Antiblockiersystem im TestOb sich ein ABS für E-Bikes auszahlt

Inzwischen gibt es drei ABS für E-Bikes auf dem Markt: Der ADAC hat das System von Bosch getestet und erklärt dessen Vor- und Nachteile.

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Bremsung ohne ABS
Bei einer Vollbremsung ohne ABS kann das Hinterrad abheben © ÖAMTC/Houdek
 

Der Boom von E-Bikes ist ungebrochen. Damit stieg auch die Zahl der Unfälle: Mehr als 30.000 Radfahrende verletzen sich laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit in Österreich jährlich so schwer, dass eine Behandlung im Krankenhaus notwendig wird. Die Unfallursachen sind vielfältig. Dazu gehören das höhere Durchschnittstempo und höheres Gewicht von E-Bikes im Vergleich zu einem herkömmlichen Fahrrad sowie immer kräftiger zu Werke gehende Bremsanlagen. Eine Kombination, die bei vor allem bei ungeübten Radlern für Unfälle sorgen kann.

Um die bei Notbremsungen zu vermeiden, kann ein gutes Antiblockiersystem (ABS) für E-Fahrräder Abhilfe schaffen. Ein ABS kann den Stillstand des stabilisierenden Vorderrades und in der Folge Stürze vermeiden. Die guten Systeme verhindern aber auch weitgehend das Abheben des Hinterrades und im Extremfall einen Überschlag.

Mittlerweile gibt es drei Anbieter für Fahrrad-ABS-Systeme: Bosch, ZF Sachs Micro Mobility GmbH und die italienische Marke BluBrake. Der ADAC hat anhand des Systems von Bosch untersucht, welchen Nutzen ein ABS für Pedelecs bringt und ob sich die Mehrkosten von mehreren Hundert Euro lohnen.

Ergebnis: Die Bremstests haben auch unter ungünstigen Bedingungen wie beispielsweise auf rutschigem Untergrund mit niedrigem Reibwert eine Radblockade zuverlässig verhindert. Auch die Bremsstabilität war überwiegend gut. Nur bei einer von 50 ABS-Bremsungen hob das Hinterrad bei niedriger Geschwindigkeit so weit ab, dass sich der Fahrer mit einem seitlichen Ausfallschritt in Sicherheit bringen musste.

Die Funktion des Überschlagschutzes hat allerdings einen Nachteil: Normalerweise verliert das Hinterrad mit steigenden Bremskräften schnell den Bodenkontakt. Um einen Überschlag zu verhindern, muss die Bremskraft vom ABS rechtzeitig begrenzt werden. Dadurch verlängert sich allerdings der Bremsweg.

Der ADAC empfiehlt ABS grundsätzlich für Radfahrer, die viel auf unbefestigten, verschmutzten und damit rutschigen Strecken sowie bei allen Witterungen unterwegs sind. Hier ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Reifen beim Bremsen ohne ABS zu wenig Haftung haben. Auf trockener Straße bleibt das Pedelec zudem während der Bremsung beherrschbar.

Gut geeignet ist das ABS auch für E-Lastenräder, die ein höheres Gewicht, einen relativ niedrigen Schwerpunkt und einen langen Radstand haben. Das ABS ist hier besonders gut geeignet, um plötzliches Abbremsen zu stabilisieren und Stürze zu verhindern

Wer sich für ein Pedelec-ABS entscheidet, sollte sich das System vom Händler erklären lassen und eine ausgiebige Probefahrt mit Bremsversuchen unternehmen. Aufgrund des verlängerten Bremsweges sollte die Fahrweise angepasst und große Abstände eingehalten werden.

Kommentare (2)
fwf
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2
Lesenswert?

Wenn schon

Dann auch Überrollbügel Und Airbags !
Sind denn wirklich schon alle vom gesunden Hausverstand verlassen ?

Naturfreund007
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3
Lesenswert?

@fwf

Airbags wären manchmal notwendig

Ich wohne in einem Gebiet mit massivem Tourismus-E-Biker-Verkehr

Und täglich kommt der Hubschrauber...

Die Leute können einfach nicht fahren, dürfen aber mit den Bikes hier ins Gelände
Selbst eigentlich einfache Asphaltstraßen bergab sind schon zu schwierig
Es ist der Horror pur

Mancher Unfall könnte sich mit ABS vermeiden lassen, aber ein automatischer Schleudersitz wäre oft angebrachter