Die kalifornische Polizei hat das Martyrium von rund einem Dutzend im elterlichen Haus gefangen gehaltenen Geschwistern beendet. Eines der insgesamt 13 teils mit Ketten gefesselten Opfer im Alter von zwei bis 29 Jahren habe sich am Sonntag selbst befreien können und den Notruf gewählt, teilte die Polizei in Riverside am Montag mit.

Die Eltern der unterernährten Geschwister wurden festgenommen, die Polizei leitete Ermittlungen unter anderem wegen Folter ein.

Der 57-jährige Vater und seine 49-jährige Ehefrau hielten ihre Kinder in Perris, zwei Stunden südöstlich von Los Angeles, teilweise mit Vorhängeschlössern an ihre Betten gekettet fest. In den abgedunkelten Räumen habe es stark gerochen, die Kinder seien "sehr schmutzig" gewesen, berichtete die Polizei. Aufgrund ihrer Unterernährung schätzten die Beamten die Opfer zunächst alle als minderjährig ein. Später habe sich herausgestellt, dass das älteste bereits 29 Jahre alt war.

Insgesamt seien sechs Opfer minderjährig, sieben seien zwischen 18 und 29 Jahre alt. Bei dem Mädchen, das die Polizei alarmierte, handelt es sich um eine 17-Jährige. Die Polizei schätzte sie nach eigenen Angaben zunächst auf zehn Jahre. Das Mädchen habe im Haus ein Mobiltelefon gefunden, mit dem es den Notruf gewählt habe. Wie lange die Geschwister bereits festgehalten wurden, war zunächst unklar.

Die Facebook-Seite des Vaters zeigt Bilder einer glücklichen Familie. Die Fotos wurden im Juli 2016 gepostet. Wann sich das Familienleben in ein Martyrium für die Kinder gewandelt hat, ist derzeit noch unklar.

Nach ihrer Befreiung wurden die ausgezehrten Opfer zunächst mit Essen und Getränken versorgt. Bei dem Vater der Kinder soll es sich nach einem Bericht des Lokalsenders KTLA um den Direktor einer Privatschule in Perris handeln. Die Kautionssumme für eine etwaige Freilassung des Paars wurde auf neun Millionen Dollar (7,33 Mio. Euro) festgesetzt.