Unachtsamkeit als UnfallursacheHälfte der Autofahrer an Kreuzungen abgelenkt

Gespräche mit dem Beifahrer oder via Freisprechanlage - die Aufmerksamkeit im Verkehr ist nicht immer gegeben. Und: mehr als zwei Drittel der E-Scooterfahrer und 43 Prozent der Fußgänger sind mit Kopfhörern unterwegs.

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Ablenkung durch Smartphones wurde häufig beobachtet © Andrey Popov/stock.adobe.com
 

Über 1.600 abgelenkte Verkehrsteilnehmer wurden in den Hauptverkehrszeiten an Kreuzungen in Wien erfasst. "Die beobachteten Verkehrsteilnehmer waren mit diversen erkennbaren Zusatzaufgaben befasst oder mit Kopfhörern unterwegs, teils wartend, annähernd oder querend", sagte ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.

Ganze 84 Prozent der Radfahrer, 70 Prozent der E-Scooterfahrer und 43 Prozent der Fußgänger waren demnach mit Kopfhörern unterwegs. Dabei ereigneten sich laut Unfallstatistik 2020 in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt mehr als ein Drittel aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden aufgrund abgelenkter Verkehrsteilnehmer.

Unachtsamkeit eine der häufigsten Unfallursachen

"Jede ablenkende Tätigkeit, so banal diese auch erscheinen mag, kann negative Auswirkungen auf das Fahrverhalten haben. Die Fehlinterpretation der eigenen Leistung kann zu gefährlichen Unfällen führen, vor allem, wenn schwächere Verkehrsteilnehmer beteiligt sind", gab Seidenberger zu bedenken. Dabei seien sich Verkehrsteilnehmer in der Theorie sehr wohl darüber bewusst, welche Ablenkungen zu gefährlichen Fahrfehlern führen können, zeigte eine aktuelle Online-Umfrage des ÖAMTC, wonach Gespräche mit dem Beifahrer, das Bedienen von Geräten und das Telefonieren während der Fahrt am häufigsten als ablenkende Tätigkeiten eingeschätzt wurden.

"Die Risiken und möglichen Folgen sollten stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit von allen Verkehrsteilnehmern gerückt werden", mahnte daher die Verkehrspsychologin. Schon bei jungen Fahrradfahrern ließe sich diesbezüglich bei der Schulung zur freiwilligen Fahrradprüfung ansetzen, riet die Expertin.

Kommentare (3)
yzwl
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Es

ist doch eigentlich erschreckend das die Meisten Fußgänger einfach die Fahrbahn queren, egal ob Zebrastreifen oder Fußgänger Ampel ohne Augenkontakt zum Fahrzeuglenker zu halten. Die vertrauen darauf das sie ohnehin gesehen werden, und wenn nicht, dann ist der Autofahrer schuld, das sie davon nichts mehr haben, weil entweder schwer verletzt oder sogar Tot, interessiert sie nicht. Die meisten schauen sogar ostentativ weg. Da ist meiner Meinung nach die ich-ich Gesellschaft schuld, und das liegt an der Erziehung der Eltern!

pescador
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Unachtsamkeit im Verkehr ist eine der häufigsten Unfallursachen, der ÖAMTC mahnt daher zu mehr Disziplin.

Schön dass man endlich zu dieser Erkenntnis kommt. Ich vertrete diese Meinung schon jahrelang. Ich gehe sogar so weit, dass ich sage, Unaufmerksamkeit im Straßenverkehr ist DIE häufigste Unfallursache. Überhöhtes Tempo potenziert natürlich dann die Unfallfolgen.
Leider steuert man nicht dagegen sondern das Gegenteil ist der Fall. Die Ablenkungsquellen im Auto und auch ausserhalb vom Auto werden immer mehr. Ob es die Herumtipperei im immer umfangreicher werdenden Bedienmenü am Display ist, oder die Ablenkung am Handy. Die Ablenkungsquellen werden immer mehr.
Achtet einmal aktiv im Straßenverkehr, wie viele abgelenkte Blindflieger einem auf einer längeren Strecke entgegen kommen. Es sind erschreckend viele.

vonnixkummtnix
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Warum werden Kopfhörer anderer Verkehrsteilnehmer

Mit einem Gespräch oder anderen Tätigkeiten im Auto gleichgesetzt? Die meisten hören wohl Radio/Musik.. Also gehört natürlich auch das bei den Autofahren mitgezählt . Dann liegt die Ablenkung bei Autofahren eher bei 100% oder darüber, da meist mehrere Ablenkungsmanöver gleichzeitig stattfinden.