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Nachrüstmotoren für FahrräderSie machen aus jedem Fahrrad ein E-Bike

Mit dem extraleichten Motor eines Villacher Start-ups wird aus jedem Bike ein E-Bike. Wir haben add-e am Mountainbike und am Faltrad getestet.

Verleihen dem Fahrrad E-Flüüügel: Fabian Gutbrod und sein Team © Martin Hofmann
 

Wow. Das Ding schiebt echt gewaltig an. Ja, 600 Watt verleihen unserem Bike in bester Roter-Bullen-Manier Flüüügel. Allerdings ist das Full-power-Vergnügen dank begrenzter Akku-Kapazität ein eher kurzes.

„Das Ding“ heißt Add-e und ist ein extraleichter E-Motor (850 Gramm), den man nachträglich auf fast jedes Rad montieren kann. Dazu kommt ein Akku (1,2 kg) in Form einer Trinkflasche - und fertig ist das E-Bike. Am Akku wird die Unterstützungsstufe gewählt, das Hinterrad mittels einer zukoppelbaren Walze angetrieben. Schaltet man den Motor weg, ist vom Antrieb so gut wie nichts mehr zu spüren.

Add-e ist also das E- für jedes Bike. „Der eine will sein Citybike oder das Lieblingsrad elektrifizieren, der andere will am Rennrad bei Gegenwind oder auf Steigungen Unterstützung“, weiß Bikeprofi Arnold Ortner, einer von etwa 100 Händlern, die Add-e vertreiben. Mithilfe von Youtube-Videos können Bastler den Antrieb selbst montieren, der Händler macht's um 120 Euro.

So kostet die Aufrüstung mit dem 600-Watt-Motor samt Montage 1220 Euro, den schwächeren 250-Watt-Motor gibt's um 1010 Euro. Sind 600 Watt erlaubt? „Ja, mit dem eingebauten Speedlimit von 25 km/h“, sagt Fabian Gutbrod, der „Vater“ von add-e. Man kennt ihn aus der Puls-4-Sendung „Zwei Minuten, zwei Millionen“, bei der er im April alle fünf Investoren um H. P. Haselsteiner überzeugte, seiner Firma GP-Motion für 30 Prozent Firmenanteil 450.000 Euro zu geben. Nach Gesprächen mit den Geldgebern verzichtete Gutbrod aber: „Sie wollten zu viel Einfluss.“

Überblick

Nachrüstmotor 600 Watt/ 5 Unterstützungsstufen, 9-Ah-Akku in Trinkflasche (Vollladung ca. 4 Stunden), Reichweite: Test/mittlere Stufe 20 bis 30 km. Preis ohne Montage 1100 Euro. www.add-e.at

Bisher verleiht der E-Antrieb aus Villach schon 5000 Radlern Flüüügel. Er schaltet sich nach den ersten Pedaltritten mit leichtem Ruck zu, das passiert am Mountainbike ziemlich harmonisch. Nur das Surren des E-Motors signalisiert, dass man sich unterstützen lässt. Am Faltrad Brompton läuft add-e kraftvoll, aber nicht ganz so rund, da ist das An- und Abkoppeln der Antriebswalze mitunter mit kräftigem Klacken verbunden. „Lässt sich einstellen“, verspricht Gutbrod.

In der Ebene ist die Kraftentfaltung der höheren Unterstützungsstufen gewaltig, da durchbricht man mit deaktiviertem Speedlimit schnell die 40 km/h Schallmauer. Das geht aber auf Kosten der Reichweite. Die lag bei normaler Fahrweise mit 25 km/h zwischen 20 und 30 Kilometern. Je hügeliger, desto weniger. In der Ebene werden normale E-Bike-Motoren à la Bosch vom add-e „geschnupft“, am Berg allerdings sind Bosch & Co. stärker. „Im Vergleich mit Autos ist unser Motor ein Benziner, Bosch & Co. sind Diesel mit mehr Drehmoment“, sagt Gutbrod.

Die Reichweite lässt sich durch einen Zweitakku (380 Euro) verdoppeln. Leider lässt sich der Akku am Rad nicht versperren. Ein Manko ist auch die Abnutzung des angetriebenen Reifens durch die Walze.

Fazit: add-e läuft fast so rund wie „normale“ E-Bikes. Für add-e spricht die Leichtigkeit, zudem kann man den Motor (mit Umbausatz) auf andere Räder umstecken. Abgeschaltet ist vom Antrieb so gut wie nichts zu spüren, man fährt unbeschwert weiter. Herkömmliche E-Bikes sind da sperriger.

 

Kommentare (1)

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Kristianjarnig
1
3
Lesenswert?

Nette Nachrüstlösung die aber keinem "echten" E-Bike das Wasser reichen kann.

Die Aussage das das Nachrüstsystem ein Bosch System auf der Ebene "schnupft" ist natürlich übertrieben, die Bosch Systeme sind ja(so wie alle anderen E-Bikes) auf 25km/h limitiert(so ähnlich wie sehr viele Autos ab 250 km/h einen Begrenzer haben wobei die Maschine sehr wohl schneller gehen könnte).

Sieht man im Internet die diversen Lösungen um den Limiter zu deaktivieren dann sieht man das man bereits mit einem Bosch MTB locker um die 40km/h erreichen kann und so jeden Rennfahrer "stehen" lassen könnte. Und das ist mit Standard Übersetzung. Da geht mehr, verliert natürlich dann aber etwas an der Geländeübersetzung.

Das man damit den Versicherungsschutz verliert bzw. das Fahrrad an sich illegal im ÖFFENTLICHEN Verkehr betrieben wird steht auf einem anderen Blatt. Das gilt allerdings auch für jedes Nachrüstsystem über 25km/h.

Das es eher nicht so effektiv ist die Kraft mittels Walze auf den Reifen zu übertragen sollte sowieso klar sein(Regen, verschmutze Wege, Schmutz am Reifen, usw.).
Wie gesagt - eine nette Nischenlösung der eventuell schnell mal ein altes "Lieblingsradl" aufrüsten will. Jeder andere kauft sich ein abgestimmtes E-Bike. Wobei, will man Qualität, man da wohl mit knapp der 3fachen Summe rechnen muß was man für den Nachrüstsatz hinlegen muß.

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