Beim Verlesen der Zeugenaussagen im Schlepper-Prozess in Kecskemet wurde die verzweifelte Suche der Angehörigen der 71 Flüchtlinge zum Thema. Ein irakischer Flüchtlingshelfer, der seit 2010 in Österreich war und in einem Heim arbeitete, wurde von den Verwandten der getöteten Iraker kontaktiert, die ihre Angehörigen nicht erreichen konnten. Der Bruder eines der erstickten Flüchtlinge rief den Iraker an, da er auf der Suche nach seinem Angehörigen war. Der Mann wusste von der bevorstehenden Schlepperfahrt. Als dann in den Medien von den 71 Leichen in einem Kühl-Lkw in der Pannenbucht berichtet wurde, rief er den Flüchtlingshelfer an. Er sagte, dass er seinen Bruder nicht mehr erreichen konnte.
A4-Flüchtlingsdrama
"Wenn Leute unterwegs sterben, dann ist Gott daran schuld, nicht ich"
Bei der Fortsetzung der Verhandlung gegen eine Schlepperbande, die für den Erstickungstod von 71 Flüchtlingen verantwortlich gemacht wird, sind am Mittwoch vom Gericht im ungarischen Kecskemet Zeugenaussagen verlesen worden.
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