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Auch in Österreich Patienten-Studie mit möglichem Covid-Medikament startet

Firma von Josef Penninger gab bekannt, dass Studie mit 200 Patienten nun starten kann, auch Wiener Spitäler sind dabei.

Patienten-Studie mit möglichem Covid-Medikament startet
Patienten-Studie mit möglichem Covid-Medikament startet © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Der Wirkstoff heißt APN01 und wird als vielversprechender Kandidat für eine Therapie von schweren Covid-19-Erkrankungen gehandelt: Gefunden wurde er von der österreichischen Firma Apeiron, die vom renommierten Genetiker Josef Penninger gegründet wurde. Heute gab Apeiron bekannt, dass sie nun mit einer Phase II-Studie beginnen können: Das bedeutet, die ersten schwer erkrankten Patienten werden in Kürze behandelt. Auch Krankenhäuser in Österreich sind bei der Studie mit an Bord.

Die Pharmafirma hat von den Aufsichtsbehörden in Österreich, Deutschland und Dänemark die Genehmigung zum Start einer klinischen Phase II-Studie zur Behandlung von COVID-19 Patienten erhalten. Der Medikamentenkandidat APN01 ist ein synthetisches Enzym mit dem Potenzial, die Infektion von Zellen durch das neuartige Virus SARS-CoV-2 zu blockieren und entzündlichen Reaktionen in der Lunge entgegen zu wirken. Penninger selbst erklärte das Wirkprinzip so: Der Wirkstoff könne das Virus aus den menschlichen Zellen aussperren. Im Rahmen der Studie sollen 200 schwer an COVID-19 erkrankte Patienten behandelt werden.

Medikament wirkt auf zwei Ebenen

Der Wirkstoff wirkt auf zwei Ebenen: Er ahmt das menschliche Enzym ACE2 nach, welches das Virus zum Eindringen in Zellen benötigt. Das Virus soll damit an den Wirkstoff binden anstatt an die menschlichen Zellen, wodurch das Virus die Zellen nicht mehr infizieren kann. Gleichzeitig reduziert APN01 schädliche Entzündungsreaktionen in der Lunge und schützt vor einem Lungenversagen.

“Aufgrund seines doppelten Wirkungsmechanismus könnte APN01 das erste Medikament zur Behandlung von COVID-19 werden, das spezifisch gegen den neuen Coronavirus SARS-CoV-2 gerichtet ist,“ sagt Peter Llewellyn-Davies, Vorstandsvorsitzender von Apeiron.

In früheren klinischen Studien der Phasen I und II bei 89 gesunden Freiwilligen und Patienten hat sich APN01 bereits als sicher und gut verträglich erwiesen.

Hintergrund

In der Placebo-kontrollierten, doppelt-verblindeten, randomisierten Phase II-Studie sollen insgesamt 200 Patienten an 10 Standorten in Österreich, Dänemark und Deutschland behandelt werden. Das primäre Ziel der Studie ist die Bewertung der klinischen Wirksamkeit von APN01 sowie die Bewertung von Sicherheit und Verträglichkeit von APN01 bei schwer erkrankten COVID-19-Patienten.

Diese Zentren nehmen teil

„Ich bin zuversichtlich, dass unser rekombinantes ACE2 erfolgreich zur Behandlung von COVID-19 eingesetzt werden kann: Wir versperren dem Virus die Tür und schützen die Organe“, sagt Firmen-Mitbegründer Josef Penninger, der jetzt Professor an der University of British Columbia ist.

Diese Zentren nehmen an der Studie teil:

  • in Deutschland das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und das Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München,
  • in Österreich die Medizinische Universität Wien, das Kaiser Franz-Josef-Spital, Wien, die Medizinische Universität Innsbruck und das Universitätsklinikum Salzburg,
  • sowie in Dänemark The National University Hospital, Rigshospitalet (Kopenhagen), das Herlev Gentofte Hospital, das Hvidovre Hospital und das Nordsjællands Hospital (Hillerød).


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ARadkohl
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Ja und dann bauen wir schleunigst noch eine Fabrik, die Schutzmasken und Schutzkleidung herstellt.

Es wurde immer nur gejubelt wie gut unsere Wirtschaft ist und was wir alles exportieren. Jetzt in der Corona Krise zeigt sich, was wir selber haben das wir dringend brauchen. Nämlich fast nichts, Hauptsache billig in Fernost einkaufen.

wedef1
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Daumen halten

Eine Supersache, Daumen halten, dass die Studie erfolgreich wird. Kleine Einschränkung: das Ganze ist erst in Phase zwei. Das heißt, es wird noch länger dauern, bis dieser Wirkstoff auf den Markt kommen kann. Dagegen sind einige Substanzen schon in Phase drei Studien und zum Teil in anderen Indikation schon am Markt. Da könnte es wesentlich schneller gehen. Wie auch immer, Daumen halten, dass möglichst bald ein wirksames Medikament zur Verfügung steht.

Sege
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Daumen halten

Ein positives Ergebnis der Studie wäre ein Lichtblick

wintis_kleine
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@sege

Das wäre nicht nur ein Lichtblick, sondern wenn es wirklich funktioniert, auch der Wink mit dem Zaunpfahl wieder mehr in Österreich und der EU im Bezug auf Forschung aber auch Herstellung von Medikamenten zu investieren.
Ich finde es großartig, dass ein kleines Land wie Österreich jene Leute hat, die eines der ersten wirksamen Medikament zur Eindämmung einer weltweiten Pandemie hergestellt haben könnte.
Ganz dickes Lob an die Entwickler und ToiToiToi, dass die Studie positiv verläuft.
Ihr seid nicht unser Lichblick ihr seid ein Lichstrahl am Ende eines Tunnels, wenn man der aufgeheden Sonne entgegenfährt!

glashaus
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die besten Leute

wir haben in Österreich in vielen Bereichen die besten Leute. Nur leider zählt der Prophet im eigenen Land nichts. Und zudem sind die besten Leuten den KonzernManagern völlig egal. Da zählt nur der Profit. Und da haben Leute mit Wissen und eigener Meinung leidsr keinen Platz.

strohscw
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Ich frage mich immer,

ob die Leute die solche Kommentare negativ bewerten diesen überhaupt sinnerfassend gelesen haben.