Gute FrageWie schnell darf man über eine Radfahrerüberfahrt brausen?

Eine aktuelle Studie des ÖAMTC zeigt, dass ein Drittel der Radfahrer die regeln zum Queren einer Radfahrerüberfahrt nicht kennt.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
© ÖAMTC/Weissinger ÖAMTC/Weissinger
 

Ja, es stimmt. Biker haben auf einer Radfahrerüberfahrt an ungeregelten Kreuzungen Vorrang gegenüber rechts und links - also meist den Autofahrern. Und ja, Kfz-Lenker dürfen sich einer Radfahrerüberfahrt nur so schnell nähern, dass sie jederzeit davor stehen bleiben können und Radfahrern somit das unbehinderte und ungefährdete Überqueren ermöglichen.

Aber was gilt eigentlich für die Biker, wenn sie einen Radfahrerüberfahrt queren? Diese Frage hat der ÖAMTC bei einer stichprobenartig Befragungen 201 Radfahrern gestellt. "Ein Drittel der Radfahrer war nicht über diese Vorgaben informiert", sagt ÖAMTC-Techniker David Nosé.

Laut StVO dürfen sich Radfahrende einer Radfahrerüberfahrt an ungeregelten Kreuzungen nur mit einer Geschwindigkeit von maximal 10 km/h annähern und diese nicht unmittelbar vor einem herannahenden Fahrzeug und für dessen Lenker überraschend befahren. "Bei der Frage, wie schnell man sich ungeregelten Radfahrerüberfahrten nähern dürfe, kannte nur die Hälfte die Grenze von 10 km/h", ergänzt Nosé.

"Geschwindigkeitsmessungen des ÖAMTC an mehreren ungeregelten Radfahrerüberfahrten in Wien ergaben, dass sich rund 90 Prozent der 338 beobachteten Radfahrer zu schnell näherten und dabei eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 19 km/h vorlag. Zum Teil wurden auch Geschwindigkeiten von über 30 km/h gemessen", erklärt der ÖAMTC-Techniker.

Aus Sicht des Mobilitätsclubs ist es unabdingbar, sich an die geltenden Vorschriften zu halten – das gilt sowohl für Radfahrer als auch für andere Verkehrsteilnehmer. "An Radfahrerüberfahrten sollte immer bedacht werden, dass man gesehen werden muss, um seinen Vorrang als Radfahrer geltend machen zu können. Daher sollte man sich langsam nähern und Blickkontakt zum Autofahrer suchen, denn je langsamer man fährt, desto eher kann man wahrgenommen werden", so Nosé.

Kommentare (9)
wabra149a
51
7
Lesenswert?

Eine umstrittene und unnötige Bestimmung

in der StVO, die gestrichen werden sollte. Denn: Wieso sollen Radfahrende, die sich auf einer Radüberfahrt im Vorrang befinden, die Geschwindigkeit auf 10 kmh reduzieren? Es wird doch auch Autofahrenden nicht vorgeschrieben, auf einer Vorrangstraße im Kreuzungsbereich mit benachrangten Straßen langsamer zu fahren.

Carlo62
2
28
Lesenswert?

Ganz einfach!

Man muss als PKW-Lenker auch die Chance haben, einen Radfahrer rechtzeitig wahrzunehmen. Als Beispiel sei der Radübergang in der Lagergasse beim Kreisverkehr bei der Bahnunterführung genannt. Wenn man mit dem PKW auf der Lagergasse stadteinwärts fährt, kommt unmittelbar nach der Bahnunterführung der Radübergang. Wenn da ein Radfahrer vom Grieskai herunter kommt, sieht man den frühestens 1 Sekunde vor dem Radübergang. Muß ich mehr erklären?

wabra149a
0
2
Lesenswert?

@carlo62

Als Radfahrer suche ich immer den Augenkontakt und fahre umsichtig, aber selbstbewusst. Sonst wäre ich nicht seit 40 Jahren im Grazer Stadtverkehr praktisch unfallfrei unterwegs. Mir geht es aber vor allem um die 10 kmh-Regel in der StVO, die ein Sonderfall in Europa ist. Fahrräder haben bekanntlich keinen Tacho, deshalb sollte hier z.B. stehen "Annäherung in angemessener Geschwindigkeit". Die von Ihnen angeführte Kreuzung ist mir wohlbekannt, natürlich reduziere ich dort mein Tempo und bin bremsbereit, aber ich erlebe dort immer wieder, wie Autos bis über den Zebrastreifen viel zu schnell "heranbrausen" und Fußgänger und Radelnde gefährden. Um einen "Radfahrer rechtzeitig wahrzunehmen", wird es an dieser unübersichtlichen Stelle also notwendig sein, mit dem Auto langsam an den Zebrastreifen und die Radfahrerüberfahrt zuzurollen.

wabra149a
19
4
Lesenswert?

Mich würden

die Argumente der Rotstrichler interessieren.

Hildegard11
0
25
Lesenswert?

Weil ich als Radler überleben will...


..und auch bei Vorrang übersehen werden kann. Bei Augenkontakt bleiben die meisten freundlich stehen. Die meisten sind ja Rad- und Autofahrer. Also miteinand ist besser.

Kristianjarnig
0
19
Lesenswert?

@wabra.....ich denke Carlo62 gab Ihnen eine recht einleuchtende Erklärung.

Finden Sie nicht? Generell sollte man sich im Straßenverkehr darauf verlassen können das der andere die REgeln kennt und sie auch einhält. Der Vertrauensgrundsatz der ja sogar in der StVO verankert ist.

Hand aufs Herz - ich wußte auch nicht das es jetzt 10km/h sind die man fahren darf vor einer Straßenüberquerung. Ganz ehrlich habe ich aber nie jemanden soweit vertraut das ich einfach so über die Straße fahre obwohl ich Vorrang habe - so wie mit dem Auto - runterbremsen, schauen, ggf. mit dem anderen Verkehrsteilnehmer Blickkontakt aufnehmen.

Und ja, auch auf einer Vorrangstraße werde ich mit dem Auto vorsichtig wenn ich sehe wenn mal wieder einer von der Seite mit hohem Tempo auf die Kreuzung zufährt nur um dann(hoffentlich) erst im letzten Augenblich hart abzubremsen. Hat sich also was mit dem Vertrauensgrundsatz(jeder der viel unterwegs ist weiß was er davon halten kann).

wabra149a
1
2
Lesenswert?

@Kristianjarnig, bin ganz bei Ihnen!

Auch ich als Radfahrer suche immer den Augenkontakt und fahre umsichtig, aber selbstbewusst. Sonst wäre ich nicht seit 40 Jahren im Grazer Stadtverkehr praktisch unfallfrei unterwegs. Mir geht es aber vor allem um die 10 kmh-Regel in der StVO, die ein Sonderfall in Europa ist. Fahrräder haben bekanntlich keinen Tacho, deshalb sollte hier z.B. stehen "Annäherung in angemessener Geschwindigkeit".

pescador
14
5
Lesenswert?

brausen

Warum brausen?

4e49ee76994728c6d666ac2c5e590433
0
7
Lesenswert?

Übersetzung für alle,

die das Wort fahren nicht verstehen..🤣