AfghanistanWieder bei seinem Papa: Das traurige Baby von Kabul

„Die Marines haben das Kind zu einem norwegischen Krankenhaus auf dem Flughafen gebracht. Sie haben es behandelt und dem Vater zurückgegeben“, sagte John Kirby, Sprecher des US-Verteidigungsministeriums.

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Ein Soldat packte das Baby am rechten Arm und reichte es an Kollegen weiter © AFP
 

Am Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul nimmt die Verzweiflung jener Menschen zu, die aus Angst um ihr Leben auf eine Ausreise hoffen. Auf einem Videoclip, der sich am Freitag in sozialen Medien und in US-Medien verbreitete, war zu sehen, wie aus einer Menschenmenge ein Baby über eine Mauer mit Stacheldraht an US-Militärs übergeben wurde. Ein Soldat packte das Baby am rechten Arm und reichte es an Kollegen weiter. Vor ein paar Tagen klammerten sich Menschen verzweifelt an Flugzeuge, der 19-jährige Jugendfußballer Zaki Anwari starb bei einem Fluchtversuch.

Das Baby ist nach einer medizinischen Behandlung wieder bei seinem Vater. "Das Elternteil hat die Marineinfanteristen gebeten, sich um das Baby zu kümmern, weil das Baby krank war", sagte Pentagon-Sprecher John Kirby am Freitag. Der US-Soldat habe das Kleinkind deswegen über die Mauer gezogen und zu einem norwegischen Krankenhaus auf dem Flughafengelände gebracht.

"Sie haben das Kind behandelt und das Kind seinem Vater zurückgegeben", sagte Kirby. Er sprach von einem "Akt des Mitgefühls" der US-Soldaten. Wo sich das Baby und sein Vater inzwischen befinden, konnte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums nicht sagen. "Ich weiß nicht, wo sie jetzt sind." Er wisse auch nicht, ob der Vater mögliche eine afghanische Ortskraft sei, die sich um ein Sondervisum für die USA bewerbe.

Verzweiflung immer größer

Angesichts des wachsenden Zeitdrucks werden Chaos, Gewalt und Verzweiflung rund um den Flughafen in Kabul immer größer. Tausende Afghanen hoffen immer noch auf eine Gelegenheit, sich nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban mit westlichen Flügen in Sicherheit zu bringen. Die Nerven liegen bei vielen Menschen auch deshalb blank, weil der Zeitdruck wächst: Die USA wollen eigentlich bis zum 31. August den Abzug ihrer Truppen aus Afghanistan abschließen. Und die Evakuierungsflüge aus Kabul hängen vom Schutz durch die mehreren Tausend US-Soldaten ab.

Kommentare (29)
RoRoe
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Auch eine Sichtweise,

Was interessiert uns der Rest der Welt? Haben ja eh schon so viel getan, und verzichten werden wir sicher auf nichts, wollen ja nicht zurück in die Steinzeit.....

GanzObjektivGesehen
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18 Millionen Menschen in Afghanistan brauchen humanitäre Hilfe.

Dazu kommen dann noch politisch und ethnisch Verfolgte und praktisch alle Frauen.
So tragisch die Situation auch ist, das Aufnehmen von ein paar wenigen Flüchtlingen kann und wird nicht die Lösung sein. Nicht einmal wenn wir zehn mal mehr aufnehmen als bisher. Denn ohne einen ernsthafte Lösung ist es wenig mehr als eine plakative Ersatzhandlung. Sieht gut aus und beruhigt das Gewissen. Wie bei jenen Menschen die mit 70km/h durch die Stadt rasen und bei einem Radar dann 40 fahren.

Millionen von Menschen leiden in Afrika seit Jahrzehnten Hunger und Durst. Wir leben weiterhin im Übermaß (ich bin da keine Ausnahme), wir vergeuden Lebensmittel, Wasser und Energie und spenden zu Weihnachten ein wenig Geld.

Unbequeme Gedanken, die leider Tatsache sind.......

Mein Graz
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@GanzObjektivGesehen

Also gar nicht helfen, weil es wo anders ebenfalls Not und Elend gibt?

RonaldMessics
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Und was ist...

....Ihre Lösung?

GanzObjektivGesehen
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Ob sie es glauben oder nicht:

Ich habe keine. Sollte es eine geben, so wird Verzicht eine wichtige Rolle spielen.
Deswegen glaube ich auch nicht, dass, wenn überhaupt, in naher Zukunft irgend jemand anderes eine Lösung finden wird. Keine schönen Aussichten.

future4you
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Wo bleibt der Wille zur Versöhnung?

Europa hat nach dem zweiten WK gezeigt, dass wenn der Wille vorhanden ist, auch eine nachhaltige Versöhnung unter ursprünglichen Erzfeinden möglich ist. Was ich bei all den Tragödien, die sich weltweit abspielen, vermisse, ist der Wille zur Versöhnung. Das fängt bei Familien an, geht weiter über die Nachbarschaft und endet letztlich in den großen politischen und religiösen Konflikten. Ich verstehe die Menschen, die angesichts der tragischen Bilder helfen möchten und nicht wahrhaben können, dass unser Land nicht bereit ist, noch mehr zu tun. Ich verstehe auch die Menschen, die mit Sorge darauf blicken, dass immer mehr Menschen aus islamistisch radikalisierten Ländern unsere kulturelle Identität und unsere Wertehaltung zu gefährden beginnen. Fakt ist aber, dass Europa auf Dauer nicht das humanitäre Sammelbecken sein kann, während rundherum und global die Menschen sich aus verschiedensten Gründen die Schädel einschlagen.

kukuro05
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Genau so ist es!

Ich würde sogar meinen dass man die machen lassen soll!
Sie werden schon irgendwann begreifen wohin sie dadurch kommen, nämlich nicht sehr weit! Und wenn sie es nicht begreifen dann ist es eben so!

styrianprawda
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@kukuro05

"Irgendwann".
Wieviele Tote, wieviel Leid bedeutet "Irgendwann"?

halelale
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@styrian

Das ist egal, Hauptsache wir kommen noch lange billig an deren Ressourcen für unseren Wohlstand.

wollanig
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Styrian

das entscheiden einzig und allein die Beteiligten.

kukuro05
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Wo bitte finde ich in diesem Medium......

...einen herzzerreissenden Bericht zur katastrophalen Situation auf Haiti???

Kleine Zeitung
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@kukuro05,

vielleicht werden Sie hier fündig: https://www.kleinezeitung.at/international/6022799/Bereits-mehr-als-2000-Tote_Opferzahl-nach-Erdbeben-in-Haiti-steigt Liebe Grüße aus der Redaktion

kukuro05
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Okay, immerhin 1 Bericht.

ohne Druck auf die Tränendrüse, ohne herzzerreissende Babyfotos...

checker43
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kukuro

Kann damit zu tun haben, dass in Haiti kein Baby über Stacheldraht hinweg Soldaten überreicht wurde.

susa18
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Ekelhaft, diese (von rechts und türkis) aufgehetzte Stimmung, die nicht mal vor Babys Halt macht.

Österreich hat in den letzten Jahren viel an Empathie und Menschlichkeit aufgegeben. Niemand sagt, schreibt oder meint, dass "alle" bei uns aufgenommen werden müssen. Menschen in Not zu helfen ist aber nichts Verwerfliches pder Schlechtes. Was viele aus den Augen verlieren ist, dass durch diese Empathielosigkeit die Stimmung im Land sich sehr verändert. Das kann sich genauso schnell auf Alte, Kranke, Menschen ohne Arbeit, anders Lebende usw. auswirken, und plötzlich bekommen es dann auch diese "Österreicher" zu spüren, wie es ist, wenn nicht geholfen wird. Schade. War echt mal cool bei uns, jetzt eher "kalt und kälter",

9956ebjo
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Da haben aber

Die Amis das Baby zurückgegeben, nicht Österreich…

Mein Graz
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@9956ebjo

M. E. geht es um obigen Posting nicht (nur) um das Baby.
Es geht um fehlende Empathie, die leider auch in Österreich überhand nimmt.
Nicht zuletzt auch auf Grund der Politik der Türkisen, ganz zu schweigen von den Blauen!

RonaldMessics
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Die nachfolgenden... .

.....Postings sind voll mit Vorurteilen und beschämend Undifferenziertheit

wollanig
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Man sieht auch Postings,

die voll von gefährlicher Naivität und beschämender Bevormundung sind.

anda20
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Ein bewegendes Bild

In der Realität folgen 95% junge Männer.

Die Kraft der Bilder.

Vielen Dank

halelale
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Hetze oder Augenzeugenbericht?

kT

Vem03
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Einfach

durch Wien Graz u andere Städte spazieren- erst dann urteilen

halelale
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@Vem03

Aha wenn ich in österreichischen Städten spazieren gehe, weiß ich wie es am Flughafen in Kabul zugeht!?
Interessanter Vergleich. Da kommt der Rand des Tellers aber schnell.... wohl eher Kaffeetasse

Vem03
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Espresso

reicht für sie 😎

andy379
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Einem gestandenen Österreicher

ist das wurscht. Oder er ärgert sich darüber, dass die Grenzen so löchrig sind, dass sogar Babys illegal einreisen können. Für einen wahren Patrioten ist diese suchtbare Menschlichkeit ein Angriff auf unsere Identität und Kultur. Sarkasmus Ende (!?) 🤔

Balrog206
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Ja andy

Und deine Nächstenliebe geht über du.. Postings hinaus oder nicht ? Wie ist dein Plan ?

 
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