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Maßnahmen für SchulenSchüler lernen ab Montag per Mail und Chat, noch keine Entscheidung über Zentralmatura

Bildungsminister informierte über weitere Maßnahmen für die Schulen: Edu-Thek nennt sich die Plattform, die für den digitalen Unterricht in den Corona-Zwangs"ferien" eingerichtet wurde. Der ORF ist involviert. Schularbeiten fallen aus oder werden, wenn nötig, nachgeholt. Über Verschiebung der Zentralmatura wurde noch nicht entschieden. Auch Kindergartenkinder sollen zu Hause bleiben. Unternehmer werden bei Lohnnebenkosten unterstützt.

CORONAVIRUS: SOZIALPARTNER-GIPFEL ZU MASSNAHMEN IM KAMPF GEGEN CORONA: FASSMANN
Heinz Faßmann © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Bildungsminister Heinz Faßmann hat heute die Maßnahmen für Schulen und auch Kindergärten angesichts der Coronavirus-Krise der Öffentlichkeit präsentert: "Liebe Eltern, liebe Kinder, es ist eine außergewöhnliche Situation mit außergewöhnlichen Maßnahmen. Aber machen Sie sich keine Sorgen. Wir werden den Lernstoff nachholen und eine faire Leistungsbeurteilung machen. Nutzt die Zeit, bildet euch weiter, meidet Discos und Parties." Das stellte Faßmann voraus.

Audio-Analyse zu den Maßnahmen an den Schulen:

Was auf Schüler, Lehrer und Eltern jetzt zukommt

© Kleine Zeitung

Faßmann konkretisierte die Maßnahmen für zwei Altersgruppen:

Für die 6- bis 14-Jährigen an Volksschulen, Neuen Mittelschulen, AHS-Unterstufen und Sonderschulen gilt:

Ab Mittwoch sind nur noch jene Kinder an den Schulen, für die keine häusliche Betreuung organisierbar ist oder deren Eltern nicht anders regelbare berufliche Verpflichtungen haben. Bundeskanzler Sebastian Kurz erklärte am späteren Nachmittag nochmals zur Betreuungsproblematik, bis zu drei Wochen Sonderurlaub für Eltern seien möglich: "Unternehmer entscheiden, ob sie Mitarbeiter freistellen können. Wenn sie freistellen, weil es Betreuungsnotwendigkeiten gibt, werden wir sie mit einem Drittel der Lohnkosten bis Ostern unterstützen. Wer arbeiten muss, kann ein Betreuungsangebot an Schulen und Kindergärten wahrnehmen. Auf keinen Fall dürfen Kinder zu den Großeltern gebracht werden."

Schulen müssen einheitliche Übungshefte erstellen und diese dann jenen, die doch in die Schulen kommen und jenen, die zu Hause bleiben, mitgeben. Inhalte werden schulautonom festgelegt. Der Stoff kann digital vermittelt werden oder auch traditionell mit Papier und Bleistift.

Lehrer sollen Schüler weiterhin begleiten per Telefon, E-Mail oder über Chat-Gruppen. Der Betrieb in Schulen soll soweit wie möglich reduziert werden. Schulen bleiben aber grundsätzlich geöffnet, Lehrer sollen teilweise anwesend sein. Schulen organisieren dafür autonom eine Art Journaldienst. Die Kommunikation soll auch zwischen Lehrern und Eltern erfolgen.

Schularbeiten und Tests in den kommenden drei Wochen entfallen: Falls sie für die Beurteilung dringend notwendig sind, werden sie jedoch zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Für die Schüler ab der 9. Schulstufe an AHS-Oberstufen, BMHS, Polytechnischen Schulen und Fachschulen gilt:

Die Schüler sollen allesamt ab Montag nicht mehr zum Unterricht erscheinen. Schulen sollen einheitliche Portfolios nach Schulstufen und Fächern getrennt erstellen und den Schülern mitgeben oder übermitteln. Die Inhalte werden schulautonom erstellt, aber es gibt vom Ministerium ein breites Potpourri von Inhalten und Arbeitsmaterialien.

Die Lehrer sollen die Schüler begleiten. Auch hier soll es einen Journaldienst mit Lehrern an den Schulen geben: Falls Schüler kommen müssen,  etwa um sich ein Buch auszuleihen. Auf Lehrer mit eigenen Betreuungspflichten müsse Bedacht genommen werden.

Für Schularbeiten gilt das obige. Dringend nötige Prüfungen in den Abschlussklassen dürfen jedoch in Kleingruppen abgehalten werden.

Die Abnahme der Vorwissenschaftlichen Arbeiten für die Matura, die ja bis Ostern vorgesehen ist, soll gewährleistet sein. Aber die Präsentationen sollen nur in Kleingruppen und unter Wahrung von hygienischen Maßnahmen stattfinden.

"Die Zentralmatura wird stattfinden", sagte Faßmann. Lehrer sollen Schüler darauf vorbereiten und bestmöglich unterstützen, dafür gebe es viele Übungsmöglichkeiten im Netz. "Eine Verschiebung kann stattfinden, aber das ist noch nicht endgültig entschieden", so der Minister. Hier ist die Entwicklung in der nächsten Woche entscheidend: Wie die Infektionskurve verlaufe, aber auch, wie das Ganze an den Schulen funktioniere.

Für Kindergartenkinder gilt:

Grundsätzlich gilt für Kindergarten- und Krippenkinder das gleiche wie für die 6- bis 14-Jährigen. Kindergärten haben aber offenzustehen für jene mit dringendem Betreuungsbedarf. Die Koordination, welche das sind, erfolgt hier über die Länder.

Plattform für Lernmaterialien im Internet

Um Lehrern und Schülern mit Arbeitsmaterialien zu unterstützen wurde die Plattform Eduthek geschafften mit vielen Materialien nach Fächern und Schulstufen für den "Distance Learning"-Unterricht. Kindern, die keinen Zugang zum Internet haben, sollen die Lerninhalte von den Schulen - ausgedruckt zur Verfügung gestellt werden.

In die Vorbereitungen ist auch der ORF eingebunden, der sein Vormittagsprogramm auf ORF 1 ab Montag ändern wird. ORF-1-Sendechefin Lisa Totzauer präsentierte das Konzept der breiten Öffentlichkeit.

Der oberste Lehrervertreter Paul Kimberger (FCG) ist optimistisch, dass auch während der nächste Woche beginnenden Schulschließungen wegen des Coronavirus schulische Bildung weitergehen wird - wenn auch in anderer Form. "Schulen und Lehrer sind Meister der Provisorien. Ich denke, dass wir auch das schaffen werden", sagte er Donnerstag.

Schulen bereiten sich intensiv vor

Die Schulen würden sich bereits intensiv vorbereiten. Arbeits- und  Unterrichtsmaterial werde so vorbereitet, dass Schüler es mit nach Hause nehmen und zur Festigung und Vertiefung von Wissen nutzen können. Damit das Lernen daheim auch funktioniert, sei man allerdings bei den Jüngeren auf die Unterstützung der Eltern angewiesen. "Das wird auch vielfach klappen." Oberstes Ziel sei nun ohnehin der Schutz der Gesundheit, alle anderen Fragen könne man schon lösen.

Eine große Aufgabe der Schulen sei es derzeit auch, deeskalierend zu wirken. Viele Eltern seien sehr aufgebracht wegen der Maßnahmen, berichtete er von Erlebnissen bei Schulbesuchen am Vormittag. Auffällig sei auch gewesen, wie ernsthaft dort nun auf die Einhaltung von  Hygienemaßnahmen geachtet werde.

Vielfach unklar ist für Kimberger noch, wie die Schulen die Betreuung jener Unter-14-Jährigen organisieren sollen, deren Eltern keine Alternative haben. Hier geben es noch offene Fragen bei Organisation und Dienstrecht und auch viele Anfragen, wie in diesem Zusammenhang mit Lehrern aus der Risikogruppe (etwa mit Vorerkrankungen) umgegangen werden soll.

Bei der geplanten Umstellung des Unterrichts von AHS-Oberstufen und BMHS auf E-Learning zeigte sich AHS-Lehrergewerkschafter Herbert Weiß (FCG) im Ö1-"Morgenjournal" skeptisch. Viele Schüler seien dafür technisch nicht ausgerüstet, hier müsse man dann auf andere Lösungen wie kopierte Zettel ausweichen. Sollten die Schulsperren länger dauern als die derzeit angekündigten drei Wochen, müsse man außerdem die Finanzierung von Fördermaßnahmen für schwächere Schüler andenken.


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TrailandError
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Eduthek

Meinte ich ....

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TrailandError
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Edithen

Schon probiert anzumelden. Server arbeitet zu langsam , man wartet unendlich lang . Weiters ist eine Registrierung nicht möglich . Daher komme ich auch nicht an die Inhalte. Bitte wie auch immer das Ministerium informieren !!!!

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Sonja2904
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Berufschule

Und wie siehts mit den berufschüler aus? Müssen die arbeiten obwohl sie e-lerning haben?

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mapem
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Unverständlich,

warum die Oberstufen schon am Montag zuhause bleiben – und die 6-14-Jährigen erst ab Mittwoch? Damit wird ja die Begründung dieser Maßnahme ja ad absurdum geführt: Es geht ja darum, große Ansammlungen jetzt SCHLEUNIGST zu vermeiden – und was die 6-14-Jährigen betrifft, verlängert man hier das Risiko um 5 Tage (die Oberstufler sind dann ja faktisch schon ab Samstag aus diesem Risikobereich abgezogen).

Tja – noch immer scheinen hier wirtschaftliche Interessen zu dominieren … wenn dann erst wieder die halben Schulen besucht sind (VS und NMS / Aufsicht) – und wenn man sich das Durchschnittsalter der Lehrer anschaut, treffen hier dann die kleinen Multiplikatoren auf eine Risikogruppe. Das Risiko wird somit nicht ausgeschlossen, sondern lediglich quantitativ verkleinert …
Aber okay – sind ja nur Lehrer …

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xx99
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Nicht unbedingt!

So unverständlich ist das aber nicht. Es muss ja zuerst die Betreuungssituation geklärt werden. Das geht eben nicht von heute auf morgen. So haben die Eltern Zeit für Betreuung zu sorgen und die Schulen haben Zeit abzufragen welche Kinder keine andere Option als die Schule haben. Auch das E-Learning und Zusammenstellen von Unterrichtsmaterial für jüngere SchülerInnen braucht mehr Zeit bzw. muss man diese besser auf die eigenständige Arbeit vorbereiten als die OberstufenschülerInnen. Die Rechnung mit 5 Tagen geht übrigens auch nicht auf, auch 6-14Jährige gehen Samstag und Sonntag nicht zur Schule und Mittwoch trifft die Schulschliessung auch diese Gruppe. Montag und Dienstag sind noch immer nur 2 Tage.

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mapem
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Nein x99 ...

deine Rechnung mit nur 2 Tagen ist nicht richtig - die Möglichkeit einer Infektion macht am Samstag und Sonntag ja nicht Urlaub - entscheidend ist der letzte Tag der Anwesenheit und damit der genau dann evidente Status des einzelnen.
Wenn die Oberstufler am Freitag heimgehen, sind sie ab diesem Zeitpunkt nicht mehr in diesem Sozialbereich - die anderen hingegen erst nach 5 Tagen.
Also 5 Tage, wo eine Infektion stattfinden kann ...

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Planck
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Wenn es irgendwas Positives

an dieser Krise dran ist, dann vielleicht die Erkenntnis, dass es Unterrichtsfächer gibt, die den elendiglichen Frontalunterricht nicht nötig haben.
Was im Übrigen längst bekannt, aber halt aus politischen Gründen nie durchsetzbar war.

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carpe diem
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Na ja,

wenn Sie die Hattie-Studie lesen, klingt das anders. Ganz abgesehen davon, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für solche Diskussionen ist.

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MG1977
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Gott sei Dank!

Ist der ORF Involviert. Endlich kann man die Zwangsgebühren rechtfertigen. In den Zeiten des Internets völlig überflüssig.

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@MG1977

Viel mehr als Mythbuster Konserven werden die nicht bieten können.

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lucie24
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Sommerferien verkürzen

Warum diese 3 Wochen nicht einfach im Sommer nachholen? Das wird ja wohl wichtiger sein, als irgendwelche Urlaube.

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Patriot
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@lucie: Ein sensationell "intelligenter" Beitrag!

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@lucie24

Diese einfache Lösung verhindert die Tourismuswirtschaft! Persönlich halte ich einen kompletten Unterrichtsausfall von einigen Wochen für unproblematisch. Ein Blick in die "Fehlstunden" von vielen Schülern im Laufe eines Jahres beweist meine Hypothese.

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Langer Rede kurzer Sinn

Die Schulen sollen alles selber machen. Wie gehabt! Nachher wird das grosse Klugscheissen der Bildungsdirektionen anfangen.

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Patriot
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@gerbur: Wie recht Sie doch haben!

Die Bildungsdirektionen sind die entbehrlichsten Einrichtungen Österreichs!
Außer Schaumschlägereien liefern die ohnedies nichts. Dafür verschlingen sie Unsummen an Personalkosten, Geld, das eigentlich den Schülerinnen und Schülern zugute kommen sollte!!!

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