Gute FrageWie funktioniert eine Zylinderabschaltung?

Immer mehr Autos haben Motoren mit Zylinderabschaltung. Aber wie funktioniert die eigentlich?

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© Yucel Yilmaz/stock.adobe.com
 

Wozu braucht man eine Zylinderabschaltung überhaupt?
Ganz einfach - zum Treibstoff-Sparen. Geht es nicht gerade bergauf oder wird nicht beschleunigt, werden von den vorhandenen Pferdestärken nur wenige gebraucht. Für diese Situationen reicht es völlig, wenn nur zwei von vier Zylindern im Triebwerk arbeiten. Bei Audis ACT (Active Cylinder Technology) liegt dieser Bereich zum Beispiel zwischen 1500 und 4000 Umdrehungen, wenn nicht mehr als 75 Newtonmeter benötigt werden.

Und warum hat so ein System dann nicht jedes Auto?
Weil die Umsetzung ziemlich knifflig ist. Der Motor würde fürchterlich zu schütteln anfangen, wenn einfach nur kein Sprit mehr eingespritzt wird. Erkennt die Steuerelektronik, dass Zylinder 2 und 3 gerade nicht benötigt werden, wird über die Einlassventile noch Luft in den Brennraum gesaugt. Erst dann schließen sich alle Ventile. So wird für eine ausgeglichene Drucksituation in allen Zylindern gesorgt, die wichtig für einen runden Motorlauf ist.

Die Ventile geschlossen gehalten - wie geht denn das?
Das ist der komplizierteste Teil des Systems. Die Nockenwellen müssen so umkonstruiert werden, damit die einzelnen Nocken deaktiviert werden können. Audi setzt die betroffenen Nocken dafür auf Hülsen, die auf den Wellen verschiebbar gelagert sind. Über Stellglieder können diese nun zur Seite geschoben, die Nocken stillgelegt werden. Schon bleiben die Ventile zu.

Bemerkt der Fahrer davon etwas?
Nein. Das Verschieben der Nocken dauert höchstens 36 Millisekunden. Zudem wird über Anpassungen von Zündzeitpunkt und Drosselklappenstellung der Übergang von Vier- auf Zweizylinder-Betrieb und wieder zurück weitgehend kaschiert.

Warum baut man nicht überhaupt nur mehr Motoren mit so wenigen Zylindern?
Die verbleibenden zwei Zylinder müssen nicht nur die Arbeit alleine bewältigen. Sie dürfen ihre ruhenden Kollegen zusätzlich auch noch mitschleppen. Das ist nur bis zu einem gewissen Lastzustand effizient. Bei 50 km/h kann fast ein Liter eingespart werden, bei 140 müssten die zwei Häferln aber schon mehr arbeiten als alle vier zusammen.

Kommentare (1)
supersigi10
8
22
Lesenswert?

Kompliziert - Aufwändig - Reparaturanfällig

---------- Nein Danke ............