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''Erbärmliche Lage''Schließung von überfülltem Flüchtlingslager in Bosnien gefordert

Die Menschenrechtskommissarin des Europarats, Dunja Mijatovic, sprach von einer "erbärmlichen" Lage.

Schließung von überfülltem Flüchtlingslager in Bosnien gefordert © AP
 

Europarat, Vereinte Nationen und die Europäische Union haben eine Schließung des völlig überfüllten Flüchtlingslagers Vucjak im Nordwesten Bosniens gefordert. Die dort untergebrachten Migranten sollten sofort in geeignetere Unterkünfte gebracht werden, forderten Vertreter der drei Organisationen. Die Menschenrechtskommissarin des Europarats, Dunja Mijatovic, sprach von einer "erbärmlichen" Lage.

"Das Lager Vucjak hätte gar nicht eröffnet werden dürfen und muss nun geschlossen werden", hieß es in einer Mitteilung von Mijatovic. Sie zeigte sich sehr besorgt, weil die Behörden weiterhin die Migranten in das überfüllte Lager brächten. Schon jetzt gebe es in dem Lager kein fließendes Wasser und keinen Strom. Die sanitären Bedingungen seien schlecht und würden sich mit dem Wintereinbruch nur noch verschlechtern. Mijatovic wies auch darauf hin, dass sich das Lager in einem mit Landminen kontaminierten Gebiet befinde.

"Ungeeignet", "unsicher", "unwürdig"

Das UNO-Team für Bosnien-Herzegowina bezeichnete das Lager als "ungeeignet für die Unterbringung von Menschen". Auf die Mängel in dem Lager, das auf einer ehemaligen Mülldeponie errichtet wurde, hatten die Vereinten Nationen bereits im Sommer aufgewiesen. "Nach wie vor gibt es erhebliche Sicherheits- und Gesundheitsrisiken in Vucjak, der Standort ist von internationalen humanitären Normen weit entfernt", betonte das UNO-Team in seiner jüngsten Mitteilung.

Die EU-Vertretung, die den Standort als "unsicher" und "unwürdig" bezeichnete, betonte indes in einer Mitteilung, dass sie in Gesprächen mit allen relevanten Behörden klar und deutlich die Schließung des Lagers gefordert hat. Die EU verurteilte die Verlegung von Hunderten von Migranten in das improvisierte Lager Vucjak durch die Polizei des Kantons Una-Sana. "Wir rufen alle Behörden in Bihac und im Kanton Una-Sana auf, unverzüglich die Zwangsverlegung von Migranten nach Vucjak einzustellen", hieß es.

Sofortige Verlegung

Die EU-Vertretung und die UNO riefen die Behörden auf, unverzüglich angemessene Alternativunterkünfte für die Migranten zu finden. Zugleich signalisierten sie ihre Bereitschaft, bei der Errichtung neuer Lager oder der Erweiterung bestehender Lager zu helfen. "Es ist absolut wichtig, dass die Migranten in kürzest möglicher Zeit entsprechend untergebracht werden. Das umfasst auch die sofortige Verlegung aller Migranten, die sich derzeit in dem Lager Vucjak befinden", so die UNO.

Die bosnischen Behörden wurden dazu aufgefordert, den Druck von den Lokalbehörden zu nehmen. Auch die Menschenrechtskommissarin rief Sarajevo auf, die nötige Hilfe bereitzustellen. Die Lokalbehörden hätten sich lange Zeit alleine mit dem Problem beschäftigen müssen.

Die Stadt Bihac und das dortige Rote Kreuz hatten wegen mangelnder Unterstützung durch die Zentralbehörden angekündigt, das improvisierte Lager nicht mehr zu betreuen. Die UNO bezeichnete das als "besonders alarmierend", da die Versorgung schon vor der jüngsten Verlegung von Migranten unzureichend gewesen sei. Die Organisation warnte vor einer "humanitären Notlage" in dem Lager, wenn diese Entscheidung umgesetzt wird und die Migranten weiterhin nach Vucjak gebracht werden.

 

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