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Schule22 EU-Staaten haben mit Öffnung von Schulen begonnen

EU-Bildungsminister sehen bisher keine erhöhten Infektionszahlen. In noch keinem Land läuft das gesamte Schulsystem. Teils fehlen klare Konzepte.

© (c) VERITAS-Verlag, Linz (Peter Baier)
 

In der Coronakrise haben 22 der 27 EU-Staaten mit der Wiedereröffnung von Schulen und sonstigen Bildungseinrichtungen begonnen. Der Großteil habe mit der Betreuung in Kindergärten und Unterricht in einigen Klassen der Volksschulen begonnen, sagte die kroatische Bildungsministerin Blazenka Divjak nach einer Video-Konferenz mit ihren EU-Kollegen am Montag.

Daneben seien auch weiterführende Schulen für die Abschlussjahrgänge und Berufsschulen wiedereröffnet worden. In Österreich kehrten am Montag neun Wochen nach der Schließung der Schulen rund die Hälfte der 700.000 Schüler an Volksschulen, AHS-Unterstufen, Neuen Mittelschulen (NMS) und Sonderschulen in ihre Klassen zurück.

Bisher habe sie noch von keinem Mitgliedstaat gehört, in dem das gesamte Schulsystem schon wieder laufe, sagte Divjak, deren Land derzeit den EU-Vorsitz innehat. Es herrsche eine "eher vorsichtige" Herangehensweise vor, auch wenn es bisher keine Berichte über wieder steigende Infektionszahlen wegen Schulöffnungen gebe. Um dies zu bewerten, sei es "aber wahrscheinlich zu früh".

"Ziemlich gut funktioniert"

Die EU-Minister seien sich einig gewesen, dass die Umstellung auf Digitalangebote unter den Umständen einer Pandemie "ziemlich gut" funktioniert habe, sagte Divjak. Natürlich müsse aber auch über noch herrschende Defizite diskutiert werden - auch weil unklar sei, wie lange die Pandemie noch anhalte. "Wir wissen nicht, was für eine Art von akademischem Jahr wir ab dem Herbst haben werden."

Viele Minister hätten gefordert, mehr in die Digitalisierung von Schulen zu investieren. Einige Mitgliedstaaten hätten auch berichtet, dass sie nun im Sommer für schwächere Schüler Kurse anbieten würden, damit diese den verpassten Stoff nachholen könnten.

Teils fehlen klare Konzepte

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) betonte, dass ein intensiver Austausch mit allen Mitgliedstaaten in Zukunft wichtig sei, um die Rolle der Schulen bei der Verbreitung des Virus zu klären, hieß es aus dem Bildungsministerium gegenüber der APA. Obwohl die meisten Mitgliedstaaten ihre Schulen schrittweise wieder öffneten, fehlten teilweise jedoch noch klare Konzepte. Es zeigte sich auch, dass Distance-Learning den Präsenzunterricht in der Schule nicht ersetzten könne, besonders um soziale Gerechtigkeit zu wahren. Die Minister diskutierten außerdem die Vergleichbarkeit von Schulabschlüssen und den Übergang zu Hochschulen.


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