Auf die Gläser! Am Samstag ist Welt-Gin-Tag
Auch ein Welttag kann Geburtstag feiern: Einen Toast auf den 12. Welt-Gin-Tag am 13. Juni. Wir feiern ihn mit drei spritzigen Cocktailrezepten.

Wer Wacholder ernten will, zieht sich besser warm an. Spitze, nadelförmige Blätter bohren sich in die Haut - die stachelige Pflanze weiß ihre Früchte hervorragend zu verteidigen. Ohne die blauschwarzen Beeren allerdings auch kein Gin. Sie sind in der Spirituose tonangebend - seit mehr als 350 Jahren. Mit den Holländern schwappte die Ginwelle nach England, wurde minderwertig produziert, billig verkauft und trat einen Siegeszug durch die Kehlen der Trunkenbolde an. Mitte des 18. Jahrhunderts musste die britische Regierung eingreifen, bevor sich die Nation selbst erledigte.
Mit dem Fusel von damals hat der heutige Gin nichts mehr gemein. Und als Exot geht Gin hierzulande auch nicht so ganz durch, schließlich wachsen die Wacholdersträucher quasi vor der Haustür und auf Edelbrände versteht man sich. Bis zu 160 verschiedene Ingredienzien - Gewürze, Früchte und Kräuter - können im Gin stecken, von Angelikawurz bis Zimt. Der Trend geht in Richtung Sparsamkeit bei den Zutaten - in der Steiermark gibt auch der Lavendel dem einen oder anderen Produkt eine interessante Note. Eine Riege heimischer Produzenten sorgt jedenfalls dafür, dass es in Sachen Gin nicht langweilig wird.
Was ist was?
Genever ist die Urform des Gins und wird heute noch in den Niederlanden ausgeschenkt. Grain Genever ist ein Hinweis auf die Getreidebasis. In der Herstellung unterscheiden sich Dry Gin und London Dry Gin. Zwar wird beiden kein Zucker zugesetzt, aber der Zusatz "London" weist darauf hin, dass nur natürliche Zutaten verwendet werden dürfen, die alle bei der zweiten Destillation auf einmal zugegeben werden müssen. Danach darf nur noch Wasser an den Stoff. Old Tom Gin ist lieblich, der mild-würzige Plymouth Gin wird ebendort produziert. Sloe Gin, wie ihn etwa Brenner Hans Reisetbauer aus Axberg im Programm hat (Sloeberry Blue Gin), wird aus Schlehen gewonnen und ist ein Likör.
Rezept: Gin Tonic
Zutaten für den Klassiker im Longdrinkglas: 4 cl Gin, Tonic Water, Eiswürfel
So geht's: Glas mit Eiswürfeln füllen, Gin eingießen, mit Tonic auffüllen; wer mag, gibt eine Gurkenscheibe oder Limettenzesten/-scheiben ins Glas oder an den Glasrand
Rezept: Gin-Gin Splash
Zutaten für ein Glas: 4 cl Gin, 1 Spritzer Limettensaft, 2 Limettenscheiben von unbehandelten Früchten, 2-3 schwarze Pfefferkörner, Ginger Ale zum Auffüllen, Eiswürfel
So geht's: Eiswürfel in Cocktailgläser füllen, Gin eingießen und einen Spritzer Limettensaft dazugeben. Die Limettenscheiben und die Pfefferkörner ins Glas geben und mit Ginger Ale nach Geschmack auffüllen.
Rezept: Gin-Beere
Zutaten für 1 Glas: 4 cl Gin, 1 cl Limettensaft, 1 Limettenscheibe von einer unbehandelten Frucht, 1 TL Brombeergelee, 3 Brombeeren, 2 Wacholderbeeren, 1 Gewürznelke, eisgekühltes Sodawasser, Eiswürfel, Limettenzesten; Cocktailshaker

So geht's: Alle Zutaten außer die Brombeeren mit Eis in einem Cocktailshaker schütteln, in das Glas gießen und mit Soda nach Geschmack auffüllen. Mit Brombeeren und Zesten servieren.


