Mazda 3 im DauertestDiesotto versus Diesel: Womit ist man sparsamer unterwegs?

31.000 Kilometer im Mazda 3, absolviert mit zwei unterschiedlichen Motorvarianten: Diesotto vs. klassischer Benziner, 180 vs. 122 PS – wer hat die besseren Verbrauchswerte, wie belastbar ist die neue Technik?

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Der Mazda 3 ist einer der schönsten Vertreter der Kompaktklasse © OLIVER WOLF
 

Die Einschätzung, die Kleine-Zeitung-Cheftester Walter Röhrl zum Mazda 3 beim ersten Test getroffen hat, trifft’s am besten: „Mazda klinkt sich selbstbewusst aus dem Mainstream aus und zeichnet sein eigenes Erscheinungsbild. Schöne, weiche, runde Formen, glatte Flächen, ein echtes Charaktergesicht mit der Front und der Mut, die C-Säule so durchzuziehen: Das ist toll gemacht. So ein Design würde sogar Italienern gut stehen.“

Rund ein Jahr und über 31.000 Kilometer später ist es Zeit für einen speziellen Vergleich: Wir starteten unseren Dauertest mit dem 122-PS-Benziner (Skyactive-G, 21.000 Kilometer) und wechselten heuer auf den 180-PS-Benziner Skyactiv-X (coronabedingt: knapp über 10.000 km).

Modellvorstellung: Mazda3

Also da schauen wir aber. Selten gelingt es einem Hersteller den Look eines Showcars fast ohne Verluste in die Serie zu übertragen – Mazda hat das jetzt beim neuen 3er geschafft.

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Da lacht einen die Studie Kay an, die mit ihrer schnörkellosen Karosserieform, die auf ihrer Oberfläche im Wechsel von Licht und Schatten Reflexionen erzeugt, beste Kritiken geerntet hat.

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Und das wird wohl auch das kompakte Limousinchen, aber vor allem der schöne Fünftürer.

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Auch der Innenraum kann sich sehen lassen: Die Materialien sind feiner, die Sitze ergonomischer und das Cockpit perfekt auf den Fahrer ausgerichtet.

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Ein 8,8 Zoll großes Farbdisplay und ein noch intuitiveres Bedienkonzept ergänzen das Infotainment-System.

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Durch verbesserte Dämmung ist es im neuen Mazda3 so leise wie noch nie.

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Motorisch stehen drei Antriebsvarianten zur Verfügung, wahlweise mit Schaltgetriebe oder als Automatik. Jeweils mit sechs Gängen: Da wäre zum einen der 2-Liter-Benziner mit 122 PS und der 1.8-Liter-Diesel mit 116 PS.

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Und der erstmals in einem Serienauto erhältliche, selbstzündende Benzinmotor namens Skyactiv-X.

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Beide Benziner bringen eine Zylinderabschaltung und ein Mild-Hybrid-System mit. Optional ist der Mazda3 übrigens auch mit Allradantrieb erhältlich.

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Und last but not least haben die Japaner die Serienausstattung gehörig angehoben: Bereits in der Basisversion sind ein Head-up-Display, Anbindung von Apple CarPlay beziehungsweise Android Auto, ein adaptiver Tempomat oder eine Verkehrszeichenerkennung mit von der Partie.

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Der Skyactive-X gilt als eines der technischen Herzstücke von Mazda. Einerseits, weil die Japaner damit eine Technik serienreif gemacht haben, an der schon deutsche Hersteller gescheitert sind. Andererseits hat Mazda – im Gegensatz zu anderen Herstellern – mit dem Skyactive-X-Konzept eine Perspektive eröffnet, die für den Verbrennungsmotor eine Zukunft aufzeigt.

Der Skyactive-X arbeitet – stark vereinfacht erklärt – in einem dieselähnlichen Modus, schluckt aber Benzin. Technisch funktioniert das mit einer Art Teilselbstzündung. Das äußerst magere Benzin-Luft-Gemisch, extrem hoch verdichtet, wird mit einem genau getimten Zündfunken zur Explosion gebracht.

Das funktioniert in einem erstaunlich breiten Fahrbereich, ablesbar am mittleren Display, wenn die Kolben in einer Animationsgrafik im grünen Bereich bleiben. Knapp unter 5000 Umdrehungen kippt man aber endgültig in den roten Bereich.

Die Verbrauchswerte für das sogenannte Diesotto-Konzept samt seiner 180 PS: rund um sechs Liter im Normalfall/Mix. Weiter senkt man den Wert, wenn man besonders sparsam und gleichmäßig fährt (hoher Landstraßenanteil, Tempo unter 100). Höher wird’s, wenn man in höhere Drehzahlbereiche vordringt (z. B. Autobahn/Deutschland), da kommt man auf knapp über sieben Liter.

Unser Tipp: Im Bereich von 3000 U/min (und darunter) bleiben, früh schalten, so schafft man für 180 PS feine Werte, die in dem Bereich eines Hybrid mit E-Motor und einer etwas größeren Batterie (kurze Strecken rein elektrisch) liegen.

Mazda3

Preise: Skyactive-G (122 PS) ab 23.990 Euro; Skyactive X ab 27.590 Euro.
Motoren: Skyactive-G: Vierzylinder-Benziner, 1998 ccm, 122 PS bei 6000 U/min, 213 Nm bei 4000 U/min; Skyactive-X: Vierzylinder-Benziner, 180 PS bei 6000 U/min, 1998 ccm, 224 Nm bei 3000 U/min.
Antrieb: Beide Frontantrieb; beide mit 6-Gang-Schaltung bzw. Automatik erhältlich.
Verbrauchswerte: Skyactive-G 6,2–7,2 l/100 km; Skyactive-X 6,4–6,8 l/100 km (Mixwerte).

Der Skyactive-X trägt zwar ebenso das Kürzel Hybrid im Namenszug, dabei handelt es sich aber um ein Mild-Hybrid-System (24 Volt), das beim Anfahren helfen soll und die Start-Stopp-Automatik bedient. Umso beachtlicher sind die Verbrauchswerte.

Noch ein Pluspunkt: durchwegs weniger Verbrauch als turboaufgeladene Benziner mit einem ähnlichen Leistungsspektrum. Eines ist beim Skyactive-X aber gewöhnungsbedürftig: Man spürt die 180 PS nicht – aber von der Auslegung profitiert der Verbrauch. Technisch gab’s – trotz Hightech-Einsatz – keine Probleme. Der Motor läuft perfekt.

Modellvorstellung: Mazda CX-30

Inzwischen entfallen die Hälfte aller Verkäufe bei Mazda auf die beiden SUV CX-3 und CX-5. Logisch also, dass die Japaner noch einen dritten Crossover nachschießen.

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Der reiht sich zwischen die beiden bestehenden Hochsitze ein. Bei einer Gesamtlänge von 4395 Millimetern entfallen 2655 auf den Radstand, was ordentliche Platzverhältnisse für die Passagiere und einen 430 Liter fassenden Kofferraum unter einen Blechhut bringt.

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Im Innenraum sind Cockpit und Bedienelemente möglichst ablenkungsfrei angeordnet. Das Infotainment zeigt sich weiterentwickelt, Apple CarPlay und Android Auto inklusive.

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Ein außergewöhnliches Klangerlebnis ermöglicht die Positionierung der Lautsprecher, während spezielle Dämmungsmaßnahmen im Innenraum für ein angenehm niedriges Geräuschniveau sorgen.

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Motorisch tut sich folgendes: Zum einen gibt es den 2-Liter-Benziner mit 122 PS, zum anderen einen 1,8-Liter-Diesel mit 116 PS und schließlich ein bisschen von beidem.

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Der „Diesotto“ namens Skyactiv X, ist nämlich ein Benziner, der selbst zünden kann. Alle Triebwerke können mit Automatik und Allrad kombiniert werden.

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Marktstart für den Mazda CX-30 ist der 20. September.

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Für den Benziner mit 122 PS werden ab 25.990 Euro fällig.

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Beim Diesel mit 116 PS liegt der Einstiegspreis bei 28.190 Euro.

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Die Tarife für den „Diesotto“ beginnen bei 28.890 Euro. Automatik gibt es für alle Antriebe um 2100 Euro, Allrad um 2200 Euro Aufpreis.

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Der kleinere Bruder, der Skyactive-G, ist ein optimierter Verbrenner mit 122 PS: Sein Verbrauch ist unter Idealbedingungen (hoher Landstraßenanteil, 70 bis 80 km/h) niedriger (auch unter sechs Liter/100 km!), im Mix mit höherem Stadt-/Autobahnanteil rutscht man leichter in Richtung sieben Liter. Bei 6,2 Liter/100 km schafften wir den Bestwert, sonst lagen wir eher bei über sieben Liter. Auch hier gilt: Höhere Drehzahlbereiche fordern ihren Tribut. Bestes Einsatzgebiet: ein Mix mit einem hohen Landstraßenanteil (70 bis 80 km/h).

Das Resümee: Die größere Überraschung ist der Skyactive-X, der bei aufmerksamer Fahrweise – auch in Bezug für die PS-Zahl – exzellente Verbrauchswerte liefert.

Kommentare (2)
scionescio
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"weil die Japaner damit eine Technik serienreif gemacht haben, an der schon deutsche Hersteller gescheitert sind"

Mercedes und BMW sind nicht daran gescheitert, sondern haben wegen Sinnlosigkeit die Entwicklung eingestellt: die bauen schon lange 2Liter Diesel mit einem Verbrauch um die 5 Liter, mit mehr PS und vor allem mehr als dem doppelten Drehmoment - wozu dann einen Diesotto mit fragwürdiger Lebensdauer bzw. Laufleistung?
Mazda scheint ein Faible für Technologien zu haben, die andere schon viel früher erfunden haben, aber dann wegen erwiesener Sinnlosigkeit wieder verworfen haben zB Wankelmotor.

Carlo62
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Das habe ich mir auch gedacht!

Der Verbrauch ist wahrlich keine besondere Leistung. Bei den angegebenen Geschwindigkeiten (50-70 km/h) bin sogar ich mit meinem 2,4 Tonner und 6 Zylindern bei 5,5 Liter Verbrauch. Außerdem ist es ein reiner Ottomotor mit höherer Verdichtung aufgrund eines mageren Gemisches. Die Zündung erfolgt gesteuert über Kerzen, also keine Selbstzündung.