Drama um SchussunfallBaldwin-Film: Regieassistent war schon 2019 in Vorfall verwickelt

Wie mehrere US-Medien berichteten, war der Regieassistent, der Baldwin die tödliche Waffe übergab, 2019 wegen eines ähnlichen Vorfalls bei einem Film entlassen worden.

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Der Ort des Unglücks: Hier starb eine Kamerafrau durch eine Patrone, die es nicht geben hätte sollen. © AP
 

Nach dem Tod einer Kamerafrau durch eine vermeintlich ungefährliche Requisitenwaffe bei einem Filmdreh mit Hollywood-Star Alec Baldwin sind neue Details ans Licht gekommen. Wie der Sender CNN und andere US-Medien am Montag (Ortszeit) berichteten, war der Regieassistent, der Baldwin die Waffe übergab, 2019 wegen eines ähnlichen Vorfalls bei einem Film entlassen worden.

Bei dem Dreh zu "Freedom's Path" sei damals ein Tontechnik-Mitarbeiter leicht verletzt worden, nachdem unerwartet eine Requisitenwaffe losgegangen sei, hieß es unter Berufung auf die Produktionsfirma des Films. Die Dreharbeiten seien damals unterbrochen und der Regieassistent sofort vom Set entfernt und dann entlassen worden. Dieser habe den Vorfall sehr bereut und die Gründe für seine Entlassung verstanden, hieß es in einer Erklärung der Produktionsfirma. Um was für eine Verletzung es sich bei dem Tontechnik-Mitarbeiter gehandelt hatte, wurde nicht bekannt. Es hieß lediglich, ein Sanitäter am Set habe ihm damals geraten, einen Arzt aufzusuchen. Tage später habe der Mitarbeiter zu dem Dreh zurückkehren können.

Tödlicher Dreh: Alec Baldwin gab tödlichen Schuss ab

Hollywood-Star Alec Baldwin hat beim Dreh eines Westerns mit einer Requisitenwaffe geschossen und dabei zwei Menschen getroffen. Die 42-jährige Kamerafrau Halyna Hutchins starb.

(c) AP (Jack Caswell)

Hutchins, die in der ukrainischen Hauptstadt Kiew aufwuchs, hinterlässt einen achtjährigen Sohn namens Andros.

(c) AP (Jack Caswell)

Ihr stand laut Kollegen eine großartige Karriere bevor.

(c) AP (Jack Caswell)

Zu den genauen Umständen des Vorfalls im US-Bundesstaat New Mexico und dem fatalen Projektil gebe es noch immer offene Fragen, teilte die Polizei Freitagabend mit.

(c) AP (Andres Leighton)

Die Ermittler hätten den Drehort durchsucht.

(c) AP (Andres Leighton)

Hollywood-Star Alec Baldwin hat beim Dreh eines Westerns mit einer Requisitenwaffe geschossen und dabei zwei Menschen getroffen. 

(c) AP (Cedar Attanasio)

Laut einem Bericht der "Los Angeles Times" vom Freitag sollen sich Mitarbeiter am Set über mangelnde Sicherheitsvorkehrungen und schlechte Bedingungen wie lange Arbeitszeiten beschwert haben. 

(c) AP (Jae C. Hong)

Die Zeitung berichtete unter Berufung auf ungenannte Quellen, mehrere Mitarbeiter der Kamera-Crew hätten wenige Stunden vor dem tödlichen Vorfall aus Protest gegen die Arbeitsbedingungen den Drehort verlassen.

(c) AP (Jae C. Hong)

Dreimal habe der Filmrevolver schon fehlgezündet, sagten Crewmitglieder.

(c) AP (Jae C. Hong)

Insidern zufolge wurden Sicherheitsprotokolle einschließlich Waffeninspektionen, wie sie sonst üblich sind, am Set nicht eingehalten.

(c) AP (Andres Leighton)

Laut „Los Angeles Times“ löste sich der Schuss, als Baldwin die Waffe aus dem Holster zog: Die 42-jährige Kamerafrau Halyna Hutchins erlitt tödliche Verletzungen.

(c) AP (Adam Egypt Mortimer)

"Es gibt keine Worte, um den Schock und die Trauer auszudrücken angesichts des tragischen Unfalls, der das Leben von Halyna Hutchins beendet hat", schrieb Baldwin am Freitag auf Twitter. 

(c) AP (Jim Weber)

 Der Gedanke an "ihren Ehemann, ihren Sohn und all diejenigen, die Halyna kannten und liebten", breche ihm das Herz.

(c) AP (Jim Weber)

Die Dreharbeiten zu dem Low-Budget-Western "Rust", bei dem Baldwin auch als Produzent mitwirkte, hatten Anfang Oktober auf der Bonanza Creek Ranch begonnen. 

(c) AP (Roberto E. Rosales)

 Auf dem Gelände nahe einer früheren Goldgräberstadt in der Wüste New Mexicos wurden bereits zahlreiche Filme produziert.

(c) AP (Roberto E. Rosales)

 Die Filmcrewgewerkschaft IATSE schrieb laut „Los Angeles Times“ in einer Mail, dass die Waffe mit einer einzigen Patrone bestückt gewesen sei, einer „single live round“.

(c) AP (Andres Leighton)

Dieser Begriff sei eine gebräuchliche Umschreibung in der Branche, die sowohl eine scharfe als auch eine Platzpatrone beschreiben kann.

(c) AP (Andres Leighton)
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Assistent wusste nichts von Patrone in Waffe

Bei dem Vorfall während der Dreharbeiten zu dem Western "Rust" mit Baldwin (63) auf einer Filmranch in New Mexico war am Donnerstag die 42-jährige Chef-Kamerafrau Halyna Hutchins durch einen Schuss aus einer Requisitenwaffe tödlich verletzt worden. Laut einem Polizeibericht hatte der Regieassistent Baldwin bei der Übergabe der Pistole gesagt, dass es sich um eine "kalte Waffe" ohne Munition handele. Der Assistent habe nach eigener Aussage nicht gewusst, dass eine Patrone in der Waffe steckte. Auch der Steirer Swen Temmel war am Set und schilderte der Kleinen Zeitung seine Eindrücke des Vorfalls.

Regisseur Joel Souza (48) war bei dem Zwischenfall an der Schulter verletzt worden, konnte das Krankenhaus aber inzwischen verlassen. Medienberichten zufolge ereignete sich das Unglück, als Baldwin eine Szene probte, in der er die Pistole aus dem Gürtelholster ziehen und - auf die Kamera gerichtet - schießen sollte. Souza habe zu diesem Zeitpunkt hinter Kamerafrau Hutchins gestanden und ihr über die Schulter geschaut. Strafrechtliche Vorwürfe wurden bislang nicht erhoben. Die Dreharbeiten wurden ausgesetzt. Der Regieassistent habe sich bislang nicht zu den neuen Berichten geäußert, hieß es.

Kommentare (1)
griesbocha
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8
Lesenswert?

Am Ende werden sich hier mehrer Personen verantworten müssen.

Auch Baldwin.
Als Produzent kann er nicht behaupten, von scharfer Munition am Set nichts gewusst zu haben, wenn Mitarbeiter damit Schießübungen veranstalten.