immer mehr, immer besser, stiehlt uns Zeit. Für uns selbst, für unsere Kinder.
Ich persönlich habe im letzten Jahr viel über mich und meine wirklichen Bedürfnisse gelernt. Hoffentlich erinnere ich mich 2021 noch daran.....

lacrima
1
15
Lesenswert?

Ein Thema.....

.....mit einem anderen Thema schnell übertünchen. Das geht immer! Das sind genau die, die immer Recht haben“! Warum haben sie immer Recht, weil es für diese nur eine Meinung gibt und das ist ihre......!!!! Traurig aber wahr, wahrscheinlich können sich diese Menschen am Unglück eines anderen auch noch erfreuen!!! Übrigens, es ist ein Wahnsinn was unsere Kinder und Enkelkinder erleben müssen. Es macht mich traurig......meine Meinung!!!

 
Kommentare 1-26 von 30