Trotz Corona-PandemieWeihnachten im Vatikan "normaler" als vor einem Jahr

Die Pandemie bringt auch den Alltag im Vatikan durcheinander, doch: Bisher klingt das offizielle Weihnachtsprogramm durchaus optimistisch. Franziskus ist erkennbar darum bemüht, mehr Normalität als 2020 zu wagen.

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© (c) AFP (VINCENZO PINTO)
 

In diesem Jahr kann der Papst wieder kein wirklich normales Weihnachtsfest feiern. Die Coronakrise findet einfach kein Ende. Auch Franziskus ist vor dem Hintergrund der sich ausbreitenden Omikron-Variante in Sorge. Etliche Staaten Europas erwägen Kontaktbeschränkungen für die Festtage – in Italien wird ebenfalls über striktere Maßnahmen diskutiert. Gut möglich also, dass der Vatikan seine Pläne noch kurzfristig anpasst.

Bisher allerdings klingt das offizielle Programm durchaus optimistisch. Franziskus ist erkennbar darum bemüht, mehr Normalität zu wagen. Zwar werde Weihnachten diesmal erneut durch die Pandemie-Folgen getrübt, räumte der inzwischen 85-Jährige kürzlich ein. Dennoch sei es "keinesfalls" unangebracht, die Geburt Christi gebührend zu feiern. Es handle sich schließlich um "das Fest des Mitgefühls, der Zärtlichkeit schlechthin". Natürlich dürfe man feiern, Geschenke verteilen und alles essen, worauf man Lust habe. "Aber tut es mit Jesus – mit Frieden in eurem Herzen." Nur dann sei es ein "wahres Weihnachten".

Im vergangenen Jahr fanden die vatikanischen Feierlichkeiten in einem "sehr eingeschränkten" Rahmen unter strengen Schutzbedingungen statt. Die Mitarbeiter des Papstes schirmten ihren damals noch ungeimpften Chef so gut wie möglich ab. Nicht zuletzt wegen seiner Lungen-Vorerkrankung galt es, eine Ansteckung um jeden Preis zu verhindern.

Mittlerweile ist der Papst vollständig geimpft, geboostert und will den Menschen wieder näher sein. Bei der traditionellen Christmette im Petersdom werden daher am Heiligen Abend deutlich mehr Teilnehmer zugelassen sein als 2020. Der Beginn des Gottesdienstes wird jedoch abermals um zwei Stunden auf 19.30 Uhr vorverlegt. Im Vorjahr geschah dies, um der in Italien geltenden nächtlichen Corona-Ausgangssperre Rechnung zu tragen.

Wie gewohnt spendet der Papst zu Mittag des ersten Weihnachtstags den Segen "Urbi et orbi" (der Stadt und dem Erdkreis) von der Loggia der vatikanischen Basilika. Im ersten Pandemie-Jahr tat er dies in stark reduzierter Form lediglich per Videoansprache aus der Benediktionsaula im Petersdom.

Mit besonderer Spannung blicken Vatikankenner auf eine andere Weihnachtstradition, an der Franziskus festhalten will: Am Donnerstagvormittag empfängt er die Kurienspitze in der Sala Clementina im Apostolischen Palast. Welche Worte wird er zum Ende das Jahres 2021 an seine wichtigsten Mitarbeiter richten? Etliche Medien spekulieren, es könnten womöglich Neuigkeiten zur lange erwarteten Kurienreform oder personelle Umstrukturierungen verkündet werden.

Den 1,3 Milliarden Katholiken in aller Welt hat der Papst schon vor einigen Tagen eine eindringliche Mahnung für die Festtage mitgegeben: "Lassen wir uns Weihnachten nicht von Konsum und Gleichgültigkeit verderben", lautete sein Appell bei der Einweihung der Krippe auf dem Petersplatz. Keinesfalls dürften während der Feierlichkeiten die Ärmsten und Schwächsten aus den Augen verloren werden. "Denn so ist Jesus auf die Welt gekommen, und die Krippe erinnert uns daran."

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