Dass dies der größte Augenblick seiner Karriere wird, liegt auf der Hand, denn ein Auftritt vor mehr Menschen als in der Halftime des Super Bowl, muss erst noch erfunden werden. Also wird Usher Raymond IV in der Nacht auf Montag gegen 2, halb 3 Uhr unserer Zeit, die Bühne im Innenraum des Allegiant Stadiums stürmen. 13 Minuten lang wird er seine Show abziehen, während die Athleten der Kansas City Chiefs und der San Francisco 49ers ein wenig durchschnaufen. Hinterher wird man wohl sagen, das Spektakel sei rasant gewesen, die Gäste überraschend, die Kostüme und Tanzdarbietungen des 45-Jährigen atemberaubend, und überhaupt, man hatte ja gar nicht mehr auf dem Schirm, wie viele Hits dieser Usher doch schon veröffentlicht hat. Gut, die allergrößten Erfolge sind jetzt auch schon so lange her wie die Präsidentschaft Bill Clintons. Ende der Neunziger, Anfang der Nullerjahre war der Usher-Sound ubiquitär. Lange vor Nacheiferern wie Justin Timberlake bezirzte der Charmeur nämlich schon das ganz große Publikum mit verführerischem, leicht laszivem, aber auch nie über die Maße anzüglichem R&B, Soul und Pop.