Migrationsexperte Cochetel "Wir werden uns an steigende Asyl-Zahlen gewöhnen müssen"

Laut Vincent Cochetel, UNHCR-Sonderberichterstatter für das Mittelmeer, müssen wir uns an steigende Asylzahlen gewöhnen. Aus der „Krise“ 2015 habe die EU nicht ausreichend gelernt.

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© (c) AP (Christophe Ena)
 

Die Zahl der Asylanträge in der EU steigt, im August erreichte sie beinahe Vor-Pandemie-Niveau. Sehen wir hier den Beginn einer neuen „Migrationskrise“ wie 2015?
Vincent Cochetel: Wir sind noch weit entfernt von Zahlen aus 2015, aber wir werden uns daran gewöhnen müssen. Irreguläre Migration ist Bestandteil unserer Zeit. Da es keine Möglichkeiten der legalen Einwanderung für Wirtschaftsmigranten gibt, nutzen auch sie die Asyl-Schiene, um in die EU zu gelangen. Die Zahlen sind also keine Besonderheit. Ich hoffe aber, dass die EU heute besser vorbereitet ist, als sie es damals war. Und gemeinsam auf diese Herausforderung antwortet.

Kommentare (12)
RonaldMessics
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Genau so...

...wird es werden. Realitätsverweigerung ist sinnlos.

neuernickname
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Wir werden uns nicht daran gewöhnen, weil Europa kein Schlaraffenland ist

Rückführungen sind doch ohnehin unmöglich - wer meint die Herkunftsländer wären da jemals kooperativ träumt von warmen Eislutschern.

Es wurde eh schon erklärt. Die Länder LEBEN von den Überweisungen der Migranten in die Herkunftsländer.

Kann man überall im Netz lesen - z.B. schon im Kurier im Jahr 2017

"Afrika lebt von seinen Flüchtlingen"

Wann werden die "irgendeiners" Europas endlich ihr rosarote Brille ablegen und das Problem ENDLICH erkennen, das, mittelfristig, das geeinte Europa zerstören wird.

Hört doch nicht auf diese Scheuklappenträger die vom Schlaraffenland daherfaseln, das unbeschränkt Migranten aufnehmen und versorgen kann.

Sam125
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GANZ EINFACH:kein Abschieben/keine Aufnahme!Österreich ist von sicheren NICHT

Kriegsführenden Staaten umgeben und trotzdem
sollen wir jeden der um ASYL ansucht ins Land lassen!Es ist an der Zeit,dass sich ALLE EU Länder verpflichten gleich viele Migranten aufzunehmen wie wir es bisher getan haben!Ja ich weiß schon,dass die Migranten bei uns ein soziales Schlaraffenland vorfinden und genau deshalb müssten die Migranten Europaweit mittels FINGERPRINT registriert werden,damit sie auch dort bleiben und leben müssen wohin sie zugewiesen werden und ändert endlich das Asyl-und Migrationsgesetz und gebt nur mehr befristete Aufenthaltstittel an Migranten aus,die stets verlängern müssen und wenn Migranten straffällig werden oder als religiöse Fanatiker auffallen,dann wird einfach nicht mehr verlängert!Somit wäre jeder Migrant selbst seines Glückes Schmied,ob er sich bei uns in unsere Gesellschaft integriert und er somit bei uns bleiben darf und mit dem Nachzug ganzer Großfamilien ist dann auch vorbei,denn jeder Migrant müsste sich ersteinmal selbst beweisen!

stprei
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Freiwillig

Freiwillige Rückführungen verstärken. Immer die gleiche Leier, dabei weiß jeder, dass das nicht geht. Weil Pässe weggeworfen werden, um Herkunft, Identität und Alter zu verschleiern und so die Chancen auf Bleiberecht und Duldung zu erhöhen. Weil die Versorgung in weiten Teilen Europas auch für abgelehnte, nicht rückführbare Migranten so gut ist, dass sie das Ziel, ihre Familien zuhause zu unterstützen, erreichen. Weil die Instanzenzüge überborden lang sind und die Rechtsmittelmöglichkeiten nahezu unbeschränkt. Da spielt auch eine gewisse Ineffizienz der Gerichte hinein und eine unpraktische Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofs.

EIn europäischer Pakt kann nur dann erfolg haben, wenn die EU gemeinsam mit den Staaten effiziente und rasche Rückführung gewährleisten kann.

Nur die Tendenz sieht man derzeit nicht (siehe Afghanistan).

Rinder
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Migration

Ich verstehe schon, dass wir Zuwanderung brauchen. Das kann aber nicht so chaotisch funktionieren. Die EU hatte Zeit genug faire, brauchbare Regeln aufzustellen. Leider bis heute nicht erledigt. Außerdem muss die Zuwanderung prozentual auf alle EU Staaten aufgeteilt werden. Straftäter müssen sofort in ihre Geburtsländer zurückziehen. Und die Arbeitsbedingungen für Zuwanderung müssen überarbeitet werden. Man hatte jetzt 5 Jahre Zeit! Und was war davor, die Migranten sind ja nicht über Nacht gekommen! Und die Informationen dazu müssten schon länger in der EU vorgelegen sein. Anders kann man diese Situation überhaupt nicht verstehen.

wiwo64
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@rinder

Ich gebe ihnen in vielen Bereichen Recht, aber die EU sind wir ALLE und wenn WIR ALLE nicht einmal die Solidaität leben können und auch darauf achten, dass kein Weiterzug etc. innerhalb der EU für Migranten möglich gemacht wird, so wird das System immer jene Länder mehr belasten, die mehr Möglichkeiten des Auskommens sichern.
JA, wir brauchen Migration vor allem von Menschen, die noch arbeiten wollen und die sich auch nicht zu schade sind, einmal einen Besen in die Hand zu nehmen.
Denn bei allem Verständnis für jene arbeitslosen Personen in Österreich, die aufgrund Krankheit oder persönlicher anderer Probleme ( inkl Alter oder weniger verwertbare Qualifikation) wirklich keiner Tätigkeit nachgehen können, so gibt es eben auch genügend Personen, die sich halt für gewisse Tätigkeiten einfach zu schade sind.
Wahrscheinlich ist ja mein Vorschlag viel zu kurz gedacht, aber wenn Betriebe wirkllch Personal suchen und es MigrantInnen gibt, die noch in ihrem Heimatland sich um diese Stellen bewerben könnten und es in der Folge eine Arbeitserlaubnis für 3, 6, oder 12 Monate in der EU gäbe, so wäre es abzusichern und auch unsere Wirtschaft (Gastro, Pflege, etc.) könnte etwas beruhigter in die Zukunft blicken und die Migrationswilligen hätten eine echte Chance.
Klar wird es auch immer Flüchlinge nach der Konvention geben - aber deren Rechte stehen ganz wo anders und das ist auch gut so.

malsehen
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wozu

wozu brauchen wir Zuwanderung.? Die konsten zig Millionen, aber fürs eigene Volk hat man kein Geld

feringo
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Klima und Migration

Cochetel: "Ich rechne mit keiner großen klimabedingten Migrationsbewegung aus betroffenen Ländern hinaus. Die Menschen suchen ..."
In Erinnerung an den Bericht der Kleinen Zeitung über den Anstieg des Meeresspiegels, ist diese Aussage als völlig inkompetent einzustufen. Der Anstieg von Migrantenzahlen wird exponentiell enorm in die Höhe gehen, wenn erstmals ganze Küstenstreifen vom Meer überflutet werden. Das betrifft auch die Migration innerhalb Europas.

smotron1
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" Da es keine Möglichkeiten der legalen Einwanderung für Wirtschaftsmigranten gibt"

Was ist mit der Rot-Weiß-Rot Karte? Kenne durchaus ein paar persönlich die damit zu uns migriert sind.

Zuckerpuppe2000
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Ja

Aber der größte Teil die zu uns wollen, werden nie eine solche Karte erhalten, weil sie für den Arbeitsmarkt nicht relevant sind.

stadtkater
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Zu Recht müssen Wirtschaftsflüchtlinge

einen Beruf beherrschen und ausüben wollen, der bei uns gefragt ist. Wovon sonst sollen die bei uns sonst ihr Leben bestreiten?

smotron1
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Stimmt. Aber die Aussage von Herr Cochetel ist in Bezug auf Österreich schlicht und einfach falsch. Vermutlich ists in den anderen EU Ländern nicht viel anders.

Im Übrigen kann ich auch als Österreicher nicht einfach mir nichts, dir nichts in jedes beliebige Land migrieren.