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Bio-KraftstoffeTU-Studie prüfte Erzeugung von Gas und Diesel aus Schadholz

Aus Schadholz könnte in Zukunft Holzgas und Treibstoff hergestellt werden.

© Smileus/stock.adobe.com (Smileus)
 

Nachdem die Forstwirtschaft seit einigen Jahren mit dem Problem der Borkenkäfer-Plage zu kämpfen hat, könnte in der Zukunft das von ihm verursachte Schadholz den Weg zur Klimaneutralität dieses Wirtschaftssektors ebnen. Mit dem Rohstoff soll in Zukunft Holzgas und Treibstoff hergestellt werden. Eine Studie der Technischen Universität (TU) Wien empfiehlt den Bau eines Reallabors als Zwischenschritt.

Die Machbarkeitsstudie wurde von Landwirtschaftsministerium in Auftrag gegeben, die das Reallabor im Maßstab 1:20 auch mit 30 Millionen aus dem 350 Millionen Euro schweren Waldfonds zu finanzieren gedenkt. Würde man dann eine 100 Megawatt starke Anlage realisieren würden die Holzdiesel-Produktionskosten von 1,15 bis 1,40 Euro pro Liter ergeben, die 90 Prozent weniger Treibhausgase als herkömmlicher Diesel zu verantworten hätten.

Die nun vorliegende TU-Studie hat einerseits die Fischer-Tropsch-Synthese (FT-Synthese) zur Herstellung von Holzdiesel untersucht, ein bereits seit rund 100 Jahren bekanntes Verfahren, mit dem flüssige Kohlenwasserstoffe mit "Diesel"-Eigenschaften hergestellt werden können, sowie die Methan-Synthese zur Herstellung von Holzgas in den Fokus gestellt. Beides seien einander sehr ähnliche Prozesse, hieß es im Endbericht.

Einer der wichtigsten Feststellungen lautet, dass hier "hochwertige Bio-Kraftstoffe, die zu 100 Prozent in der bestehenden Infrastruktur eingesetzt werden können (Drop-in-Fuels) und um 90 Prozent niedrigere Treibhausgas-Emissionen aufweisen als herkömmlicher fossiler Diesel" hergestellt werden können. Drop-in-Fuels bedeutet die Möglichkeit herkömmliche Dieselmotoren ohne Umrüsten mit diesem Treibstoff betreiben zu können.

Im Falle der FT-Synthese wurde vonseiten der TU das besagte Reallabor vorgeschlagen, da hier die Erzeugung noch optimiert werden müsse. Investitionskosten zwischen 18,5 und 31,5 Milionen Euro wurden berechnet, um die Erzeugung industrieller Kraftstoffe mit dem Rohstoff Biomasse auszutesten. Erst durch die Forschung im praxisnahen Anlagenbetrieb sollen dann letztendlich Großanlagen errichtet werden.

Kommentare (2)

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tannenbaum
6
3
Lesenswert?

Eigentlich

müsste heizen mit Braunkohle auch als Klimaneutral eingestuft werden. Schließlich entstand die Kohle ja aus riesigen Urwäldern, welche auch einmal CO2 gespeichert und Sauerstoff produziert haben. Oder ist das was anderes?

stierwascher
4
6
Lesenswert?

es ist anders...

... wenn Sie das heiße Klima, wie im Tertiär haben wollen, also vor rund 50 Mio. Jahren, dann ist das Verheizen von Braunkohle kein Problem...