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Zyklon IdaiMosambiks Wunden werden lange nicht verheilen

Zyklon „Idai“ hat das südostafrikanische Land Mosambik verheert. Hunderttausende Menschen und Dutzende Hilfsorganisationen stehen nun vor großen Problemen.

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Idai erschuf "Binnenmeere in Mosambik © (c) APA/AFP/ADRIEN BARBIER
 

Zuerst war „Idai“ ein Sturm, der über Mosambik und einige Nachbarstaaten fegte. Dann zog das Tief hinaus auf den Indischen Ozean, nahm dort an Kraft zu und kehrte als Zyklon zum Festland zurück. Mit Windspitzen von bis zu 160 Stundenkilometern traf „Idai“ auf den afrikanischen Kontinent und ließ ganze Dörfer unter seinen Fluten verschwinden. Die Behörden rechnen mit bis zu Tausend Todesopfern. Schon jetzt sind Kranken- und Leichenhaus in der Küstenstadt Beira überlastet. Seit Tagen gibt es keinen Strom mehr, die Notstromaggregate fallen regelmäßig aus, was die vielen Leichen zu einem Gesundheitsrisiko für die Einwohner der Stadt macht. In den betroffenen Gebieten drohe nun der Ausbruch Cholera, Hepatitis und anderen Krankheiten, warnt das Internationale Rote Kreuz. Zudem ist Malaria in Mosambik weit verbreitet. Die nun entstandenen Wasserflächen bieten Moskitos, die Malaria verbreiten, perfekte Brutbedingungen.

Zugleich ist Trinkwasser Mangelware. Der Einsatz von Trinkwasseraufbereitungsanlagen sei noch nicht möglich, weil es laut Rotem Kreuz derzeit weder Strom noch Treibstoff für Generatoren gibt. Hilfsorganisationen vor Ort sind noch mit der Versorgung Verletzter und der Ausgabe von Nahrungsmitteln beschäftigt.

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Die Hilfe erreicht aber viele Betroffene noch nicht, weil weite Teile des verwüsteten Gebiets von der Außenwelt abgeschnitten sind. Die Hilfsorganisation „Sei so frei“ unterstützt seit mehr als zehn Jahren Menschen in ruralen Regionen. In vier Missionen werden mehr als 7000 Schüler unterrichtet. Auch medizinische Versorgung, Aids-Prävention und Erwachsenenbildung stehen im Fokus der NGO, die auch Unterricht in entlegenen Dörfern anbietet.

"Tierkadaver hängen in Bäumen"

NGO-Leiter Franz Hehenberger steht nun vor den Trümmern dieser Arbeit. „Das war der schlimmste Sturm, der das Land in der jüngeren Geschichte heimgesucht hat“, berichtet Hehenberger. „Tierkadaver hängen in Bäumen, Kriminalität breitet sich aus. Viele Menschen stehen vor dem Nichts.“ An den Wiederaufbau der zerstörten Schulen ist noch nicht zu denken. Zuerst geht es für viele ums nackte Überleben. 400.000 Menschen hat „Idai“ obdachlos gemacht. Immer noch müssen Menschen von Dächern oder aus Bäumen gerettet werden. Helfer konzentrieren sich auf Kinder und Schwangere. Anhaltender Regen dürfte die Lage nach UN-Angaben in den nächsten Tagen weiter verschärfen.

Bild aus glücklicheren Tagen: Hehenberger "erntet" die Früchte seiner Arbeit Foto © Sei so frei

Vertreter mehrerer Hilfsorganisationen berichten, dass sie auf den Zyklon vorbereitet waren, nicht aber auf die schweren Überschwemmungen. Hehenberger identifiziert die nächste Herausforderung: Beim Wiederaufbau müsse man sich auf künftige Katastrophen einstellen. Dabei ist Mosambik bitterarm und auf ausländische Hilfe angewiesen. Die Vereinten Nationen sagten umgerechnet 17,5 Millionen Euro Nothilfe für die betroffenen Gebiete zu. Österreich stellte eine Million Euro an Soforthilfe zur Verfügung. Die Hälfte davon stammt aus dem Auslandskatastrophenfonds. Weitere Hilfe kommt von der Austrian Development Agency, die dort seit Jahren wirkt.

Mosambik ist seit 1992 ein Schwerpunktland der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. „Wir müssen sicherstellen, dass die Menschen dort so schnell wie möglich wieder auf die Beine kommen“, betont Hehenberger. Die Spuren der Verwüstung werden noch jahrelang sicht- und spürbar sein.

Mosambik: "Kilometerlanges Binnenmeer" nach Zyklon

Nach dem Zyklon "Idai" in Mosambik mit mehr als 1000 befürchteten Todesopfern sind werden nun vor Ort Seuchen befürchtet.

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Nun droht der Ausbruch von Cholera, Hepatitis und anderen Krankheiten", sagt die Sprecherin der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC), Caroline Haga, die vor Ort ist.

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Das Ausmaß der Zerstörung ist unglaublich, vor allem in der Küstenstadt Beira.

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Große Teile des Landes sind überflutet. Die Infrastruktur ist zerstört. Viele Menschen haben alles verloren und sind verzweifelt. Zudem bieten die neu entstandenen Wasserflächen perfekte Brutstätten für Moskitos, die Malaria übertragen.

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Mehr Bilder aus dem Katastrophengebiet!

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