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Wegen profitgierigen Betreibern?Seilbahnen, Brücken und mehr: So marode ist Italiens Infrastruktur

Für Italien ist das Seilbahnunglück am Lago Maggiore eine nationale Tragödie. Wie schon beim Brückeneinsturz von Genua war es die Profitgier der Betreiber, die zur Katastrophe führte.

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Beim Seilbahnunglück am Lago Maggiore mussten 14 Menschen ihr Leben lassen
Beim Seilbahnunglück am Lago Maggiore mussten 14 Menschen ihr Leben lassen © 
 

Bei strahlendem Wetter über dem Lago Maggiore zeigt sich Stresa am Westufer zu Wochenmitte in einem eigenartigen Licht. Von Touristen ist kaum eine Spur zu sehen, die Luxushotels stehen leer. Der Lärm der Hubschrauber, die die Trümmerreste der Gondel bergen, gemischt mit dem Klang der Kirchenglocken macht das noch Unwirkliche unwirklicher. In den wiedergeöffneten Kaffeehäusern gibt es nur ein Thema: das Seilbahnunglück.

Kommentare (2)
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Kristianjarnig
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Ich arbeite für meinen (nicht italienischen) Arbeitgeber in Süditalien.

Und leider ist es so wie im Artikel beschrieben. Die italienische Infrastruktur ist desolat, wird auch kaum in Stand gehalten(weil vermutlich auch alles zu verzweift ist, man schaue sich nur einmal das Straßennetz an und wieviele unsinnige Verbindungen es da gibt).

Fahre ich zur Arbeit habe ich ca. 50 km einfachen Weg - ca. 15 km "Strada Provincale"(eine Schlaglochpiste die es in sich hat, man MUSS die Schlaglöcher kennen da man sich sonst an einen "normalen"(also mM. alles was kein Geländewagen ist oder ein uraltes Auto mit "Ballonreifen" Auto die Reifen zerstört. ca. 20 km Autobahn(ist halbwegs ok, man muß ja Maut zahlen), danach noch "Stadtautobahn" in Bari - chaotisch, aber ok solange man , verkehrswidrig aber nötig, den rechten Fahrstreifen meidet(sonst, siehe oben).

Straßen die nicht mautpflichtig sind werden extrem selten erneuert, die Autobahnen in den Süden haben seit der Katastrophe von Genua EXTREM viele Baustellen, teilweise Tempo 40(!) und 60 über Brücken - ein Schelm der sich was denkt dabei.... dieses Baustellen verschwinden zum Großteil auch nicht sondern sind seit "Genua" da :/ .

Es gab vor einiger Zeit einen Bericht wie "modern" die wichtigsten italienischen Straßentunnel im ÖAMTC Klubmagazin. Desaströs. Obwohl sich Italien verpflichtet hat hier nachzubessern tun sie es nicht(/oder nur extrem langsam).

Straßendienste auf normalen Straßen gibt es de fakto nicht, oft liegt ein Hundekadaver 2 Monate und mehr am Straßenrand bis die Natur das erledigt...

Kristianjarnig
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Von daher....

.....hat mich die Seilbahnkatastrophe schockiert aber nicht überrascht.

Ich vermeide derartige Transportmittel soweit wie nur möglich in Italien. Der Straßenverkehr ist schon gefährlich genug, es liegt aber noch halbwegs in der eigenen Hand(außer die Brücke stürzt ein oder es fängt an in einem Tunnel zu brennen, dann gute Nacht).

Alternativ ist der Flugverkehr noch sicher, mit ein Grund warum die Flüge aus und nach Bari(und Brindisi) sogar jetzt schon wieder fast voll ausgebucht sind. Letztlich ein sicherer Weg von Süd nach Nord und umgekehrt zu kommen den viele Italiener gerne nutzen(müssen).

Italien hat SEHR viele Gesetze und Vorschriften. MM. nach ZU viele. Vor allem da sich der Staat nicht effektiv darum kümmert diese dann wenigstes alle effektiv umzusetzen bzw. überwachen.

Sieht man ja beim konkreten Unglück - wer legt ein Notsystem lahm? Jemand im sicheren Wissen das das "eh nicht kontrolliert wird". Und natürlich jemand der sehr skrupellos ist - andere Story.