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Mobilität in Zeiten von Corona Treibstoff der Zukunft: Fünf Fakten über E-Fuels

Das muss man wissen: Wie E-Fuels hergestellt werden und welche Rolle Wasserstoff, CO und CO2 spielen.

E-Fuels können wieder in Ökostrom umgewandelt werden © Adobe Stock
 

1. Welche alternativen Kraftstoffe gibt es?

Diese Kategorie umfasst laut EU all jene Kraftstoffe, die nicht auf Erdöl als Rohstoff basieren: Flüssiggas, Erdgas (komprimiert/verflüssigt), Wasserstoff, Fahrstrom, synthetische und Biokraftstoffe. Als erneuerbare Kraftstoffe dagegen gelten Biokraftstoffe, Kraftstoffe aus wiederverwertetem Kohlenstoff sowie Strom und E-Fuels.

2. Werden synthetische Kraftstoffe auch aus Plastik erzeugt?

Solche künstlich hergestellten Kraftstoffe können sowohl mit fossilen Energiequellen (zum Beispiel Erdgas, Kohle, aber auch Plastik­abfall) als auch mit erneuerbaren Energiequellen (also Biomasse wie Holz, Speiseabfälle) erzeugt werden. Die Umwandlung erfolgt meist über das Fischer-Tropsch-Verfahren oder eine Weiterentwicklung dieses Systems.

3. Wozu braucht man das ­Fischer-Tropsch-Verfahren?

Dieses Verfahren, auch als Fischer-Tropsch-Synthese bekannt, diente ursprünglich der Verflüssigung von Kohle oder Koks im großtechnischen Maßstab. Statt Kohle können aber auch Erdöl, Erdgas oder Biomasse eingesetzt werden.

Im ersten Prozess-Schritt entstehen Wasserstoff und Kohlenmonoxid. Daraus werden katalytisch Kohlenwasserstoffe erzeugt, die sich in verschiedene gasförmige oder flüssige Kraftstoffe (etwa Benzin, Diesel), aber auch Motoröl umwandeln lassen – sogenannte synthetische Kraftstoffe. Das Verfahren wurde 1925 von den beiden deutschen Chemikern Franz Fischer und Hans Tropsch erfunden. In Österreich ist auf diesem Feld seit Jahren die TU Wien in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Güssing aktiv – etwa zur Spritherstellung aus Holz.

4. Woher kommen E-Kraftstoffe (E-Fuels oder ­Power-to-Liquids)?

Wird aus Ökostrom und Wasser „grüner“ Wasserstoff erzeugt und dieser durch Zuführen von CO2 oder CO synthetisch zu flüssigem Kraftstoff weiterentwickelt, ist von E-Fuels oder strombasierten synthetischen Kraftstoffen die Rede.

Beispiele dafür sind E-Diesel, E-Benzin oder E-Kerosin. Im großtechnischen Maßstab wird mit ihrem Einsatz um 2030 in Europa gerechnet, allerdings eignen sie sich auch sehr gut als Beimengung zu konventionellem Kraftstoff. So können sie bereits jetzt zur CO2-Einsparung beitragen. Weiterer Vorteil: Sowohl grüner Wasserstoff wie auch E-Fuels können wieder in „Ökostrom“ umgewandelt werden, wobei sich die Umwandlungsverluste weiter erhöhen. Bevor jedoch etwa Windräder abgeschaltet werden, weil der Strom gerade nicht gebraucht wird, kann dieser Umweg trotzdem sinnvoll sein. So steht Ökostrom „in Reserve“ bereit.

5. Wie kann man CO2 „abspalten“?

Um aus Ökostrom E-Fuels herzustellen, braucht es CO oder CO2. Den größten Umweltvorteil bringt ein „Recyceln“ von CO2 aus der Luft. Am leichtesten geht dies, wenn CO2 aus Schornsteinen energieintensiver Betriebe wie Zementwerken abgespalten wird, da CO2 hier sehr konzentriert vorkommt. Dies ist aber nur so lange möglich, wie diese Betriebe fossile Energiequellen nutzen. Deutlich aufwendiger sind Systeme, die CO2 aus der Umgebungsluft nehmen.

Kommentare (5)

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Mezgolits
4
1
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Bevor jedoch etwa Windräder abgeschaltet werden, weil der Strom

gerade nicht gebraucht wird, kann dieser Umweg trotzdem sinnvoll sein.
So steht Ökostrom "in Reserve" bereit. - Vielen Dank - ich meine: Das wäre
mit den 2 fehlenden Donaustromwerken viel wirtschaftlicher und weniger
umweltschädlich möglich als tausende Solar- und Windstromanlagen. E.M.

scionescio
15
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Vielleicht sollte man nochanmerken, dass für E-Fuels die komplette Infrastruktur schon weltweit vorhanden ist und man sch damit Billionen an Infrastrukturkosten ersparen und sinnvoller für Klimaschutz, Armutsbekämpfung, etc ausgeben könnte ...

... aber es sind eben genau diese Billionen und dann das Geschäft mit den Ladestrom, Akkus und BEVs, die die unheilige Allianz aus Energieversorgern, Kernkraftwerkserbauern, chinesischer Planwirtschaft und amerikanischen Glücksrittern/Ankündigungsweltmeistern und naiven Umweltbewegten dazu bringen, die Politiker zu idiotischen Gesetzen (Subventionen für umweltschädliche BEVs mit Sondermüll an Bord) zu "überreden", damit ihre bisher schon getätigten Investitionen keine Stranded Costs werden und in Zukunft fette Gewinne abwerfen!
Mit einem Bruchteil dieses Geldes könnte die Forschung so vorangetrieben werden, dass man in ein paar Jahren mit geeigneten Vorrichtungen das CO2 einfach aus der Luft entnimmt und damit zusammen mit dem Wasserstoff aus erneuerbarer Energie e-Fuel erzeugt - sowohl das Klimaproblem als auch das Energieproblem (das in Wahrheit mehr ein Verteil- und Speicherproblem ist) wären mit einem Schlag nachhaltig gelöst ... bis auf die Energieversorger, die Atomlobby, die Chinesen und vielleicht ein paar großspurigen BEV-Erzeugern aus den Staaten, hätten alle anderen nur Vorteile!
Diese Technologie wird sich mit Sicherheit nicht verhindern lassen, aber die Lobbyisten tun alles um sie zu verzögern (siehe Subventionen für BEVs und Hybrid) um auch, zum Schaden der Umwelt und der Konsumenten, ein Stück vom Kuchen zu bekommen ... und naive Fanatiker ohne Hintergrundwissen gehen ihnen dabei auf den Leim!

schadstoffarm
30
6
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Sag dem kolbenfresser ade

Und Lern Elektrotechnik. Die Flexibilität des Elektromotors wird zu einer ungeahnten mobilitätsvielfalt führen, natürlich teurer. Aber wenn du in Zukunft die 500m zum tschickautomaten zu fuss gehst wirst wenigsten wissen wie sich 75W Leistung anfühlen.

scionescio
8
11
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" ...und naive Fanatiker ohne Hintergrundwissen gehen ihnen dabei auf den Leim!"

qed

schadstoffarm
13
6
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Dein "wissen" scheint dich eher zu behindern

Im prinzip bist auf der Suche nach dem schlechtesten Wirkungsgrad. Was das sein wird ist noch nicht ganz klar, da hältst dir alles offen.